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Sonntag, 11. Juni 2017

Mal wieder der Strüssligrat...

Das Dreigestirn wird zum Ende des Strüssligrats sichtbar
... zum Stockhorn.

Da heute hochsommerliche Hitze angesagt ist, will ich nach den gestrigen Anstrengungen heute Vormittag eine kleine Tour - wenn möglich ohne Abstieg unternehmen. Da bietet sich das nahe gelegene Stockhorn mit Bahn gut an. Der Parkplatz ist bereits proppen voll, es erwarteten mich also Unmengen von Menschen auf dem Gipfel - jedoch wird sich wohl nur ein ganz kleiner Teil davon über den Strüssligrat Richtung Gipfel bewegen.





Hinterstockensee
Eckdaten:
Startpunkt: Station Chrindi, 1637 müM
Endpunkt: Stockhorn Gipfel, 2190 müM

Route:
Chrindi - Alp Oberstocken - Strüssligrat - Stockhorn Gipfel

Wegzeiten:
Chrindi - Alp Oberstocken: 30min
Alp Oberstocken - Stockhorn Gipfel: 55min
Total: 1h25min

Weg:
Mehrheitlich T2, gepflegt und problemlos zu gehen, in der Schlucht teilweise mit Drahtseilen gesichert. In der Schlucht hat es 3 Metalltreppen bzw. -Leitern zu überwinden.
Chrind bis Alp Oberstocken, sowie Anstieg zum Gipfel: T2; Strüssligrat T3 - teilweise etwas kraxlig aber nirgends gefährlich.


Wegbeschreibung:
Für den Aufstieg ab Erlenbach fühle ich mich nicht genügend gut regeneriert, also nehme ich die Bahn bis zur Mittelstation Chrindi und beginne dort mit dem Aufstieg. Der Weg führt zunächst einige Höhenmeter abwärts an den Hinterstockensee. Diesen umlaufe ich zur Hälfte gegen den Uhrzeigersinn. Danach beginnt der Anstieg zur Alp Oberstocken. Dieser führt - bei diesen Temperaturen sehr angenehm - mehrheitlich durch den Wald. Bis zur Alp Oberstocken gewinne ich so die ersten 200hm.
Ich lasse die Alpbeiz links liegen und folge dem Wegweiser in Richtung Strüssligrat. Zunächst geht es beinahe weglos über Grad und Stein, bis einige Trockenmauer später wieder der deutliche Pfad erkennbar ist. Der Weg steigt nur flach an. Bald kommt der Oberstockensee in Sicht und hier macht der Weg einen Knick und führt nun sehr steil und teilweise etwas kraxlig durch die Felsen bergan. Der Weg ist nirgends gefährlich, aber ab und zu sind die Hände eine willkommene Hilfe bei der Trittfindung.

Sicht auf die Gantrischkette
Nach dem kurzen aber heftigen Anstieg durch die Felsen führt der Weg weiter sehr steil über eine Graswiese bergauf. Nun ist der eigentliche Grat erreicht, und es eröffnen sich linkerhand Tiefblicke in Richtung obere Walalp, das Gürbe- und Aaretal.

Oben am Grat angekommen hat man eine herrliche Sicht auf die Berner Hochalpen und auf die Gantrischkette.

Nun sind es nur noch wenige Höhenmeter, bis das Ziel, der Stockhorn Gipfel, in Sicht kommt.
Der Weg verläuft oberhalb eines Felsabruchs in Richtung Sattel. Von dort fehlen noch 150 Höhenmeter, die es im Zick Zack hoch geht zum Gipfel.

Wie erwartet hatte es auf dem Gipfel Unmengen von Menschen. Zum Glück habe ich mit der Route über den Strüssligrat einen wenig begangenen Weg gefunden. Während dem Aufstieg begegneten mir kaum ein Dutzend Menschen.

Da es auf dem Gipfel kaum Platz gibt in den Menschenmassen, steige ich schnell wieder ab zur Gondelstation und lasse mich von der Bahn gemütlich ins Tal fahren.



Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com


Samstag, 10. Juni 2017

Bike to Hike Lombachalp - Augstmatthorn

Erste Sicht auf den Thunersee
Schon seit längerem möchte ich wieder einmal aufs Augstmatthorn steigen. Den Aufstieg habe ich noch in bester Erinnerung. Allerdings stört mich der lange und für mich wenig attraktive "Zustieg" von Habkern zur Lombachalp. 
Dementsprechend kombiniere ich heute einmal Bike und Wandern: Mit dem Bike von Habkern zur Lombachalp und dann zu Fuss aufs Augstmatthorn. Und so mache ich mich mit schwer bepacktem Rucksack auf zur Bike-to-Hike-Tour.


Hohgant
Eckdaten:
Startpunkt: Habkern Post, 1100 müM
Endpunkt: Bahnhof Interlaken West, 563 müM

Route Bike:
Habkern - Lombachalp (1554 müM) - Habkern - Interlaken West

Route Wandern:
Lombachalp - Augstmatthorn (2137 müM) - Suggiture - Lombachalp

Wegzeiten:
Habkern - Lombachalp: 50min
Lombachalp - Augstmatthorn: 55min
Augstmatthorn - Suggiture: 30min
Suggiture - Lombachalp: 35min
Lombachalp - Interlaken West: 35min

Weg: 
Habkern - Lombachalp durchgehend asphaltiert, kaum Verkehr. 
Wanderung T2 bis T3-, auf dem Grat Schwindelfreiheit und Trittsicherheit notwendig. Eine kurze Stellen rund um den Suggiture sind mit Drahtseilen gesichert. 


Wegbeschreibung:
Die Biketour beginnt mitten in Habkern mit einer kurzen aber rasanten Abfahrt. Danach kommt gleich das steilste Stück der Biketour. 
Von Habkern zur Lombachalp verläuft durchwegs auf eine asphaltierten Strasse. Verkehr herrscht kaum. Die Steigung ist ziemlich regelmässig und man bekommt einen guten Rhythmus. Die gut 500hm sind in 50min gut zu meistern. 

Das Bike stelle ich beim Parkplatz auf der Lombachalp ab und wechsle die Schuhe. Für den Aufstieg zum und vor allem für den Abstieg vom Augstmatthorn brauche ich die guten Wanderschuhe. 
Allen unnötigen Ballst lasse ich beim Bike zurück und mache mich auf den Weg. 
Das Ziel ist stets vor Augen: Das Augstmatthorn präsentiert sich vom ersten Schritt an - allerdings noch in Wolkenschwaden.
Der Weg steigt vom ersten Meter an. Teils über mit Holzstämmen befestigte Treppenstufen, teils auf Graspfad steige ich aufwärts. Nach 200hm zweigt der Weg, welcher direkt zum Suggiture führt, ab. Ich bleibe auf dem Pfad zum Augstmatthorn, welcher nun in seine steilste Passage kommt. In kürzester Zeit lassen sich so weitere fast 200hm überwinden. 

Blick in Richtung Meiringen
Nun scheint der Grat bereits zum Greifen nah. Aber dennoch sind es immer noch 200hmm die es zu überwinden gilt. Um den Grat streift immer wieder Nebel. 
So bleibt mir dann auch der Wow-Effekt verwehrt, wenn man auf den Grat tritt und sich eigentlich der Brienzersee und die Hochalpen präsentieren sollten. Leider sehe ich nur Nebel. 
Ich zweigt trotzdem links ab und nehme die letzten Meter zum Gipfel des Augstmatthorns unter die Füsse. 
Auf dem Gipfel habe ich zumindest ein wenig Sicht in Richtung Meiringen. 

Weg über den Grat
Nach einer kurzen Rast gehe ich über den Grat zurück und wandere ihm entlang bis zum Suggiture. Der Grat ist schon sehr schmal, jedoch nicht schwierig zu begehen. Ich vermeide einfach den Blick links hinunter...

Vom Suggiture geht es zunächst sehr steil und auf schiefrigem Weg abwärts. Um nicht ins Rutschen zu kommen, muss ich das Tempo drosseln. 
Nach der ersten steilen Partie wird der Weg dann flacher und traversiert nur leicht sinkend einen Schuttkegel bis ich schliesslich wieder bei der Verzweigung zum Augstmatthorn lande. Von hier geht es nun noch ca. 200hm abwärts bis zur Lombachalp. 

Hier wechsele ich erneut Schuhe und Tenü und setze mich aufs Bike für die rasante Abfahrt nach Interlaken West. 

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com







Freitag, 26. August 2016

Frühstück auf dem Gantrisch


Sommer - Sonne - Sonnenschein - seit Tagen lockt das tolle Spätsommerwetter zu Ausflügen in die Berge. Warum also nicht wieder einmal am Morgen vor der Arbeit eine Tour auf den Gantrisch planen? Die Temperaturen sind früh am Morgen noch angenehm, die Luft ist frisch und sauber, und es bilden sich noch keine Warteschlangen auf den Wanderwegen. Um 06:25 starte ich auf der Wasserscheide. Es ist ganz ruhig - selbst die Kühe sind noch im Ruhemodus. Los geht es in Richtung Leiternpass.



Eckdaten:
Startpunkt: Parkplatz Gurnigel Wasserscheide
Endpunkt: Parkplatz Gurnigel Wasserscheide

Route: 
Parkplatz Wasserscheide - Alp Obernünene - Leiternpass - Grätli - Gantrisch - Schibespitz - Morgetepass - Parkplatz Wasserscheide

Wanderzeiten:
Wasserscheide - Alp Obernünene: 20min
Alp Obernünene - Leiternpass: 20min
Leiternpass - Gantrischgipfel: 20min
Gantrischgipfel - Morgetepass: 25min
Morgetepass - Wasserscheide: 40min

Total: 2h 05min

Weg:
Mehrheitlich T2, Gipfelanstieg zum Gantrisch T3 mit Drahtseilen gesichert, etwas ausgesetzt.


Wegbeschreibung:
Nun, der Weg zum Gantrisch ist mir altbekannt. Fast jedes Jahr nehme ich ihn einmal unter die Füsse.
Nach dem Parkplatz geht es zunächst ca. 20min auf dem Fahrweg zur Alp Obernünene. Die ersten paar hundert Meter steigt der Weg grad ordentlich an, danach wird er flach. 

Nach der Alp Wirtschaft (die so früh am Morgen noch geschlossen war), wechselt der Weg zu T2. Es geht angenehm steigend auf den sich immer in Sichtweite befindenden Leiternpass zu. 
Dieser ist bald erreicht. 

Knapp vor dem Leiternpass zweige ich auf den etwas ausgesetzten Pfad über das Grätli ab. Von meinen früheren Wanderungen her kenne ich den Pfad und weiss, dass ich während ein paar Metern die Hände zu Hilfe nehmen werde. Heute ist der Pfad etwas glitschig, da es noch Morgentau auf den Steinen hat. Daher ist doppelte Vorsicht geboten. 

Die heikle Stelle ist schnell  passiert, und danach führt die Route wieder auf gutem T2 an der Südflanke des Gantrischs entlang zum Grat, welcher dann zum Schibespitz führt. Auf dem Grat zweige ich rechts ab, wo der eigentliche Gipfelanstieg beginnt. 
Vor ein paar Jahren hat mich der Aufstieg durch die mit Drahtseilen gesicherte Felsrinne noch beeindruckt, mittlerweile kenne ich den Anstieg und bringe ihn rasch hinter mich.

Um 07:25 Uhr habe ich den Gipfel erreicht. Es befinden sich bereits ca. 10 Personen oben, doch die verteilen sich auf dem breiten Gipfel recht gut. 
Nachmittags wäre der Andrang sicherlich grösser.

Ich lasse mich nieder und packe mein Frühstück aus dem Rucksack. Das habe ich mir nun verdient - Parkplatz Wasserscheide bis Gantrisch-Gipfel in 1h finde ich eine sportliche Leistung. 

Nach den Frühstück mache ich mich an den Abstieg. Die heikle, etwas ausgesetzte Felsrinne kraxle ich auch behänder hinunter als auch schon. Auf dem Grat halte ich gerade aus zum Schibespitz und von dort rechts hinunter zum Morgetenpass, der eben von den ersten Sonnenstrahlen erfasst wird. 
Auf dem Abstieg über den guten Weg ist es wieder glitschig vom Tau. 

Bald ist die Fuhrstrasse erreicht. Bei der unteren Gantrischhütte zweigt der Weg nochmals in den Wald ab und hält auf den Parkplatz Wasserscheide zu.
Nach flinken 2h 05 min Wandern treffe ich wieder beim Auto ein.
Das sehr frühe Aufstehen hat sich heute so richtig gelohnt!


Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com.






Sonntag, 7. August 2016

Eigertrail - Wanderung am Fusse der Eigernordwand

Sicht auf Lauberhorn und Tschuggen
Heute musste ich einmal ausschlafen. Dennoch lockt das Wetter nun nach draussen. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, die Temperaturen sind angenehm. Eine kurze Wanderung mit ein paar Höhenmetern in schöner Kulisse ist genau das Richtige.
Der Eigertrail scheint mir genau das zu bieten. Von Alpiglen aufwärts zum Eigergletscher warten 750 Höhenmeter. Das scheint mir für den heutigen Tag vernünftig. Und die Wanderung kann dann immer noch mit einem beliebig langen Abstieg in Richtung Wengernalp und Wengen nach Gutdünken verlängert werden.
Um 12:20 Uhr geht es in Alpiglen am Fusse der Eigernordwand los.



Eckdaten:
Startpunkt: Station Alpiglen, 1614 müM
Endpunkt: Wengernalp, 1880 müM
Route:
Alpiglen - Eigertrail - Station Eigergletscher (2319 müM) - Haaregg - Wengernalp

Wanderzeiten:
Alpiglen - Eigergletscher: 1h 40min
Eigergletscher - Wengernalp: 45 min

Weg:
Durchwegs T2, sehr gepflegt und einfach zu begehen. Sehr viele Leute in beide Richtungen.






Wegbeschreibung:
Bei der Station Alpiglen startet der Wanderweg in Richtung dem Berghaus Alpiglen. Rechts an diesem vorbei beginnt der Weg als bald treppenartig zu steigen - immer direkt auf die Eigernordwand zu. 
Bereits hier treffe ich für meinen Geschmack unangenehm viele Leute an. Ich mag es nicht, wenn vorne und hinten eine Schlange von Leuten auf dem Wanderweg anzutreffen ist.

Bald schon sind die ersten 100 Höhenmeter zurückgelegt, Hier steht der Wegweiser an der Verzweigung, bei welcher der Weg von Grindelwald her auf den Eigertrail trifft. 
Der Eigertrail geht rechts weg, angenehm ansteigend zieht er westwärts. 
Der Weg und die Aussicht sind fantastisch. Wenn nur die vielen Leute nicht wären...

Nach ca. 1h steigt der Weg nochmals merklich an. Idyllisch gelegen, unterhalb des Rotstocks. Noch eine Höhenstufe weiter - es sind nicht mehr viele Höhenmeter zu überwinden - weiden die Kühe. Es ergibt sich ein fast allzu kitschiges Bild. 
Nach der nächsten Krete kommt auch schon das Ziel Eigergletscher in Sicht. Der Wanderweg verliert 
zuerst noch ein paar Höhenmeter, bevor er sich steinige Rampe zur Bergstation der Sesselbahn Eigernordwand hochzieht. 
Hier ist der höchste Punkt erreicht und es wird Zeit für den Lunch.



Schlussanstieg zum Eigergletscher
Nach einer für meine Verhältnisse ausgiebigen Pause begebe ich mich auf den Moränenweg, welcher mich in Richtung Wengernalp führt. Der Gletscherschwund wird einem hier so richtig bewusst. Noch vor einigen Jahren wäre man dem Gletscher noch viel näher gewesen. Jetzt hat er sich bis weit den Eigerwestgrat hoch zurückgezogen. 
Der Moränenweg führt steil abwärts. Bereits nach rund 20 min bin ich an der Haaregg und schlage den Weg in Richtung Wyssi Flue ein. Ab hier geht es nicht mehr weit bis zur Wengernalp, wo ich nach einem Schlussspurt genau pünktlich die bereits überfüllte Bahn in Richtung Wengen erreiche. 



Fazit: 
Sehr schön angelegter, einfacher Wanderweg mit wenigen steilen Passagen. Am Wochenende quillt der Weg allerdings über vor allerhand mehr oder weniger wandertauglichen Menschen. Das trübt das Erlebnis leider deutlich. 

Mehr zu dieser Tour:



Sonntag, 24. Juli 2016

Bike to Niederhorn


Heute habe ich für einmal eine etwas andere Form von Wanderung vor mir. Da man nicht so richtig weiss, wie sich das Wetter entwickeln wird, wähle ich eine Tour, die ich fast jederzeit unterbrechen oder beliebig verlängern kann. 

Ich lade mein Bike in den Zug und fahre bis Thun. Von dort radle ich dem wunderschönen Thunersee entlang bis zur Beatenbucht. Von dort geht's mit der Standseilbahn nach Beatenberg. 
Ab Beatenberg folge ich mit dem Bike der Trottinetabfahrt aufwärts bis zur Mittelstation Vorsass. Ab hier geht es dann los mit der kurzen Wanderung. 


Eckdaten:
Startpunkt Bike: Beatenberg Station, 1121 müM
Endpunkt Bike: Mittelstation Vorsass, 1581 müM
Startpunkt Wanderung: Mittelstation Vorsass, 1581 müM
Endpunkt Wanderung: Mittelstation Vorsass, 1581 müM

Route:
Beatenberg Station - Mittelstation Vorsass - Vorsass Türli - Niederhorn (1934 müM) - Flösch - Vorsass 
Von dort mit dem Bike via Waldegg - Luegibrüggli - Unterseen - Gunten nach Thun

Zeitbedarf:
Bike Thun - Beatenbucht: 40 min
Bike Beatenberg - Vorsass: 45 min
Wanderung Vorsaas - Niederhorn: 35 min
Wanderung Niederhorn - Vorsass: 30 min
Bike Vosass - Thun: 1h 45min

Weg:
Thun - Beatenbucht: Hauptstrasse
Beatenberg - Vorsass: Asphaltiert, kaum Verkehr
Wanderweg: Aufwärts T2, mehrheitlich im Wald, sehr lehmig und mit Wurzeln durchzogen. Abwärts T2-, sehr einfach und nur sanfter Abstieg.
Beatenberg - Waldegg: Teilweise Naturweg (Kies)
Waldegg - Unterseen - Thun: Hauptstrasse



Wegbeschreibung:
Mit dem Bike fahre ich über die Hauptstrasse dem Thunersee entlang zur Beatenbucht. Die Route ist flach, auf kurzen Abschnitten kann man als Radfahrer das Trottoir benutzen. Zum Glück hat es am Sonntagvormittag kaum Verkehr auf dieser Strasse.
Jeweils in der Mitte der zu durchquerenden Dörfer hat es ganz kurze Anstiege. Nach knapp 40min treffe ich in der Beatenbucht ein und fahre mit der Standseilbahn hoch nach Beatenberg.

Ab Beatenberg führt eine durchchwegs asphaltierte Fahrstrasse zur Mittelstation Vorsass. Die Höhendifferenz von 460hm verteilt sich sehr regelmässig und angenehm auf eine Strecke von ca. 6km. Ab und zu kommen einem Trottinettfahrer vorbei, die sich in Gruppen auf die gesamte Breite der Strass verteilen. Da ist etwas Vorsicht geboten.



Nach rund 45 min biken erreiche ich die Mittelstation Vorsass. Hier stärke ich mich mit meinem PicNic und stelle das Bike ab. Von hier aus geht es zu Fuss weiter. Ich wähle für den Aufstieg die etwas steilere Variante via Vorsass Türli. Der Pfad führt zunächst links über eine Wiese auf den Wald zu. Der Pfad ist pflotschig - hier gab es in den letzten Tagen offenbar häufiger heftige Niederschläge. Auch im Wald  ist der Weg nass und dadurch glatt. Manchmal stehe ich knöcheltief im Morast. Der Weg ist einigermassen steil und so sind gewinne ich sehr rasch an Höhe. Nach nur rund 35 min habe ich das Niederhorn erreicht. Die Sicht ist leider wolkenverhangen, und ich kann nur schemenhaft den Thunersee und die Bödeli-Region erahnen. Ein längerer Aufenthalt macht hier oben also keinen Sinn, und ich mache mich sofort auf den Rückweg. Der Wanderweg via Flösch ist deutlich weniger steil und auch weniger nass als die Route im Aufstieg. Nach angenehmen 30min hinunterlaufen bin ich wieder bei der Mittelstation.

Nach einer erneuten kurzen Pause setze ich mich aufs Bike und folge der anderen Trottinett-Route Richtung Beatenberg. Diese Strecke hat teilweise Naturbelag und einige Gegensteigungen zu überwinden. Bei der Waldegg biege ich auf die Hauptstrasse ein und begebe mich auf die schier endlose Abfahrt über 600hm hinunter nach Unterseen. 
Ab Unterseen warten noch 20km Radtour dem Thunersee entlang auf mich. Zu den Beatushöhlen geht es nochmals etwa 40hm hoch. Glücklicherweise hat es immer noch nicht sehr viel Verkehr, so dass ich die wunderschöne Route auch etwas geniessen kann.
Trotudem bin ich froh, als ich in Thun ankomme und mein Bike für den Nachhauseweg in den Zug laden kann. 

Übersichtskarte Niederhorn: 

Mittwoch, 20. Juli 2016

Über den Hochstollen zum Abgschütz

Der Himmel ist immer noch wolkenlos. Ein weiterer wunderbarer Wandertag steht bevor.

Nach einigen Touren im Wallis sollte es heute eine ganz andere Kulisse geben. Der Weg wird mich heute von Hasliberg Käserstatt nach Melchsee-Frutt führen. Wenn man Beiträge zur Wanderung über den Hochstollen und das Abschütz liest, stösst man immer wieder auf Hinweise wie "leichte Kletterei", "ausgesetzt", "höchste Vorsicht" und ähnliches. Nun gut, es wird schon irgendwie gehen, ist der Weg doch als weiss-rot-weisser Bergweg deklariert. 
Um Punkt 11:00 starte ich bei der Bergstation Käserstatt zu dieser Tour ins Herzen der Schweiz.



Tagesziel Hochstollen
Eckdaten: 
Startpunkt: Bergstation Käserstatt, 1840 müM
Endpunkt: Melchsee-Frutt, 1902 müM

Route:
Käserstatt - Hochsträss - Wit Ris -
Hochstollen (2481 müM) - Abgschütz - Melchsee-Frutt 

Wanderzeiten:
Käserstatt - Hochsträss: 40 min
Hochsträss - Hochstollen: 45 min
Hochstollen - Melchsee-Frutt: 75 min

Total: 2h 40min

Weg:
Durchwegs T2, gut unterhalten und in sehr gutem Zustand.


Wegbeschreibung:
Von der Käserstatt folgt der Weg zunächst der Skipiste. Daher ist der Weg zum Einlaufen recht steil, und ich gewinne sehr rasch an Höhe. Nach knapp 40 Minuten ist die Bergstation der Sesselbahn erreicht und mit 340 Höhenmetern ist die Hälfte der Höhendifferenz bereits zurückgelegt.

Felsformation kurz vor dem Hochstollen
Der Weg folgt nun dem Hohsträss, einem Grat, der in Richtung Wit Rit führt. Bereits sieht man deutlich das Tages, den Hochstollen. Am Ende des Hohsträss-Grates zweigt der Weg zum Hochstollen nach links ab. Rechts würde die alpine Route zum Rothorn führen. 

Der Weg führt nun geradewegs auf den Wit Rit zu. Offenbar soll es hie einige äusserst exponierte Stellen geben. Ok, aber wo sind sie denn? Ich konnte sie nirgends finden. Der Weg ist durchwegs wunderbar begehbar und auch nicht ausgesetzt. Einzig kurz nach dem Wit Rit überquere ich noch einmal einen kurzen Grat, der üblicherweise mit Drahtseilen gesichert wäre. Allerdings liegen diese allesamt am Boden. Dennoch ist der Grat absolut problemlos zu traversieren. 

Brienzersee und Thunersee
Noch ein paar Meter und dann ist der Hochstollen nach ca. 1h 25min erreicht. 
Die Aussicht ist fantastisch. Jede der vier Windrichtungen bietet ein völlig anderes Panorama: östlich sieht man auf die Melchsee-Frutt mit den Seen, südlich grüsst das Haslital mit dem Ritzlihorn, westlich blicke ich auf den Brienzer- und Thunersee und im Norden befindet sich das Entlebuch und Emmental. 

Eine längere Rast lohnt sich bevor ich in Richtung Abgschütz weiterziehe. Über diese Wegpartie las ich, dass man eine eindrückliche und äusserst abschüssige Geröllhalde traversieren müsse. Doch auch diese konnte ich nicht finden. Der Weg führte gut befestigt durch etwas steinigeres Gelände. 

Bald ist das Abschütz, eigentlich ein sanfter Grat, erreicht. Von hier geht es relativ steil durch Weidegelände bergab - stets auf die leider sehr verbaute Melchsee-Frutt zu. 

Melchsee und Tannsee
Nach 75 min Abstieg ist das Ziel erreicht. Die Melchsee-Frutt ist recht belebt aber leider auch sehr unschön überbaut. Neue mächtige Hotelresorts prägen das Bild der eigentlich beschaulichen Hochebene. 

Fazit:
Die Wanderung ist sehr lohnenswert. Für berggewohnte Wanderer hat es keinerlei heikle Stellen. 
Die Aussicht ist extrem abwechslungsreich und man bekommt auf einer so kurzen Wanderung sehr vielseitige Panoramen geboten.


Samstag, 16. Juli 2016

Lauberhorn-Trail


Endlich verspricht das Wetter auch auf der Alpennordseite viel Sonne, jedoch immer noch recht kühl. Im Vorfeld wäge ich verschiedene Routen ab: Abgschütz und Hochstollen? Noch zu nass... Eigertrail? Zu schattig... Oberhornsee? Zu lange...

Eher zufällig stosse ich auf die Idee des Lauberhorn-Trails und entschliesse mich dazu, die Lauberhornabfahrt zu machen. Zu Fuss - bergauf!
Um 10:00 steige ich in Wengen Allmend aus dem Zug und nehme die rund 1000hm bis zum Lauberhorngipfel unter die Füsse.




Eckdaten:
Startpunkt: Station Wengen Allmend, 1493 müM
Endpunkt: Männlichen Bergstation, 2221 müM

Route:
Allmend - Hundschopf - Lauberhornschulter - Lauberhorn Start - Lauberhorn Gipfel (2471 müM) - Honegg - Männlichen Gipfel (2342 müM) - Männlichen Bergstation

Wanderzeiten:
Allmend - Hundschopf: 60 min
Hundschopf - Lauberhorn Start: 40 min
Lauberhorn Start - Lauberhorn Gipfel: 20 min
Lauberhorn Gipfel - Männlichen Station: 70 min
Männlichen Station - Gipfel - Station: 20 min

Total: 3h 30min

Weg: 
Allmend bis Hanegg T1, schattig durch den Wald. Danach weitgehend T2. Höhenweg Kleine Scheidegg - Männlichen T1. 


Wegbeschreibung: 
Der Weg von Wengen Allmend bis zur Hanegg, wo der eigentliche Lauberhorntrail beginnt, führt auf einer Fuhrstrasse durch den Wald. Da es am morgen noch frisch (um nicht zu sagen: kalt) ist, gehe ich sehr zügig. Der Weg steigt angenehm und nach 20min Gehzeit liegen die ersten 100 Höhenmeter und das schattige Waldstück hinter mir. Ab Hanegg folgt der Weg nun d Lauberhornabfahrt. Der Pfad windet sich steil hinauf, und es ist durchaus erklärbar, wie die Rennfahrer im Winter hier auf eine Geschwindigkeit von über 130km/h kommen können. Der Weg führt unter dem Brüggli durch und lässt die Station Wengernalp rechts liegen. Denn noch vor der Station zweigt der Wanderweg ab und führt in steilem Zickzack hoch zum Hundschopf. Von oberhalb hat man eine herrliche Sicht auf die grossen Drei, Eiger, Mönch und Jungfrau, aber auch in Richtung Trachsellauenen.
Weiter führt der Weg - nun sanfter steigend - über die Lauberhornschulter stetig dem Starthaus der berühmten Abfahrt entgegen. 
Hier oben ist es zwar sonnig, aber dennoch zieht ein kühler Wind, und ich bin froh um Mütze und Handschuhe.

Beim Starthaus angekommen, setze ich den Weg sofort in Richtung Lauberhorn Gipfel fort, der noch rund 150 Höhenmeter weiter oben liegt. Nach knapp 20 min ist der Gipfel erreicht. Die Aussicht ist unvergleichlich! Drei Bänklein laden zur Rast ein - wenn nur der bissige Wind nicht wäre, könnte ,an hier gut verweilen. Insgesamt ist es erstaunlich, dass trotz der berühmten Affiche nur wenige Leute auf diesem schönen und einfachen Trail unterwegs sind.






Leider friere ich bald und ziehe deshalb weiter. Zunächst auf gleichem Weg bis kurz nach der Bergstation der Sesselbahn Lauberhorn. Nach ca. 150m zweigt links ein schmaler unmarkierter Pfad ab. Er führt mich in Richtung Rotsteckli, wo der schmale und im Moment wenig begangene Pfad auf die Wanderautobahn zwischen Männlichen und Kleiner Scheidegg trifft. 
Hier wandert alles und jeder - zudem ist heute noch der Eiger Ultra Trail am laufen. Alleine ist man da also nicht mehr.

Während ca. 30 min folge ich der Wanderautobahn bis zur Bergstation Männlichen und hänge mit zusätzlichen 120hm und 20 min noch den Männlichen Gipfel an. 

Letztlich lasse ich mich nach 3h 30min wandern von der Gondelbahn nach Wengern transportieren. 


Mehr zu dieser Tour inkl. Karte zum Download auf Wanderland.ch.

Montag, 4. Juli 2016

Ochse - der grosse Nachbar vom Gantrisch


Endlich ist das Wetter auch am Wochenende sommerlich. Die Wandersaison kann endlich eröffnet werden. Um dein Einstieg in die Saison gemütlich zu gestalten, wähle ich eine Halbtagestour aus. Der Ochsen steht schon seit Längerem auf der Wunschliste und eignet sich mit einer kurzen Anreise und 800 zu erwandernden Höhenmeter hervorragend als Halbtagesausflug.
Um 10:40 stelle ich mein Auto im auf dem Parkplatz beim Skilift Schwefelberg ab und wandere los.



Eckdaten:
Startpunkt: Parkplatz Skilift Schwefelberg, 1389 müM
Endpunkt: Parkplatz Skilift Schwefelberg, 1389 müM

Route:
Schwefelbergbad - Louibode - Louigrat -
Alpligenalm - Ochsen (2188 müM)
Gleicher Weg zurück

Wanderzeit:
Schwefelbergbad - Louiboden: 20 min
Louiboden - Alpigenalm: 60 min
Alpiglenalm - Ochsen: 20 min
Rückweg: 65 min

Total: 2h 45min

Weg:
Durchwegs T2, in sehr gutem Zustand, obwohl teilweise sehr matschig. Gipfelanstieg T3.



Wegbeschreibung:
Beim Parkplatz startet der Weg zunächst im Wald, am Hotel Schwefelbergbad vorbei. Schon zu Beginn steigt der Weg an. Bald ist man aus dem Wald hinaus und traversiert eine Weide, geradewegs auf den Skilift zu. 

Der Weg steigt mehr oder weniger gemächlich an bis zum Louiboden auf 1550 müM;. 
Von hier aus steigt der Weg merklich steiler an. Für einen Weg in den Voralpen ist die Steigung sogar sehr ordentlich.
Der Weg zieht sich über Weiden und folgt dann nach dem Ende des Skilifts dem Louigrat. Auf der rechten Seite fällt das Gelände steil ab. Fehltritte oder Rutscher im matschigen Gelände wären nicht wünschenswert. 


Mittlerweile öffnete sich die Sicht und es ist linkerhand ein erster Blick auf das Tagesziel möglich. Auf der rechten Seite kann ich kurz einen Blick auf die Kaiseregg werfen, bevor diese gleich wieder im Nebelschwaden verschwindet. 


Am Ende des Louigrates ist der grösste Teil der Höhendifferenz geschafft. Auf 2025 müM ändert sich das Gelände und man traversiert oberhalb einer grossen Halde zum Punkt 2016.

Nun kommt noch der nahrhafte Schlussanstieg zum Gipfel. Zunächst auf einem T2-Pfad über eine Wiese, später im steilen Felsgelände wenig exponiert auf einem T3-Weg. Der Schlussanstieg ist steil aber nicht all zu lang. An einigen Stellen lohnt sich das Kraxeln auf allen Vieren.


Nach rund 1h 45min wandern ist der Gipfel erreicht. Leider gibt es keine Fernsicht. Die Nebelschwaden winden sich dicht um den Gipfel. Schade, aber nicht zu ändern.

Nach einer kurzen Mittagsrast verlasse ich den Gipfel wieder und nehme den Rückweg (leider auf der gleichen Route) in Angriff.

Nach rund einer Stunde Abstieg (Vorsicht: Der Matsch ist rutschig!) bin ich zurück beim Auto. Und wie das so üblich ist: Nun wäre der Gipfel in der Sonne...


Fazit:

Der Weg auf den Ochsen ist eine nette und lohnende Halbtagestour. Weniger begangen als die Gantrisch-Route aber dennoch nicht einsam.
Einziger Wehmutstropfen ist, dass man den Hin- und Rückweg auf der gleichen Route zurücklegen muss.


Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com




Mittwoch, 22. Juli 2015

Sidelhorn - halb Bern, halb Wallis

Tagesziel Sidelhorn
Heute stand das Sidelhorn im Zentrum meiner Wanderkarte. Vom Grimselpass aus soll das Sidelhorn nach zurücklegen von 600 Höhenmetern in knapp 2 Stunden zu erreichen sein. 
Bereits die Anreise ist ein Erlebnis, sitzt man doch im Postauto, welches Gäste in einer Vierpässefahrt über Grimsel, Nufenen, Gotthard und Susten befördert. Der Chauffeur erklärt während der Fahrt die Eigenheiten rund ums Haslital. 
Um 10:30 ist die Passhöhe erreicht und die Wanderung kann beginnen.






Steinmann auf dem Gipfel des Sidelhorns

Eckdaten:
Startpunkt: Grimsel Passhöhe, 2164 müM
Endpunkt: Grimsel Passhöhe, 2164 müM

Route: 
Grimsel Passhöhe - Husegghütte - Sidelhorn - Triebtenseelücke - Grimsel Passhöhe

Wanderzeit:
Grimsel - Husegghütte: 40min

Husegghütte - Sidelhorn: 1h
Sidelhorn - Grimsel: 1h 15min

Weg:
T2, Abstieg vom Gipfel kurzzeitig T3 auf Blockgelände





Wegbeschreibung:

Blick zum Totensee
Bei der Grimsel Passhöhe beginnt der Weg zunächst kurz entlang der Fahrstrasse zum Berghaus Oberaar. Bereits nach 300 Metern zweigt der Wanderweg links ab und steigt in engen Kehren die ersten 300 Höhenmeter zur Husegghütte an. 
Dort verzweigt sich der Weg Richtung Oberaar oder Sidelhorn. Ich wähle die zweite Variante und steige direkt auf das Sidelhorn zu. Vorerst führt der Weg noch angenehm ansteigend durch etwas Vegetation. Bald aber steht man vor dem Grat, welcher zum Gipfel führt. Hier schlängelt sich der Weg durch Geröll- und Steinhaufen, steil aber nirgends ausgesetzt. 
Die Aussicht ist trotz Wolken gewaltig. Gelmersee, Rättrichsbodensee, Grimselsee und Totensee, aber auch die Gipfel der östlichen Berner Alpen und der Ober- und Unteraargletscher sind zu erkennen.


Triebtensee und Grimselsee
Nach gemütlichen 1h 40min Aufstieg ist der Gipfel erreicht. Leider sind die Walliser Alpen erneut in den Wolken versteckt, dennoch findet das PicNic bei toller Aussicht statt.

Der Abstieg führt über ein wegloses, ausgedehntes Blockfeld. Vorsichtiges Gehen ist angesagt, doch der Abstieg ist ebenfalls nirgends ausgesetzt.

In der Triebtenlücke zweigt der Weg rechts Richtung Bern und links Richtung Wallis ab. Ich wähle die Walliser Seite. In rund 45min führt so der Weg stetig sinkend südwestlich ums Sidelhorn herum zurück zum Grimsel Pass. Gerade noch vor dem einsetzenden Regen ist die Passhöhe erreicht und die Wanderung, die sich trotz Wolken sehr gelohnt hat, beendet.




Donnerstag, 16. Juli 2015

Engelberg - Jochpass - Engstlenalp

Ebene bei Trüebsee 
Heute wanderte ich wieder einmal ein Stück über die Via Alpina. Der Zubringer zum Berner Oberland führt von Engelberg über den Jochpass auf die Engstlenalp.
Die Anreise via Luzern nach Engelberg geht verhältnismässig zügig, jedoch war der Regiozug ab Luzern berstend voll - auf jeden Fall bis zur Stanserhornbahn. Von dort an war es im Zuzg wie später auf den Wanderwegen: Bevölkert aber nicht überfüllt. 
Um kurz vor 10 Uhr startete ich am Bahnhof Engelberg zu meiner Wanderung.



Eckdaten: 
Trüebsee
Startpunkt: Engelberg Bahnhof, 1009 müM
Endpunkt: Engstlenalp, 1834 müM

Route:
Engelberg - Trüebsee - Jochpass (2207 müM) - Engstlenalp

Wanderzeit:
Engelberg – Gerschnialp: 35 min
Gerschnialp - Trüebsee Station: 1h 10min
Trüebsee Station - Jochpass: 1h 15min
Jochpass - Engstlenalp: 50 min

Weg: 
Durchgehend T2-



Wegbeschreibung:
Ab Bahnhof Engelberg gibt es ein ca. 5minütiges flaches WarmUp, um das Dorf zu verlassen. Rechterhand sieht man dabei die Sprungschanzen, auf welchen Simon Ammanns grosse Karriere begann.

Beim Restaurant Bänklialp beginnt der Anstieg zur Überwindung von insgesamt 1200 Höhenmetern. Diese überwindet man auf dieser Route in drei Abschnitten.
Der erste Abschnitt führt fast komplett angenehm und regelmässig ansteigend durch den Wald bis zur Gerschnialp. Hier geht es ziemlich flach und sonnig über Kuhweiden bis beim nächsten Waldrand die nächste Etappe des Anstiegs wartet. Diese führt über fast 500hm steil hoch zur Station Trüebsee, die bereits sichtbar ist. Zum Glück erfolgt auch dieser Anstieg fast vollständig im Wald. Doch auch so fliesst der Schweiss in Strömen. Obwohl der Weg steil ist, bekomme ich einen guten Rhythmus. Für die knapp 500hm brauche ich rund eine Stunde. Oben angekommen bin ich schockiert von den Baustellen, die mir entgegenschlagen. Offenbar werden mehrere neue Bergbahnen erbaut. Da es bereits sehr viele davon hat in diesem Gebiet, verstehe ich nicht, warum es noch mehr davon braucht.

Schnell mache ich mich wieder davon um die dritte Steigungsetappe in Angriff zu nehmen. Zunächst muss ich wenige Höhenmeter zum Trüebsee absteigen. Auf der anderen Seite des Sees sehe ich bereits den Weg, der sich durch viel Vegetation bergwärts schlängelt. Ich zweige also auf diesen Weg ab. Ich bin froh, dass die Pflanzen etwas Kühle abstrahlen. 

Engstlensee
Der Weg windet sich mal steiler und mal flacher in vielen Spitzkehren den Hang hinauf. Da die Beine langsam müde sind und die Hitze drückt, bin ich froh, nach 75min den Jochpasas erreicht zu haben. Auch hier hat es viele hässliche Bahnstationen. Daher gehe ich ohne Rast weiter, denn nur wenige Schritte weiter vorn bietet sich mir ein wunderschöner Blick auf den Engstlensee. Der Abstieg aufs Seeniveau braucht ca. 45min. Nun setze ich mich hin und gönne meinen Füssen ein kühles Bad im See. Das tut gut!


Nun sind es nur noch 5min bis zur Busstation auf der Engstlenalp. Ab hier kann ich im Postauto die Fahrt durch das landschaftlich wunderschöne Gental geniessen. 



Dienstag, 14. Juli 2015

Rundwanderung Iffigenalp - Iffighorn - Iffigensee - Iffigenalp

Weg hinauf zum Iffigensee
Als  Ausgangspunkt für die heutige Wanderung diente mir - wie bereits für die kürzliche Tour zur Wildsturbelhütte - erneut die Iffigenalp. Jedoch war heute das Postauto von der Lenk zur Iffigenalp komplett überfüllt. So erschien mir die halbstündige Fahrt viel länger als beim letzten Mal. 
Nicht weniger begeistert war ich auch heute von der Ruhe, welche die Iffigenalp ausstrahlt. 
Um kurz nach 10 Uhr startete ich heute zur Rundwanderung, welche mich über das Iffighorn zum Iffigensee und zurück zur Iffgenalp führen soll. 






Eckdaten:
Startpunkt: Iffigenalp, 1584 müM
Endpunkt: Iffigenalp, 1584 müM

Route: 
Iffigenalp - Groppi - Chessi - Iffighorn (2389 müM)- 
Iffigensee - Groppi - Iffigenalp

Wanderzeit:
Iffigenalp - Groppi: 30min
Groppi - Chessi: 30min
Chessi - Iffighorn: 1h 15min
Iffighorn - Iffigensee: 35min
Iffigensee - Iffigenalp: 1h 05min
Total: 3h 55min

Weg:
T2, zwischen Iffigenalp und Groppi T1


Wegbeschreibung:
Von der Iffigenalp geht es gemütlich steigend auf der Fuhrstrasse zur Alp Groppi. Diese erste halbe Stunde ist ein wunderbares Warm Up für die danach kommende happige Steigung.
Bei der Alp Groppi hat man die Wahl, ob man auf der Rundwanderung zuerst zum Iffigensee hochsteigt (bereits von Weitem sieht die Steigung sehr nahrhaft aus!) oder ob man als erstes das Iffighorn besucht.
Ich entscheide mich für Letzteres, da hier ein beträchtlicher Teil der Steigung im Wald zu liegen scheint. Ich zweige rechts vom Hauptweg ab. Der Weg führt in einer noch angenehmen Rampe auf den Wald zu. Von dort an wird der Weg allmählich steiler. Bei der Felswand, die scheinbar den Weg versperrt, schlängelt sich der Pfad in engem Zickzack eine Felslücke hoch zum Chessi.   

Louenenhorn, Giferspitz und Wistätthorn
Ab hier führt der Pfad durch Blumenwiesen west- und weiter aufwärts. Das Panorama hier oben ist fantastisch. Auf dem gesamten Weg zum Iffighorn sieht man rechts das Louenenhorn, den Giferspitz und das Wistätthorn. Beim Blick zurück thronen das Albristhorn und der Ammertenspitz prominent im Osten. 
Der Aufstieg zum Iffighorn zieht sich hin. Immer wieder kommt noch ein zu überwindender Hügel. Zwischenzeitlich ist die Steigung auch nochmals gehörig.

Nach insgesamt 2h 15min stehe ich dann auf dem "Gipfel" des Iffighorns. Es ist zwar eher ein Buckel, aber es hat immerhin ein Gipfelbuch. 



Nach kurzer Rast geht es weiter mit dem Abstieg. Die PicNic-Pause lohnt sich sicherlich am See. Also geht es vorerst noch 35min relativ steil, und weil der Boden total ausgetrocknet ist auch sehr rutschig, abwärts. 

Der See ist zwar kalt, dennoch hat es mehrere Leute, die sich ein Bad darin gönnen. Mir reicht es, die Füsse zu kühlen.

Nun steht - nach ein paar mehr oder weniger flachen Metern - noch der steile Abstieg zur Alp Groppi an. Da das Postauto nur einmal pro Stunde fährt und ich das 15:00-Exemplar unbedingt erreichen möchte, muss ich das Tempo etwas forcieren. In gut einer Stunde ist der Weg zur Iffigenalp zurückgelegt, allerdings in sehr sportlichem Tempo. 

Die Rundwanderung ist aussichtsreich und trotz einigen happigen An- und Abstiegen angenehm und vor allem sehr aussichtsreich. 

Mehr zu dieser Tour gibt es auf Wanderland.ch.






Samstag, 11. Juli 2015

Durchs Geröll über den Ärtlengrat zur Gemmi

Engstligenalp
Heute war wieder Wandertag. Auf Grund der trockenen und sehr heissen Wetterlage der vergangenen Woche, waren nun bis auf 3000müM fast alle Schneefelder weggeschmolzen. So konnte ich die Wanderung zum Tschingellochtighorn, welche ich bereits vor 14 Tagen machen wollte, unter die Füsse nehmen.
Die Engstligenalpbahn brachte mich schweissfrei auf 1965 müM zum Augangspunkt meiner Wanderung. Die Gondel ist voll, was etwas Betrieb auf den Wanderwegen verspricht - jedoch nur wenige begeben sich auf "meine" Route.






Weg unterhalb des Tschinellochtighorns
Eckdaten:
Startpunkt: Engstligenalp Bergstation, 1965 müM
Endpunkt: Gemmi Bergstation, 2346 müM

Route:
Engstligenalp - Aertlengrat - Chindbettipass (2623 müM) -
Rote Chumme (2628 müM) - Gemmipass (2346 müM)

Wanderzeit:
Engstligenalp - Ärtlengrat: 1h 30min
Ärtlengrat - Chindbettipass: 30 min
Chindbettipass - Rote Chumme: 40 min
Rote Chumme - Gemmi: 1h 50min
Total: 4h 30min

Weg: 
Fast durchgehend T3 bis T3+, ab Daubensee bis zur Gemmi T2





Wegbeschreibung:

Tschingellochtighorn
Beim Berghaus Engstligenalp zweigt ein breiter Weg in Richtung Engstligengrat nach links ab. Etwas verwirrlich: der auf der Karte vermerkte Ärtlengrat ist auf keinem Wegweiser zu finden. Da aber das Tschingellochtighorn, das ich ca. 100hm unterhalb des. Gipfels umgehen werde, sehr markant ist, ist der einzuschlagende Weg klar. 

Bereits kurz nach dem Start wird der Weg recht steil. Ab der Abzweigung zum hinteren Lohner kann man sagen sehr steil. Der Weg verläuft einmal breiter, einmal schmaler auf dem Ärtlengrat aufwärts. 
Nach enden der Vegetation besteht der Weg nur noch aus Sand und Geröll, welches bei der extremen Trockenheit leicht ins rutschen kommt. Die letzten Meter rechts unterhalb des Tschingellochtighorns vorbei sind zudem ziemlich ausgesetzt und der Pfad ist abschüssig und schmal. Äusserste Vorsicht ist geboten,  wenn man nicht ausrutschen will.


Nach 90 min habe ich den Entschlengrat erreicht. Noch immer geht es etwas bergauf, nun aber auf breiter Spur. Der Weg hält auf das Chindbettihorn zu, welches ich ebenfalls rechts umgehe. Hier ist der Weg erneut knochentrocken und voller rutschigem Schiefer. Zudem bläst vom der Seite ein starker Wind, was ebenfalls ziemlich irritierend ist. Ich bin froh, als ich den Chindbettipass erreicht habe. 
Auch dort windet es stark, und ich wandere sofort weiter, nun abwärts zum Tälli. Auf der anderen Seite geht es gleich wieder steil hoch. Doch dann sind die Aufstiege mehr oder weniger geschafft. 

Blick auf den Tällisee
Ich überlege, ob ich noch weiter aufs Felsenhorn ziehen soll. Entgegenkommende Wanderer meinen, es sei zwar weg- aber auch problemlos. So gehe ich ca. 10min aufwärts, wende dann aber und kehre zur Roten Chumme zurück ohne den Gipfel erreicht zu haben. 

Nun geht es sehr steil abwärts. Die Beine sind bereits müde - immerhin bin ich schon mehr als 3h ohne Pause unterwegs. Doch es bietet sich kein Platz zum Rasten an. 

Also bringe ich den gesamten Abstieg von der Roten Chumme bis zum Daubensee hinter mich. Wie immer auf dem Weg zur Gemmi nimmt der Weg kein Ende. Noch eine Kurve, noch eine Gegensteigung - und zum Schluss noch die 140hm vom Daubensee zum Gemmipass. 

Nach 4h 30min erreiche ich endlich die Bergstation der Gemmibahn. Geschafft!


Fazit: 
Der ist grundsätzlich vor allem zwei Dinge: steil und staubtrocken!
Die Wanderung eignet sich definitiv nur für trittsichere und schwindelfreie Wanderer. Sicherlich ist der Weg nicht immer so staubig-rutschig wie heute, aber dennoch sind einige Passagen des Weges recht ausgesetzt.