Donnerstag, 14. Juli 2016

Ein Tag - zwei Gipfel: Cima della Trossa und Madone


Das Regenwetter auf der Alpennordseite macht einem die ganze Ferienstimmung kaputt. Seit Tagen giesst es wie aus Kübeln. Der Weg auf die Alpensüdseite ist für einen Tag zwar weit, aber für ein paar sonnige Stunden könnte es soc trotzdem lohnen.

Vor fast einem Jahr hat mich bei einem Tessinaufenthalt jeden Tag der Madone angestrahlt, und auf diesen will ich nun heute steigen.  
Die Anreise erfolgt via Domodossola und Centovalli nach Locarno. Von dort - aus Zeitgründen - mit  drei Sektionen Bergbahn auf die Cimetta. Um genau 12:30 Uhr bin ich bereit zum loswandern.



Eckdaten:
Startpunkt: Cimetta Bergstation, 1647 müM
Endpunkt: Cimetta Bergstation, 1647 müM

Route
Cimetta - Basso di Cimetta - Cima della Trossa (1869 müM) - 
Madone (2001 müM) - gleicher Weg zurück

Wanderzeiten
Cimetta - Cima della Trossa: 35 min
Cima della Trossa - Madone: 80 min
Madone - Abzweigung Cima della Trossa: 50 min
Abzweigung Cima della Trossa - Cimetta: 25 min

Weg:
Durchwegs T2, gut markiert und gepflegt. Gipfelanstieg zum Madone kurze Zeit etwas exponiert und mit Ketten gesichert.


Wegbeschreibung:
Von Locarno fahre ich mit der Standseilbahn nach Orselina, danach mit der Luftseilbahn nach Cardada und letztlich mit dem Nostalgie-Sessellift auf die Cimetta. Es ist ein Geduldspiel - von der Ankunft in Locarno bis zum Loswandern auf Cimetta vergeht mehr als eine Stunde!

Auf Cardada und Cimetta wimmelt es vor lauter Touristen mit unterschiedlichstem Schuhwerk. Ich bin froh, als ich bald die überfüllte Bergstation verlassen kann und gut beschildert und auf gepflegtem Bergweg die Strecke zur Cima della Trossa unter die Füsse nehmen kann. 
Zunächst geht es 45hm abwärts in die Bass di Cardada. Von dort steigt der Weg regelmässig an und ich bekomme sofort einen guten Rhythmus. Die Aussicht auf die Tessiner Berge und das Maggiatal ist mal etwas ganz anderes. Als der Weg eine Biegung macht, bekomme ich einen herrlichen Blick auf den Lago Maggiore inkl. Isole di Brissago.


Bereits nach 35min erreiche ich die Cima della Trossa. Von hier habe ich einen herrlichen 360-Grad-Rundumblick. Leider ist der Gipfel sehr gut bevölkert, und es ist keine Ruhe zu finden. Immerhin habe ich einen wunderbaren Blick auf mein weiteres Tagesziel: Den Madone.

Bald mache ich mich wieder auf den Weg - heute bin ich wegen der langen Reisezeit etwas im Zeitdruck. Es folgt nun ein Abstieg von ca. 200 hm in eine Art Sattel zwischen Cima della Trossa und Madone. Im Sattel befindet sich die Abzweigung nach Mergoscia im Verzascatal.
Nun geht es streng bergauf in Richtung Madone. 


Der Weg ist gut und regelmässig wenn auch recht steil steigend an der mehr oder weniger an der Südostflanke des Berges angelegt. 
Das letzte Stück zum Gipfel ist etwas exponiert und an wenigen Stellen mit Ketten gesichert. Aber Achtung: Nicht alle Ketten sind am Ende verankert...

Auch auf dem Madone habe ich eine fantastische Rundumsicht. Über dem Centovalli ziehen sich bereits dicke schwarze Wolken zusammen, während der Lago Maggiore in tiefstem Grün-Blau erstrahlt. 
Ich bleibe in Anbetracht des Vergleichs zwischen Uhr und Fahrplan nicht lange auf dem Gipfel. Die Aussicht kann ich auch während des Abstiegs noch geniessen.
Zügig steige ich vom Madone zum Sattel ab, auf der anderen Seite wieder 200hm hoch und schliesslich zurück zur Cimetta. 
Mit den drei Bergbahnen geht es hinunter ins Tal.

Fazit
Die lange Reise ins Tessin und zurück für eine dreistündige Wanderung hat sich insofern gelohnt, als dass mir die Sonnenstrahlen nach 3 Tagen nass und grau gut getan haben. Wenn man sowieso im Tessin ist, kann ich die Wanderung nur empfehlen!

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com.




Sonntag, 10. Juli 2016

Wannihorn und Seetal

Es wartet erneut ein hochsommerlicher Tag. Bevor morgen die grossen Gewitter kommen, will ich nochmals in die Höhe. Die Beine haben sich von der gestrigen Tour über den Saflischpass einigermassen holt. Dennoch suche ich mir eine Destination, wo ich mehrere Möglichkeiten habe. Das Seetal(horn) bei Grächen bietet mir diese. Entweder ich mache den gesamten Aufstieg von ca. 1200hm zu Fuss, oder ich gönne mir die Fahrt mit der Hannigalpbahn, welche mir 450hm schenkt. Ich werde vor Ort entscheiden, wenn ich um 09:50 Uhr in Grächen ankomme.






Eckdaten:
Startpunkt: Bergstation Hannigalp, 2122 müM
Endpunkt: Bergstation Hannigalp, 2122 müM

Route:
Hannigalp - Chleini Furgge - Grossi Furgge - Wannihorn (2669 müM) - Küchenwang - Seetal Bergstation (2864 müM) - Heidnische Tossu - Stafel - Hannigalp

Wanderzeiten:
Hannigalp - Wannihorn: 75min
Wannihorn - Seetal: 60min
Seetal - Hannigalp: 60min

Total: 3h 15min

Weg:
Bis und mit Seetal fast durchgehend T3, Blockgelände oder Geröll, aber nirgends exponiert. Zu Beginn ca. 15min und Abstieg ab Seetal T2, teilweise über die Skipiste.


Wegbeschreibung:
Da ich mir ja über die Routenwahl zum Seetal noch nicht im Klaren war, suche ich vor Ort Rat. Der Wegweiser war wenig aussagekräftig, da er nur grobe Richtungen ohne Wegzeiten angibt. 

Als erstes beschliesse ich, nach der gestrigen langen Tour die Bergbahn zu beanspruchen und gondle auf die Hannigalp. Dort gibt mir der nette Angestellte an der Bergstation der Hannigalpbahn bereitwillig und ortskundig Auskunft.

Um 10:20 Uhr ziehe ich dann los und habe den Gratweg zum Wannihorn (oder auch Wannehorn, je nach Karte und Wegweiser) im Visier. Zunächst verläuft der Weg relativ steil aufwärts entlang der Skilifttrassen. Am Ende des Skilifts angekommen, zweigt der Weg zu, Grat ab, wird schmal und genau so wie ich die Wege mag: Zwischen Steinen und Blöcken geht es idyllisch aufwärts. Beobachtet werde ich einzig von zwei nicht ängstlichen Steinböcken Nach 40min ist die Grosse Furgge erreicht und ein Bänkli bietet sich für eine kurze Pause an. Mit Blick ins Rhonetal verpflege ich mich und nehme die 250 Höhenmeter bis zum Gipfel unter die Füsse. Ab hier verläuft der Weg komplett im Blockgelände. 

Auf jedem 3. Felsblock finden sich Wegmarkierungen. Man kann sich also nicht verlaufen. 
Insgesamt erinnert mich der Aufstieg sehr an die Route auf das Sidelhorn. Das Gelände ist ähnlich, das Panorama jedoch komplett anders.
Nach total 75min Wanderzeit (auf der Wanderkarte auf der Homepage von Grächen steht 2h10min...) stehe ich auf dem Gipfel vom Wannihorn. Absolut lohnenswert! Und ich bin ganz alleine dort oben - nicht wie auf anderen leicht erreichbaren Gipfeln...
Nach einer kurzen Pause ziehe ich weiter, verlasse den Gipfel westwärts in Richtung Küchenwang. 
Ab hier geht es während ca. 15min unterhalb des Distelhorns über eine Skitrasse. Dieses Wegstück ist wenig ansprechend. Ich gehe zügig voran, da es hier allenfalls auch zu Steinschlägen kommen könnte. 
Zum Schluss wartet noch ein happiger Anstieg von gut 200 Höhenmetern durch eine Geröllhalde auf mich. Der Weg ist markiert - allerdings mit gelb-schwarzen Rauten, was ich doch ein wenig untertrieben finde. Der Weg ist sicherlich eher ein T3 als ein T1...

Eine knappe halbe Stunde dauert es, bis ich das Seetal erreicht habe (also die Bergstation, nicht das Horn). Von dort an geht es nur noch abwärts. Lange Stücke folge ich der Skipiste. Nicht sehr idyllisch, doch es geht dafür zügig vorwärts. Vorsicht ist dennoch geboten. Denn der Weg ist staubtrocken, steil und rutschig.
Kurz vor dem Stafel zweigt der Weg (hier wieder rot-weiss-rot markiert) ab und schlängelt sich wunderschön durch einem kleinen Lärchenwald. 
Ab Stafel gelange ich auf den Spazierweg durch dem Stafelwald zurück zur Hannigalp, welche ich nach total 3h15min wandern erreiche. Ab hier geht's mit der Gondel talwärts.

Fazit:
Der Weg aufs Wannihorn ist wunderschön und absolut lohnenswert. Es braucht etwas Übung im Blockgelände, aber der Weg ist nicht exponiert, daher leicht begehbar für trittsichere Wanderer.
Der Weg zum Seetal ist wenig idyllisch. Bei wolkenlosem Wetter wäre die Aussicht aber sehr schön.





Samstag, 9. Juli 2016

Saflischpass

Die Wanderung über den Saflischpass wird als aussichtsreich und eindrücklich beworben. Nun gut, dann muss ich dort ja zwingend mal hin, auch wenn die Anreise ins urtümliche Binntal lang ist. Die Wetterprognosen versprechen einen Hochsommertag mit Temperaturen von über 30 Grad. Also lohnt es sich, früh aufzustehen. Um 09:30 kann es in Binn losgehen - vor mir liegen laut Wegweiser 5h Aufstieg und eine Gesamtdauer von 7h.







Eckdaten:
Startpunkt: Binn, 1400 müM
Endpunkt: Rosswald Station, 1819 müM

Route:
Binn - Ze Binne - Sickerchäller - Mässhitta -
Saflischpass (2563 müM) - Fleschboden - Rosswald

Wanderzeiten:
Binn - Ze Binnu: 20min
Ze Binnu - Mässhitta: 1h 40min
Mässhitta - Saflischpass : 1h 20min
Saflischpass - Rosswald: 1h  30 min

Total: 4h 50min

Weg:
Von Binn bis kurz vor  Sickerchäller mehrheitlich T1 auf Fahrstrasse, kurze, steilere Stücke T2,   danach alles T2, teils sehr ausgewaschen.


Wegbeschreibung:
Das Postauto führt mich bis nach Binn. Entgegen allen, was ich bisher in solchen Dörfern erlebt habe, steht bei der Station kein Wegweiser. Ich konsultiere also meine Karte, g etwas weitwr ins kleine Dorf hinein und verlasse dieses über eine alte Steinbrücke. Dort finde ich nun eine erste Hinweistafel und 150m weiter folgt dann der effektive Wegweiser. 

Zunächst geht es über einen Trampelpfad durch den Wald 100 Höhenmeter herunter nach Ze Binne. dort hat es - idyllisch gelegen - einen kleinen Stausee.
Gleich nach dem Überschreiten der Brücke über den Saflischbach beginnt der Weg zu steigen. Bei den bereits am Morgen heissen Temperaturen ist es angenehm, dass der Weg durch den Wald verläuft. Allerdings hat man dafür keine Aussicht. Teile des Weges verlaufen über eine Fahrstrasse. Die Fahrer nehmen dort keinen Rücksicht auf Wandere, also Achtung! Andere Wegstücke verlaufen als Wanderweg abseits der Fahrstrasse. Diese Wegstücke sind wohl die steilsten des Tages.

Nach rund 1h 30 wandern komme ich aus dem Wald heraus. Endlich habe ich etwas Aussicht - der Blick schweift über das Binntal hin zur Region um den Nufenenpass.
Bald endet auch doe befahrbare Strasse und der Weg zieht sich nun über Wiesen und Grasmotten stetig aber nicht steil weiter. 

In der Region Mässhitta setze ich mich gemütlich bei einer Sennhütte zur Mittagsrast hin. Von hier aus liegen noch gut 90min bzw. 500hm Aufstieg vor mir. Diese lege ich nach der Verpflegung zurück. Dies ist wieder einmal eine Strecke, bei der ich das Gefühl habe "Jetzt bist du gleich oben." Und dann folgt noch eine Biegung oder eine Steigung. 
Dach nach insgesamt 3.5h Anstieg (also keine 5h wie es der Wegweiser prophezeihte) stehe ich vor dem Wegweiser auf dem Saflischpass. Die Aussicht nach Osten und Westen ist wirklich toll - es sind viele 4000er der Mischable-Gruppe zu sehen, aber auch ostwärts enttäuscht die Aussicht nicht.

Nun folgt noch der Abstieg. Ganz langsam beginnt der Weg zu sinken. Jedoch habe ich nach einer halben Stunde kaum 100hm zurückgelegt.


Erst ab dem Speichersee für das Skigebiet Rosswald beginnt der Weg steiler zu sinken. Dort mache ich noch einmal eine Rast und bringe dann den restlichen Abstieg - folgend den Skipisten - hinter mich. 
Plötzlich öffnet sich der Blick über das gesamte Rhonetal und ihre Majestät, das Bietschhorn, welches wie ein Zahn aus der Bergkette des Lötschentals ragt. Schon nur dafür haben sich die Strapazen gelohnt!

Kurz vor 15 Uhr treffe ich bei der Bergbahn ein, die mich zurück ins Tal bringen wird. 





Fazit:
Die Tour hat sich mehrheitlich gelohnt, auch wenn die ersten 1.5h wandern im Wald und entlang dem Fahrweg eher langweilig war.

Mehr zu dieser Tour inkl. Download der Karte auf wanderland.ch.








Montag, 4. Juli 2016

Ochse - der grosse Nachbar vom Gantrisch


Endlich ist das Wetter auch am Wochenende sommerlich. Die Wandersaison kann endlich eröffnet werden. Um dein Einstieg in die Saison gemütlich zu gestalten, wähle ich eine Halbtagestour aus. Der Ochsen steht schon seit Längerem auf der Wunschliste und eignet sich mit einer kurzen Anreise und 800 zu erwandernden Höhenmeter hervorragend als Halbtagesausflug.
Um 10:40 stelle ich mein Auto im auf dem Parkplatz beim Skilift Schwefelberg ab und wandere los.



Eckdaten:
Startpunkt: Parkplatz Skilift Schwefelberg, 1389 müM
Endpunkt: Parkplatz Skilift Schwefelberg, 1389 müM

Route:
Schwefelbergbad - Louibode - Louigrat -
Alpligenalm - Ochsen (2188 müM)
Gleicher Weg zurück

Wanderzeit:
Schwefelbergbad - Louiboden: 20 min
Louiboden - Alpigenalm: 60 min
Alpiglenalm - Ochsen: 20 min
Rückweg: 65 min

Total: 2h 45min

Weg:
Durchwegs T2, in sehr gutem Zustand, obwohl teilweise sehr matschig. Gipfelanstieg T3.



Wegbeschreibung:
Beim Parkplatz startet der Weg zunächst im Wald, am Hotel Schwefelbergbad vorbei. Schon zu Beginn steigt der Weg an. Bald ist man aus dem Wald hinaus und traversiert eine Weide, geradewegs auf den Skilift zu. 

Der Weg steigt mehr oder weniger gemächlich an bis zum Louiboden auf 1550 müM;. 
Von hier aus steigt der Weg merklich steiler an. Für einen Weg in den Voralpen ist die Steigung sogar sehr ordentlich.
Der Weg zieht sich über Weiden und folgt dann nach dem Ende des Skilifts dem Louigrat. Auf der rechten Seite fällt das Gelände steil ab. Fehltritte oder Rutscher im matschigen Gelände wären nicht wünschenswert. 


Mittlerweile öffnete sich die Sicht und es ist linkerhand ein erster Blick auf das Tagesziel möglich. Auf der rechten Seite kann ich kurz einen Blick auf die Kaiseregg werfen, bevor diese gleich wieder im Nebelschwaden verschwindet. 


Am Ende des Louigrates ist der grösste Teil der Höhendifferenz geschafft. Auf 2025 müM ändert sich das Gelände und man traversiert oberhalb einer grossen Halde zum Punkt 2016.

Nun kommt noch der nahrhafte Schlussanstieg zum Gipfel. Zunächst auf einem T2-Pfad über eine Wiese, später im steilen Felsgelände wenig exponiert auf einem T3-Weg. Der Schlussanstieg ist steil aber nicht all zu lang. An einigen Stellen lohnt sich das Kraxeln auf allen Vieren.


Nach rund 1h 45min wandern ist der Gipfel erreicht. Leider gibt es keine Fernsicht. Die Nebelschwaden winden sich dicht um den Gipfel. Schade, aber nicht zu ändern.

Nach einer kurzen Mittagsrast verlasse ich den Gipfel wieder und nehme den Rückweg (leider auf der gleichen Route) in Angriff.

Nach rund einer Stunde Abstieg (Vorsicht: Der Matsch ist rutschig!) bin ich zurück beim Auto. Und wie das so üblich ist: Nun wäre der Gipfel in der Sonne...


Fazit:

Der Weg auf den Ochsen ist eine nette und lohnende Halbtagestour. Weniger begangen als die Gantrisch-Route aber dennoch nicht einsam.
Einziger Wehmutstropfen ist, dass man den Hin- und Rückweg auf der gleichen Route zurücklegen muss.


Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com




Donnerstag, 30. Juni 2016

50 000 Besucher bei Wandern 2.0

Obwohl ich eine Wanderpause von 11 Monaten eingelegt hatte, sind mir die Leserinnen und Leser treu geblieben. 

Wandern 2.0 konnte mittlerweile bereits 50 000 Besucher verzeichnen

Vielen Dank!

Und: Es wird nun wieder gewandert - wenn möglich auch steil bergauf!



Freitag, 6. Mai 2016

Spazier-Wanderung im Änggårds Naturreservat


Für einmal gab es einen

a) verspäteten und
b) etwas anderen
Saisonstart.

Während meinem Aufenthalt in Göteborg konnte ich vom wunderbaren Frühlingswetter profitieren. Dies lud mich dazu ein, eine Spazier-Wanderung im Naturreservat Änggård zu unternehmen. Das Naturschutzgebiet liegt inmitten der Stadt, neben dem grossen Stadtpark Slottskogen und direkt anschliessend an den Botanischen Garten, welcher der grösste seiner Art in Nordeuropa ist.

Mit der Strassenbahn fuhr ich in die Nähe des Slotskogens, von dort an startete ich zu Fuss.


Eckdaten: 

Startpunkt: Majvallen, Tramstation
Endpunkt: Eingang botanischer Garten


Route: 
Majvallen - Slotskogen - Botanischer Garten - Ängårds Naturreservat - Botanischer Garten


Wanderzeit, Wanderstrecke: 
1h 40min, 9,5km


Weg: 
Durchwegs T1, gute Wege, gut signalisiert. Viele Möglichkeiten für Abzweigungen.


Wegbeschreibung:

Zu Beginn muss ich den Slottskogen, den grossen Stadtpark mit integriertem Tierpark, durchqueren. Mein Weg führt mich vorbei am Vogelhaus, den Pinguinen und dem Seehundebecken. Den Weg zum Elch spare ich mir.
Der Park ist voll mit flanierenden Leuten, welche die wärmende Sonne geniessen.

Auf der anderen Seite des Slottskogens ist bereits der botanische Garten. Der Eintritt ist frei - man wird jedoch um eine freiwillige Spende von 20 SEK gebeten.
Ich gehe zügig quer durch den botanischen Garten, vorbei am Kräutergarten und dem japanischen Teil.
Es gibt einige Höhenmeter zu überwinden - allzu viele können es jedoch nicht gewesen sein, denn er höchste Punkt des Reservats befindet sich auf 114 müM...


Am Ende des botanischen Gartens kommt ein grosses Tor mit einem Schild mit Hinweisen zum Naturreservat.



Ich trete durch das Tor und folge dem grossen Weg. In angenehmer Steigung habe ich bald den wohl höchsten Punkt des Naturreservats erreicht. Die Aussicht ist toll: Der Blick kann 360° über die gesamte Stadt schweifen.
Die Natur ist recht karg, da die Pflanzen noch nicht viel grün tragen. Doch mir gefällt es sehr.

In munterem Auf und Ab folge ich nun den Wegen ziemlich wahllos. Alle paar Hundert Meter hat es Wegweiser mit Streckenangaben, die es einfach machen, sich zu orientieren und eine passende Route zu finden.


Ab und zu kommt man an einem grossen Teich vorbei - Enten baden und plantschen. Einmal treffe ich im Dickicht auch ein einsames Reh beim äsen an.


Abseits der Aussichtspunkte ist es sehr still im Naturreservat. Nur selten treffe ich auf einen Jogger oder andere Spaziergänger. Ich geniesse die Stille in Mitten der Stadt! Man fühlt sich wie in einer anderen Welt.

Zum Schluss kehre ich durch den botanischen Garten (diesmal im Teil Europa) zurück in die Zivilisation.

Noch einmal durchquere ich den Slottskogen (jedoch auf einem anderen Weg), wo mich am anderen Ende die Strassenbahn wieder abholt.


Mehr dazu auf GPSies.com.


Freitag, 7. August 2015

Glacier Trail Mattmark - Britanniahütte

Erneut hat sich ein Hitzehoch über der Schweiz festgesetzt. Um der brütenden Hitze in der Stadt zu entfliehen, muss man sich schon ziemlich weit im die Höhe begeben. Der Glacier Trail zur Britanniahütte bietet genau diese Möglichkeit - und beim Gang über zwei Gletscher ist für Abkühlung gesorgt. 
Als Ausgangspunkt wählte ich - wie bereits vor Kurzem für die Wanderung zum Monte Moro Pass - den Mattmarkstaudamm. Um 09:30 konnte die Wanderung dort beginnen.






Eckdaten:
Startpunkt: Mattmark Staudamm, 2207 müM
Endpunkt: Bergstation Felskinn, 2989 müM

Route:
Mattmark Staudamm - Schwarzbergalp - Schwarzbergkopf - Allalingletscher - Laubhorngletscher - Britanniahütte (3030müM) - Egginerjoch - Bergstation Felskinn

Wanderzeit:
Mattmark Staudamm - Schwarzbergkopf: 1h 35min
Schwarzbergkopf - Britanniahütte: 1h 30min
Britanniahütte - Bergstation Felskinn: 1h
Total: 4h 05min

Weg:
Der Weg ist durchwegs gut präpariert und markiert. Mattmark - Schwarzbergkopf: T2 (bis Schwarzbergalp T1), ab Schwarzbergkopf weiss-blau-weiss markiert und wegen den Gletscherüberquerungen als T4 deklariert. Zwischen den Gletschern T3 im Blockgelände. Der Weg ist nirgends ausgesetzt oder gefährlich.


Wegbeschreibung:
Die Wanderung beginnt auf einer Fahrstrasse, welche am Mattmarksee entlang führt. Nach dem ersten Tunnel zweigt der Weg zum Schwarzbergkopf bald rechts ab und steigt merklich an. In einer weiten Kehre erreicht man nach ca. 30min die Schwarzbergalp. Das Einlaufen ist nun beendet. 

Die Fahrstrasse endet und der Weg führt links von der Alphütte eng und abwechselnd mehr oder weniger steil den Hang hoch. Es ist bereits sehr heiss und die Steigung macht sich konditionell bemerkbar.

Plötzlich, nach etwas mehr als einer Stunde, eröffnet sich mir der Blick auf das Ziel: die Britanniahütte. Doch obwohl sie relativ nah erscheint, weiss ich, dass ich noch zu den Gletschern absteigen und auf der anderen Seite wieder aufsteigen muss. Und der Schwarzbergkopf ist auch noch nicht erreicht... Also weiter geht's.
Auf dem Schwarzbergkopf angekommen, treffe ich auf mehrere Wanderer, die den schönen Aussichtspunkt zur Mittagsrast nutzen. 
Ich ziehe noch etwas weiter. Ab hier ist der Weg weiss-blau-weiss markiert (vorher weiss-rot-weiss), und das Gelände wird von einem Schritt auf den anderen steinig und felsig. Es folgt nun der Abstieg von ca. 100hm zum Allalingletscher. Die Überquerung ist absolut problemlos. Der Pfad ist gut mit Stangen markiert. Einige davon liegen am Boden, weil der Gletscher sie bei diesen Temperaturen weggeschwitzt hat. Nach dem Allalingletscher folgt die mühsamste Passage der Wanderung. Ich muss einen Sattel aus Geröll und Felsblöcken hinter mich bringen. Zwar ist auch hier der Weg alle 3m markiert, doch bei jedem Schritt muss ich auf meine Füsse aufpassen, damit ich nicht zwischen die Geröllstücke trete. 

So brauche ich für dieses kurze Teilstück relativ viel Zeit. Es folgt dann noch die kurze Überquerung des zweiten Gletschers und der Schlussanstieg zur Britanniahütte, welche ich nach wenig mehr als 3h wandern erreiche. Auf 3030m ist es angenehm kühl, und ich mache ein paar Minuten Pause. Danach geht es an den Rückweg zur Felskinnbahn. Etwa 100 Höhenmeter muss man hergeben, nur um sie zum  Erreichen des Egginerjochs erneut hochzusteigen. Kurs nach der Britanniahütte quere ich noch einmal ein kurzes Gletscherstück. Der Weg vom Egginerjoch zur Felskinnbahn ist mehr oder weniger flach, führt jedoch durch matschigen Schnee, was das gehen in Anbetracht der bereits müden Beine anstrengend macht. 
Nach knapp mehr als 4 Stunden wandern treffe ich am Ziel ein und fahre mit dem Alpin Express nach Saas Fee.

Fazit: 
Die Wanderung ist absolut lohnenswert. Die Aussicht ist wunderschön und in Mitten der 4000er der Mischabelgruppe kommt ein hochalpines Feeling auf. Die Überquerung der Gletscher ist problemlos. Geübte Wanderer mit etwas Ausdauer sollten sich von dem T4 und den weiss-blau-weissen Markierungen nicht abschrecken lassen. Doch natürlich darf man auf dem Gletscher die Augen niemals vom Pfad abschweifen lassen. Spalten können immer und überall auftauchen.