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Sonntag, 11. Juni 2017

Mal wieder der Strüssligrat...

Das Dreigestirn wird zum Ende des Strüssligrats sichtbar
... zum Stockhorn.

Da heute hochsommerliche Hitze angesagt ist, will ich nach den gestrigen Anstrengungen heute Vormittag eine kleine Tour - wenn möglich ohne Abstieg unternehmen. Da bietet sich das nahe gelegene Stockhorn mit Bahn gut an. Der Parkplatz ist bereits proppen voll, es erwarteten mich also Unmengen von Menschen auf dem Gipfel - jedoch wird sich wohl nur ein ganz kleiner Teil davon über den Strüssligrat Richtung Gipfel bewegen.





Hinterstockensee
Eckdaten:
Startpunkt: Station Chrindi, 1637 müM
Endpunkt: Stockhorn Gipfel, 2190 müM

Route:
Chrindi - Alp Oberstocken - Strüssligrat - Stockhorn Gipfel

Wegzeiten:
Chrindi - Alp Oberstocken: 30min
Alp Oberstocken - Stockhorn Gipfel: 55min
Total: 1h25min

Weg:
Mehrheitlich T2, gepflegt und problemlos zu gehen, in der Schlucht teilweise mit Drahtseilen gesichert. In der Schlucht hat es 3 Metalltreppen bzw. -Leitern zu überwinden.
Chrind bis Alp Oberstocken, sowie Anstieg zum Gipfel: T2; Strüssligrat T3 - teilweise etwas kraxlig aber nirgends gefährlich.


Wegbeschreibung:
Für den Aufstieg ab Erlenbach fühle ich mich nicht genügend gut regeneriert, also nehme ich die Bahn bis zur Mittelstation Chrindi und beginne dort mit dem Aufstieg. Der Weg führt zunächst einige Höhenmeter abwärts an den Hinterstockensee. Diesen umlaufe ich zur Hälfte gegen den Uhrzeigersinn. Danach beginnt der Anstieg zur Alp Oberstocken. Dieser führt - bei diesen Temperaturen sehr angenehm - mehrheitlich durch den Wald. Bis zur Alp Oberstocken gewinne ich so die ersten 200hm.
Ich lasse die Alpbeiz links liegen und folge dem Wegweiser in Richtung Strüssligrat. Zunächst geht es beinahe weglos über Grad und Stein, bis einige Trockenmauer später wieder der deutliche Pfad erkennbar ist. Der Weg steigt nur flach an. Bald kommt der Oberstockensee in Sicht und hier macht der Weg einen Knick und führt nun sehr steil und teilweise etwas kraxlig durch die Felsen bergan. Der Weg ist nirgends gefährlich, aber ab und zu sind die Hände eine willkommene Hilfe bei der Trittfindung.

Sicht auf die Gantrischkette
Nach dem kurzen aber heftigen Anstieg durch die Felsen führt der Weg weiter sehr steil über eine Graswiese bergauf. Nun ist der eigentliche Grat erreicht, und es eröffnen sich linkerhand Tiefblicke in Richtung obere Walalp, das Gürbe- und Aaretal.

Oben am Grat angekommen hat man eine herrliche Sicht auf die Berner Hochalpen und auf die Gantrischkette.

Nun sind es nur noch wenige Höhenmeter, bis das Ziel, der Stockhorn Gipfel, in Sicht kommt.
Der Weg verläuft oberhalb eines Felsabruchs in Richtung Sattel. Von dort fehlen noch 150 Höhenmeter, die es im Zick Zack hoch geht zum Gipfel.

Wie erwartet hatte es auf dem Gipfel Unmengen von Menschen. Zum Glück habe ich mit der Route über den Strüssligrat einen wenig begangenen Weg gefunden. Während dem Aufstieg begegneten mir kaum ein Dutzend Menschen.

Da es auf dem Gipfel kaum Platz gibt in den Menschenmassen, steige ich schnell wieder ab zur Gondelstation und lasse mich von der Bahn gemütlich ins Tal fahren.



Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com


Freitag, 26. August 2016

Frühstück auf dem Gantrisch


Sommer - Sonne - Sonnenschein - seit Tagen lockt das tolle Spätsommerwetter zu Ausflügen in die Berge. Warum also nicht wieder einmal am Morgen vor der Arbeit eine Tour auf den Gantrisch planen? Die Temperaturen sind früh am Morgen noch angenehm, die Luft ist frisch und sauber, und es bilden sich noch keine Warteschlangen auf den Wanderwegen. Um 06:25 starte ich auf der Wasserscheide. Es ist ganz ruhig - selbst die Kühe sind noch im Ruhemodus. Los geht es in Richtung Leiternpass.



Eckdaten:
Startpunkt: Parkplatz Gurnigel Wasserscheide
Endpunkt: Parkplatz Gurnigel Wasserscheide

Route
Parkplatz Wasserscheide - Alp Obernünene - Leiternpass - Grätli - Gantrisch - Schibespitz - Morgetepass - Parkplatz Wasserscheide

Wanderzeiten:
Wasserscheide - Alp Obernünene: 20min
Alp Obernünene - Leiternpass: 20min
Leiternpass - Gantrischgipfel: 20min
Gantrischgipfel - Morgetepass: 25min
Morgetepass - Wasserscheide: 40min

Total: 2h 05min

Weg:
Mehrheitlich T2, Gipfelanstieg zum Gantrisch T3 mit Drahtseilen gesichert, etwas ausgesetzt.


Wegbeschreibung:
Nun, der Weg zum Gantrisch ist mir altbekannt. Fast jedes Jahr nehme ich ihn einmal unter die Füsse.
Nach dem Parkplatz geht es zunächst ca. 20min auf dem Fahrweg zur Alp Obernünene. Die ersten paar hundert Meter steigt der Weg grad ordentlich an, danach wird er flach. 

Nach der Alp Wirtschaft (die so früh am Morgen noch geschlossen war), wechselt der Weg zu T2. Es geht angenehm steigend auf den sich immer in Sichtweite befindenden Leiternpass zu. 
Dieser ist bald erreicht. 

Knapp vor dem Leiternpass zweige ich auf den etwas ausgesetzten Pfad über das Grätli ab. Von meinen früheren Wanderungen her kenne ich den Pfad und weiss, dass ich während ein paar Metern die Hände zu Hilfe nehmen werde. Heute ist der Pfad etwas glitschig, da es noch Morgentau auf den Steinen hat. Daher ist doppelte Vorsicht geboten. 

Die heikle Stelle ist schnell  passiert, und danach führt die Route wieder auf gutem T2 an der Südflanke des Gantrischs entlang zum Grat, welcher dann zum Schibespitz führt. Auf dem Grat zweige ich rechts ab, wo der eigentliche Gipfelanstieg beginnt. 
Vor ein paar Jahren hat mich der Aufstieg durch die mit Drahtseilen gesicherte Felsrinne noch beeindruckt, mittlerweile kenne ich den Anstieg und bringe ihn rasch hinter mich.

Um 07:25 Uhr habe ich den Gipfel erreicht. Es befinden sich bereits ca. 10 Personen oben, doch die verteilen sich auf dem breiten Gipfel recht gut. 
Nachmittags wäre der Andrang sicherlich grösser.

Ich lasse mich nieder und packe mein Frühstück aus dem Rucksack. Das habe ich mir nun verdient - Parkplatz Wasserscheide bis Gantrisch-Gipfel in 1h finde ich eine sportliche Leistung. 

Nach den Frühstück mache ich mich an den Abstieg. Die heikle, etwas ausgesetzte Felsrinne kraxle ich auch behänder hinunter als auch schon. Auf dem Grat halte ich gerade aus zum Schibespitz und von dort rechts hinunter zum Morgetenpass, der eben von den ersten Sonnenstrahlen erfasst wird. 
Auf dem Abstieg über den guten Weg ist es wieder glitschig vom Tau. 

Bald ist die Fuhrstrasse erreicht. Bei der unteren Gantrischhütte zweigt der Weg nochmals in den Wald ab und hält auf den Parkplatz Wasserscheide zu.
Nach flinken 2h 05 min Wandern treffe ich wieder beim Auto ein.
Das sehr frühe Aufstehen hat sich heute so richtig gelohnt!


Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com.






Freitag, 29. Juli 2016

Rotsteinpass - Lisengrat - Säntis

Hütte auf dem Rotsteinpass
Heute gibt es noch einmal einen Ausflug nach dem Motto "Zugfahrt mit etwas wandern". Wobei "etwas wandern" immerhin 1300 Höhenmeter beinhalten wird. 
Meine Reise führt mich für einmal in eine ganz andere Gegend der Schweiz. Via Zürich und Buchs fahre ich nach Wildhaus. Von dort aus nehme ich die solarbetriebene kleine Gondelbahn nach Gamplüt, wobei ich die 250 Höhemeter, welche die Bahn zurücklegt inkl. der Wartezeit zu Fuss wohl fast gleich schnell zurückgelegt hätte, denn die Bahn fährt immer erst, wenn die beiden Gondeln à 6 Personen voll sind. Das steht aber nirgends so deklariert.
Nach der schier endlosen Anreise kann ich um kurz nach 11 Uhr endlich loswandern. 


Eckdaten:
Startpunkt: Gamplüt Bergstation, 1354 müM
Endpunkt: Säntis Gipfel, 2501 müM

Route:
Gamplüt - Langenbüel - Schafboden - Rotsteinpass - Lisengrat - Chalbersäntis -
Säntis (2501 müM)

Wanderzeiten:
Gamplüt - Schafboden: 65 min
Schafboden - Rotsteinpass: 40 min
Rotsteinpass - Säntis: 60 min

Total: 2h 45min - bei sehr forschem Tempo!

Weg:
Bis Rotsteinpass T2.
Ab Rotsteinpass über den Lisengrat zum Chalbersäntis T3, teils exponiert aber sehr gut mit Drahtseilen gesichert. Es Bedarf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nur für erfahrene Wanderer zu empfehlen.
Gesamter Weg sehr gut unterhalten und gut signalisiert.

Wegbeschreibung:

Das Tagesziel Säntis
Ab Gamplüt folge ich zunächst der Fahrstrasse über eine Weide in Richtung Thurwies. Obwohl ich die Alp Thurwies links unter mit lasse, gehen auf dem Weg durch den Wald wertvolle 100 Höhenmeter verloren. Im Wald ist der Weg pflotschig und Aussicht gibt es auch keine. Zum Glück kann ich den Wald nach 25min hinter mir lassen und es kommt nun offenes Gelände. Das Tagesziel Säntis zeigt sich bereits in scheinbar greifbarer Nähe - allerdings gibt es noch 1300 Höhenmeter zu überwinden. 

Der Weg steigt nun ziemlich steil erneut über einen Fahrweg an. Bald zweigt ein weiss-rot-weiss markierter Bergweg in die Wiese ab und schlängelt sich hoch zur Alp Längenbühl. Die ersten 200 Höhenmeter sind geschafft!
Es geht weiter in mehr oder weniger engen Kehren hoch zum Schafboden. Dort gibt es eine kleine Alpwirtschaft, die ich aber nicht besuche. Ich gehe sofort weiter - bin grad gut im Flow und der Aufstieg fällt mir leicht. 

Wie einen Rampe führt der Weg dem Rotsteinpass entgegen. Ich finde einen guten Rhythmus, und nach ca. 1h 45min erreiche ich den Rotsteinpass. Hier gibt es eine hübsche Hütte mit einer Terrasse. Es scheint zwar die Sonne, aber der Wind bläst stark und kalt.

Ich marschiere weiter, nun auf den exponierten Lisengrat zu. Etwas entfernt sehe ich einen Felskopf, an dessen Seite sich markant im Zickzack ein Weg hochwindet. Es sind auch viele Leute zu erkennen. Ich frage mich, ob man dort zwingend hoch muss, oder ob es sich um einen Aussichtspunkt handelt, der umgangen werden kann. Bald darauf weiss ich es: Man muss dort rauf! Der Weg ist steil, wie Treppen in den Fels gehauen und ebenso wie die beiderseits abschüssigen Gratpassagen gut mit Drahtseilen gesichert. Dennoch eignet sich dieser Weg nur für berggewohnte Menschen - was offenbar nicht alle anwesenden vorher wussten. Für mich ist die Begehung des Grates attraktiv, jedoch bin ich inzwischen seit fast 2.5h ohne Pause unterwegs und die Kräfte schwinden langsam aber sicher zu Gunsten der Unterzuckerung. Eine Pause kommt aber nicht mehr in Frage, das ich sonst um wenige Minuten die Bahn verpassen und somit eine ganze Stunde verlieren würde. Noch dazu geht immer noch der giftige Wind, der auch nicht zum Verweilen einlädt. 

Exponierter Weg über den Lisengrat
Ich steige noch über ein paar kurze, exponierte Abstiege und Gegenanstiege. Es kommen mir viele nicht wirklich bergtaugliche Touristen entgegen. Das grenzt an gefährlich, wenn die hier weitergehen...  Schliesslich erreiche ich nach 2h 45min den Gipfel vom Säntis. Leider hat es entgegen den Vorhersagen rundherum Wolken. Sie sind nicht dicht, aber verhindern jegliche Fernsicht. Sehr schade!

Pünktlich zur Abfahrt der Gindelbahn erreiche ihc die Bergstation und fahre mit der Bahn auf die Schwägalp. 

Fazit:
Die Wanderung zum Säntis ist absolut lohnenswert. Gerade der Lisengrat ist für gewohnte Berggänger sehr attraktiv. 
Für die Fahrt mit der Gondelbahn Gamplüt gibt es keinen eigentlichen Fahrplan. Das kann einen gut durchdachten Zeitplan ziemlich durcheinander bringen. 

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Dienstag, 19. Juli 2016

Illhorn - Aussicht auf die Walliser 4000er


Das gute Wetter und meine damit verbundene Wanderfreude halten weiterhin an. Der Himmel ist wolkenlos und ich will heute unbedingt die Wanderung zum Illhorn nachholen.
Mit dem Postauto fahre ich ins Val d'Anniviers und steige in Chandolin aus. Von hier aus habe ich eine Vielzahl  von Möglichkeiten, wie ich die rund 5 Stunden bis zur Rückfahrt des Postautos verbringen kann. Als erstes werde ich die knapp 800 Höhenmeter auf das Illhorn in Angriff nehmen und danach schauen, ob es noch fürs Schwarzhorn reicht oder ob ich den Wandertag mit einem Fussbad im kühlen Illsee gemütlich abschliessen werde. 
Um 10:45 kommt das Postauto an und die aussichtsreiche Wanderung kann anfangen. 



Eckdaten:
Startpunkt: Chandolin Poste, 1979 müM
Endpunkt: Bergstation Tsapé, 2580 müM

Route:
Chandolin - Cabanne Illhorn - Pas d' Illsee - Illhorn (2717 müM) - 
Pas d' Illhorn - Illpass - Schwarzhorn (2790 müM) - Illpass - Bergstation Tsapé

Wanderzeiten:
Chandolin - Cabanne Illhorn: 20 min
Cabanne Illhorn - Pas d' Illhorn: 50 min
Pas d' Illhorn - Illhorn: 20 min
Illhorn - Illpass: 40 min
Illpass - Schwarzhorn: 40 min
Schwarzhorn - Tsapé: 40 min

Total: 3h 30min

Weg:
Gut ausgebauter Wanderweg T2 in meist offenem und übersichtlichem Gelände.
Illpass - Schwarzhorn eher T3-, teils im Blockgelände und etwas ausgesetzt.



Wegbeschreibung:

In Chandolin zweigt der Wanderweg gleich neben dem Tourismusbüro in den Wald ab. Man folgt wohl der Talabfahrt der Skipiste - hier ist der Weg noch breit, dafür recht steil für den Anfang.
Bald aber wird der Wanderweg schmaler, steigt immer noch anständig, und ich arbeite mich parallel zum Skilift zur Cabanne Illhorn hoch, welche ich nach 20 min erreiche. 

Einige Höhenmeter weiter kreuze ich den Skilift und steige weiter hoch. Im Moment ist der Weg weniger steil und schlängelt sich über die Skipiste hoch zur Alpage de Chandolin. Von dort geht es wieder etwas steiler die letzten 270 Höhenmeter zum Pas d' Illsee hoch.

Dort treffe ich auf alle Wanderer, welche den einfachen Weg aufs Illhorn wählen: Mit der Sesselbahn bis Tsapé und dann nur noch der Kurze Weg via Pas d' Illhorn auf den Gipfel. 
Jänu... Ich begebe mich auf die restlichen, doch recht steilen 175 Höhenmeter. 
Nach insgesamt 90min wandern stehe ich auf dem Gipfel und bestaune die Aussicht auf die Walliser 4000er ebenso wie die Tiefblicke auf den Illsee und in den imposanten Illgraben. 


Ich lasse mich zu einer Mittagsrast nieder und geniesse die prächtige Aussicht. 
Nach 25 min ziehe ich weiter, verlasse den Gipfel in Richtung Pas d' Illsee (eine andere Möglichkeit gibt es hier nicht) und folge anschliessend dem Weg zur Bergstation Tsapé. Dort angekommen enschliesse ich mich nach einem Vergleich zwischen Uhrzeit und Angaben auf dem Wegweiser dazu, dass ich meine noch nicht gestillte Wanderlaune noch mit einem Gang auf das Schwarzhorn austobe. Bald ist der Illpass erreicht und von dort steigt der Weg gleich sehr steil an der Flanke über dem Schwarzsee an. Schon bald habe ich Einiges an Höhe gewonnen. Der Weg wird schmaler und ausgesetzter. Bald folgt eine Traverse durch einfaches Blockgelände, dann wieder steilere Abschnitte und zum Schluss unterhalb des Gipfels wiederum etwas unübersichtliches Blockgelände. Die Markierungen haben auch schon bessere - sprich: deutlichere - Zeiten erlebt, so dass die Suche mach der nächsten Mrkierung nicht ganz einfach und die Orientierung im Blockgelände etwas schwierig ist. 


Doch ich erreiche den Gipfel welcher mit vielen grossen Steinmännern geschmückt ist. Die Aussicht ist auch hier fantastisch - und im Gegensatz zum überlaufenen Illhorn ist es hier verlassen und ruhig. 

Bald mache ich mich auf den Abstieg - suche wieder nach Markierungen und komme schliesslich nach 210 tollen Wanderminuten bei der Station Tsapé an, von wo aus ich mit der Sesselbahn zurück nach Chandolin fahre. 





Fazit:
Ein dickes "I like it!". Die Wanderung und die Aussicht sind fantastisch - nur zu empfehlen! Einzig die vielen Menschen auf dem Illhorn haben das Erlebnis etwas verfremdet. Auf dem einsamen Schwarzhorn war dies aber wieder vergessen.

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.ch.











Montag, 18. Juli 2016

Monte Moro Pass - immer noch wunderschön!

Der gestrige Wandertag fiel leider wegen Unterbrüchen bei der SBB aus. Sehr schade! Das Wetter und meine Motivation wären perfekt gewesen. Umso mehr wollte ich mir heute eine tolle Tour gönnen.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich eher zufällig die Wanderung vom Mattmarksee zum Monte Moro Pass unternommen. Und die Wanderung hat es mir angetan. Sie stand sofort wieder auf dem Wunschzettel für diesen Sommer, obwohl ich sonst lieber etwas mir noch Unbekanntes unter die Füsse nehme.

Heute wollte ich aber nochmals zur goldenen Madonna auf dem Monte Moro Pass hochsteigen.

Um 10:25 Uhr kommt das Postauto am Mattmarkdamm an, und die Wanderung durch die drei ganz unterschiedlichen Geländeabschnitte kann losgehen.

Abschnitt 1:
Wanderweg T1 dem See entlang vom Staudamm Mattmark bis zur Distelalp. Ca. 45min.



Abschnitt 2: 
Auf T2 Wanderweg mässig steil von der Distelalp zum Telliboden. Ca. 50 min



Und weiter geht es mit dem dritten Abschnitt:
Vom Telliboden zum Monte Moro Pass im Blockgelände T3 hoch zum Monte Moro Pass. Es gibt ein paar wenige kleine Schneefelder zum queren. 
Dauer: ca. 60 min. 

























Beim zweiten Begehen der Wanderroute gehe ich mit anderen Augen durch das Gelände - es ist aber nicht weniger beeindrucken und einfach nur wunderschön!
Im Gegensatz zur letztjährigen Wanderung konnte ich die Route gelassener angehen - ich wusste, dass die Seilbahn fährt, und ich hatte den Fahrplan für den Bus durchs wilde Anzascatal in der Tasche.


Die weiteren Eckdaten sowie die Angaben zur Wanderung sind im letztjährigen Post zu finden.





Sonntag, 10. Juli 2016

Wannihorn und Seetal

Es wartet erneut ein hochsommerlicher Tag. Bevor morgen die grossen Gewitter kommen, will ich nochmals in die Höhe. Die Beine haben sich von der gestrigen Tour über den Saflischpass einigermassen holt. Dennoch suche ich mir eine Destination, wo ich mehrere Möglichkeiten habe. Das Seetal(horn) bei Grächen bietet mir diese. Entweder ich mache den gesamten Aufstieg von ca. 1200hm zu Fuss, oder ich gönne mir die Fahrt mit der Hannigalpbahn, welche mir 450hm schenkt. Ich werde vor Ort entscheiden, wenn ich um 09:50 Uhr in Grächen ankomme.






Eckdaten:
Startpunkt: Bergstation Hannigalp, 2122 müM
Endpunkt: Bergstation Hannigalp, 2122 müM

Route:
Hannigalp - Chleini Furgge - Grossi Furgge - Wannihorn (2669 müM) - Küchenwang - Seetal Bergstation (2864 müM) - Heidnische Tossu - Stafel - Hannigalp

Wanderzeiten:
Hannigalp - Wannihorn: 75min
Wannihorn - Seetal: 60min
Seetal - Hannigalp: 60min

Total: 3h 15min

Weg:
Bis und mit Seetal fast durchgehend T3, Blockgelände oder Geröll, aber nirgends exponiert. Zu Beginn ca. 15min und Abstieg ab Seetal T2, teilweise über die Skipiste.


Wegbeschreibung:
Da ich mir ja über die Routenwahl zum Seetal noch nicht im Klaren war, suche ich vor Ort Rat. Der Wegweiser war wenig aussagekräftig, da er nur grobe Richtungen ohne Wegzeiten angibt. 

Als erstes beschliesse ich, nach der gestrigen langen Tour die Bergbahn zu beanspruchen und gondle auf die Hannigalp. Dort gibt mir der nette Angestellte an der Bergstation der Hannigalpbahn bereitwillig und ortskundig Auskunft.

Um 10:20 Uhr ziehe ich dann los und habe den Gratweg zum Wannihorn (oder auch Wannehorn, je nach Karte und Wegweiser) im Visier. Zunächst verläuft der Weg relativ steil aufwärts entlang der Skilifttrassen. Am Ende des Skilifts angekommen, zweigt der Weg zu, Grat ab, wird schmal und genau so wie ich die Wege mag: Zwischen Steinen und Blöcken geht es idyllisch aufwärts. Beobachtet werde ich einzig von zwei nicht ängstlichen Steinböcken Nach 40min ist die Grosse Furgge erreicht und ein Bänkli bietet sich für eine kurze Pause an. Mit Blick ins Rhonetal verpflege ich mich und nehme die 250 Höhenmeter bis zum Gipfel unter die Füsse. Ab hier verläuft der Weg komplett im Blockgelände. 

Auf jedem 3. Felsblock finden sich Wegmarkierungen. Man kann sich also nicht verlaufen. 
Insgesamt erinnert mich der Aufstieg sehr an die Route auf das Sidelhorn. Das Gelände ist ähnlich, das Panorama jedoch komplett anders.
Nach total 75min Wanderzeit (auf der Wanderkarte auf der Homepage von Grächen steht 2h10min...) stehe ich auf dem Gipfel vom Wannihorn. Absolut lohnenswert! Und ich bin ganz alleine dort oben - nicht wie auf anderen leicht erreichbaren Gipfeln...
Nach einer kurzen Pause ziehe ich weiter, verlasse den Gipfel westwärts in Richtung Küchenwang. 
Ab hier geht es während ca. 15min unterhalb des Distelhorns über eine Skitrasse. Dieses Wegstück ist wenig ansprechend. Ich gehe zügig voran, da es hier allenfalls auch zu Steinschlägen kommen könnte. 
Zum Schluss wartet noch ein happiger Anstieg von gut 200 Höhenmetern durch eine Geröllhalde auf mich. Der Weg ist markiert - allerdings mit gelb-schwarzen Rauten, was ich doch ein wenig untertrieben finde. Der Weg ist sicherlich eher ein T3 als ein T1...

Eine knappe halbe Stunde dauert es, bis ich das Seetal erreicht habe (also die Bergstation, nicht das Horn). Von dort an geht es nur noch abwärts. Lange Stücke folge ich der Skipiste. Nicht sehr idyllisch, doch es geht dafür zügig vorwärts. Vorsicht ist dennoch geboten. Denn der Weg ist staubtrocken, steil und rutschig.
Kurz vor dem Stafel zweigt der Weg (hier wieder rot-weiss-rot markiert) ab und schlängelt sich wunderschön durch einem kleinen Lärchenwald. 
Ab Stafel gelange ich auf den Spazierweg durch dem Stafelwald zurück zur Hannigalp, welche ich nach total 3h15min wandern erreiche. Ab hier geht's mit der Gondel talwärts.

Fazit:
Der Weg aufs Wannihorn ist wunderschön und absolut lohnenswert. Es braucht etwas Übung im Blockgelände, aber der Weg ist nicht exponiert, daher leicht begehbar für trittsichere Wanderer.
Der Weg zum Seetal ist wenig idyllisch. Bei wolkenlosem Wetter wäre die Aussicht aber sehr schön.





Montag, 13. Juli 2015

Monte Moro Pass

Mattmark Stausee
Obwohl der Himmel heute morgen bedeckt war, entschloss ich mich dazu, ins Wallis zu fahren. Der Wetterbericht versprach für den Nachmittag mehrheitlich sonniges Wetter. Im schlimmsten Fall konnte ich in Visp immer noch umkehren.
Das tat ich aber nicht und stieg ins Postauto Richtung Saastal. Nach erneutem Umsteigen in Saas Grund traf ich um kurz vor 11:30 am beeindruckenden Mattmark-Staudamm ein. Und ich war nicht alleine... 
Geplant war eine Wanderung zur Distelalp, weiter zum Tälliboden und via Ofental zurück zum Staudamm.
Aber Pläne kann man auch ändern ✌




Weg von Tälliboden zum Monte Moro-Pass

Eckdaten
Startpunkt: Staudamm Mattmark, 2203 müM
Endpunkt: Monte Moro Pass, 2846 müM

Route:
Mattmark Staudamm - Distelalp - Tälliboden - 
Monte Moro Pass (2846 müM)

Wanderzeit:
Mattmark Staudamm - Distelalp: 40 min
Distelalp - Tälliboden: 50 min
Tälliboden - Monte Moro Pass: 50 min
Total: 2h 40min

Weg :
Entlang dem Stausee: T1, Distelalp - Tälliboden: T2, Tälliboden - Monte Moro Pass: T3






Wegbeschreibung:
Der Wanderweg startet auf einer befahrbaren Strasse. Schon bald führt der Weg durch einen ca. 250m langen Tunnel. Einen weiteren Tunnel umgeht man als Wanderer seeseitig.
Der Wanderweg  westlich entlang dem Stausee ist flach und gut in Turnschuhen begehbar. Nach angenehmen 40min komme ich zur Distelalp. Von hier an beginnt der Weg zu steigen und bedarf zudem von nun an Wanderschuhen. In wunderbarer Landschaft schlängelt sich der Weg hoch zum Tälliboden, einer weiten Schwemmebene, die aber auf Grund der Höhe von 2500 müM von Geröll begrenzt ist.



Blick nach Italien
Hier muss ich mich nun entscheiden, ob ich meinem Plan folgend östlich Richtung Ofental wieder talauswärts wandern soll, oder ob ich doch zum Monte Moro Pass aufsteigen sollte. Vom Pasas hat es eine Gondelbahn, welche nach Macagnaga hinunter führt. Von dort fährt ein Bus nach Domodossola. So viel weiss ich. Aber wann fährt der letzte Bus? Und nur zum Pass aufsteigen und auf gleichem Weg zurückwandern war mir zu langweilig und für heute auch zu mühsam. Dennoch wäre es als Notlösung machbar.



Gut! Ich steige auf in Richtung Monte Moro Pass. Der Weg verläuft meistens über Felsplatten, welche zum Teil treppenartig aufeinander geschoben sind. Es läuft sich meistens sehr angenehm und nur an wenigen Stellen muss ich kurz die Hände zur Hilfe nehmen. Mit zunehmender Höhe wird auch das Bergaufgehen anstrengender. Ausserdem sind die Markierungen teilweise nicht mehr so deutlich und es gibt noch zwei, drei kurze und harmlose Schneefelder zu durchqueren. Nach 2h 20min totaler Wanderzeit erreiche ich die Passhöhe, auf welcher markant und von Weitem sichtbar eine goldene Madonnenstatue steht.


Von hier aus sind es noch 5min Abstieg über Felsplatten bis ich die Bergstation der Monte Moro Bahn erreiche.  Zum Glück ist der kurze Abstieg gut mit Drahtseilen gesichert, denn der touristische, berguntaugliche Turnschuhanteil ist hier nahezu 100%.

Zu meinem grossem Erfreuen fährt im Tal zu passender Zeit (letztmals 16:30 Uhr) ein Bus nach Domodossola. Die Seilbahn bringt mich pünktlich ins Tal.

So hat sich die Wanderung absolut gelohnt!




Samstag, 11. Juli 2015

Durchs Geröll über den Ärtlengrat zur Gemmi

Engstligenalp
Heute war wieder Wandertag. Auf Grund der trockenen und sehr heissen Wetterlage der vergangenen Woche, waren nun bis auf 3000müM fast alle Schneefelder weggeschmolzen. So konnte ich die Wanderung zum Tschingellochtighorn, welche ich bereits vor 14 Tagen machen wollte, unter die Füsse nehmen.
Die Engstligenalpbahn brachte mich schweissfrei auf 1965 müM zum Augangspunkt meiner Wanderung. Die Gondel ist voll, was etwas Betrieb auf den Wanderwegen verspricht - jedoch nur wenige begeben sich auf "meine" Route.






Weg unterhalb des Tschinellochtighorns
Eckdaten:
Startpunkt: Engstligenalp Bergstation, 1965 müM
Endpunkt: Gemmi Bergstation, 2346 müM

Route:
Engstligenalp - Aertlengrat - Chindbettipass (2623 müM) -
Rote Chumme (2628 müM) - Gemmipass (2346 müM)

Wanderzeit:
Engstligenalp - Ärtlengrat: 1h 30min
Ärtlengrat - Chindbettipass: 30 min
Chindbettipass - Rote Chumme: 40 min
Rote Chumme - Gemmi: 1h 50min
Total: 4h 30min

Weg: 
Fast durchgehend T3 bis T3+, ab Daubensee bis zur Gemmi T2





Wegbeschreibung:

Tschingellochtighorn
Beim Berghaus Engstligenalp zweigt ein breiter Weg in Richtung Engstligengrat nach links ab. Etwas verwirrlich: der auf der Karte vermerkte Ärtlengrat ist auf keinem Wegweiser zu finden. Da aber das Tschingellochtighorn, das ich ca. 100hm unterhalb des. Gipfels umgehen werde, sehr markant ist, ist der einzuschlagende Weg klar. 

Bereits kurz nach dem Start wird der Weg recht steil. Ab der Abzweigung zum hinteren Lohner kann man sagen sehr steil. Der Weg verläuft einmal breiter, einmal schmaler auf dem Ärtlengrat aufwärts. 
Nach enden der Vegetation besteht der Weg nur noch aus Sand und Geröll, welches bei der extremen Trockenheit leicht ins rutschen kommt. Die letzten Meter rechts unterhalb des Tschingellochtighorns vorbei sind zudem ziemlich ausgesetzt und der Pfad ist abschüssig und schmal. Äusserste Vorsicht ist geboten,  wenn man nicht ausrutschen will.


Nach 90 min habe ich den Entschlengrat erreicht. Noch immer geht es etwas bergauf, nun aber auf breiter Spur. Der Weg hält auf das Chindbettihorn zu, welches ich ebenfalls rechts umgehe. Hier ist der Weg erneut knochentrocken und voller rutschigem Schiefer. Zudem bläst vom der Seite ein starker Wind, was ebenfalls ziemlich irritierend ist. Ich bin froh, als ich den Chindbettipass erreicht habe. 
Auch dort windet es stark, und ich wandere sofort weiter, nun abwärts zum Tälli. Auf der anderen Seite geht es gleich wieder steil hoch. Doch dann sind die Aufstiege mehr oder weniger geschafft. 

Blick auf den Tällisee
Ich überlege, ob ich noch weiter aufs Felsenhorn ziehen soll. Entgegenkommende Wanderer meinen, es sei zwar weg- aber auch problemlos. So gehe ich ca. 10min aufwärts, wende dann aber und kehre zur Roten Chumme zurück ohne den Gipfel erreicht zu haben. 

Nun geht es sehr steil abwärts. Die Beine sind bereits müde - immerhin bin ich schon mehr als 3h ohne Pause unterwegs. Doch es bietet sich kein Platz zum Rasten an. 

Also bringe ich den gesamten Abstieg von der Roten Chumme bis zum Daubensee hinter mich. Wie immer auf dem Weg zur Gemmi nimmt der Weg kein Ende. Noch eine Kurve, noch eine Gegensteigung - und zum Schluss noch die 140hm vom Daubensee zum Gemmipass. 

Nach 4h 30min erreiche ich endlich die Bergstation der Gemmibahn. Geschafft!


Fazit
Der ist grundsätzlich vor allem zwei Dinge: steil und staubtrocken!
Die Wanderung eignet sich definitiv nur für trittsichere und schwindelfreie Wanderer. Sicherlich ist der Weg nicht immer so staubig-rutschig wie heute, aber dennoch sind einige Passagen des Weges recht ausgesetzt. 






Mittwoch, 1. Juli 2015

Iffigenalp - Wildstrubelhütte - Glacier de la Pleine Morte

Wildstrubelhütte

Bei fantastischem, absolut hochsommerlichem Wetter ohne Gewitterneigung ist es in den Bergen am schönsten. Ich versuchte der Hitze zu entfliehen und wollte auf 2800müM etwas kühlere Luft suchen. So fuhr ich mit dem Zug und Postauto auf die wunderschöne Iffigenalp, von wo aus ich um Punkt 10:00 Uhr den Auftstieg zur Wildstrubelhütte in Angriff nahm.






Weg zwischen Iffigenalp und Rawilseeli

Eckdaten:
Startpunkt: Iffigenalp, 1584 müM
Endpunkt: Pointe de la Pleine Morte, 2882 müM

Route:
Iffigenalp - Rawilseeleni - Wildstrubelhütte - 
Weisshornlücke (2852 müM) - Pointe de la Pleine Morte 
Höchster Punkt: Radarstation Pleine Mortes, 2927 müM

Wanderzeit
Iffigenalp - Rawilseeleni: 2h
Rawilseeleni - Wildstrubelhütte: 1h
Wildstrubelhütte - Weisshornlücke - Pointe de la Pleine Morte: 70min
Total: 4h 10min

Weg
Sehr gepflegter Bergwanderweg, T3 





Wegbeschreibung:
Auf der Iffigenalp

Der Weg beginnt mit einer satten Steigung durch den Wald. Dies ist heute natürlich besonders angenehm. Da die Steigung regelmässig und der Weg sehr gut gepflegt ist (hier noch T2), komme ich rasch ich einen guten Rhythmus und kann während der ersten Stunde gut 450hm zurücklegen. Nachdem der Weg den Wald höhenbedingt verlassen muss, führt er entlang einer steilen Felswand. Doch der Weg ist breit, und die angebrachten Sicherungen finde ich total unnötig. Hier treffe ich auf ein Murmeltier, das hastig seinen Bau sucht. Nach ca. 45 Wanderminuten gehe ich unter einem kleinen Wasserfall durch, dessen kühles Nass eine willkommene Abkühlung ist.  

Bald aber verläuft der Weg nur noch an der prallen Sonne. Auch auf über 2000müM brennt die Sonne stark. Dennoch bin ich immer noch im Flow. Nach insgesamt 90min wandern treffe ich auf den Wegweiser Richtung Rawilpass. Ich gehe aber weiterhin in Richtung Wildstrubelhütte. Nun kommen die ersten kleineren Schneefelder. Sie lassen sich allerdings leicht umgehen. Erst kurz vor den Rawilseeleni werden die Schneefelde grösser und trotz gröberer Steigung muss ich durch den Schnee stapfen. 

Rawilseeli
Nach gut 2h habe ich die noch mehrheitlich zugefrorenen Seeli erreicht. Hier mache ich Mittagsrast, und bei einem Blick in die Richtung, die mein Weg sein sollte, zweifle ich langsam daran, ob es heute wirklich machbar ist, bis zur Wildstrubelhütte zu kommen. Auf der Website stand, dass der Zugang begehbar aber noch mit teils grösseren Schneefeldern bestückt sei. Das war hier de Fall. Die nächsten 80hm müsste ich ziemlich steil aufwärts durch ein grosses Schneefeld gehen. Doch plötzlich sehe ich auf dem vom Rawilpass herkommenden Weg ein paar wenige andere Wanderer Richtung Wildstrubelhütte gehen. Also machte ich mich auf und stapfe Schritt für Schritt durch den zum Glück weichen Schnee. 

Auch nach dem Schneefeld führt der Weg steil bergan. Aber es lohnt sich. Die Aussicht von der Wildstrubelhütte ist prächtig!

Glacier de la Pleine Morte
Von hier aus geht es - wieder einmal durch den Schnee - weitere 50hm hoch zur Weisshornlücke. Ab jetzt gibt es auch ganz viele Schneefelder aber auch mehr Wanderer. Abwärts geht das sehr angenehm, so rutschend durch den Schnee geradewegs auf den Gletscher zu. Aber bald geht es auch wieder aufwärts. Noch einmal muss ich fast 250hm aufsteigen, fast die Hälfte davon über Schneefelder. Der Schlussanstieg ist happig, etwas vom Steilsten, das ich bisher unter den Wanderschuhen hatte, aber zum Glück nicht sehr lang. Immer im Blick habe ich das Ziel: die futuristische neue Wetterradarstation auf der Pointe de la Pleine Morte.

Nach 4h 10min wandern treffe ich bei der Gondelstation ein und kann mich nun gemütlich ins Tal gondeln lassen. 





Freitag, 26. Juni 2015

Gällihorn und Üschenengrat


Blick ins Gasterntal
Wieder einmal konnte ich mir den Luxus gönnen, an einem Freitag bei strahlendem Sommerwetter einen arbeitsfreien Tag einzulegen.

Den Tag wollte ich nutzen für eine Tour, die bereits seit längerem auf der To-Do-Liste stand.Zum Gällihorn und weiter über den Üschenengrat sollte es gehen. Eigentlich wäre ich gerne noch via Tschingellochtighorn und Aertlengrat zur Engstligenalp gewandert, allerdings haben die Vorabklärungen ergeben, dass auf dieser Route noch zu viel Schnee liegt. Also startete ich zur kürzeren Version - es muss ja nicht immer die Vollversion sein.


Gällihorn
Eckdaten:
 Startpunkt: Bergstation Sunnbüel, 1936 müM
Endpunkt: Bergstation Sunnbüel, 1936 müM


Route:
Sunnbüel - Winteregg - Gällihorn (2284 müM) - 
Üschenengrat - Weisse Flue (2472 müM) - 
Schwarzgrätli - Schwarenbach - Sunnbüel


Wanderzeit:
Sunnbüel - Gällihorn: 1h
Gällihorn - Schwarzgrätli: 2h
Schwarzgrätli - Schwarenbach: 30 min
Schwarenbach - Sunnbüel (Nordic Walking): 45min

Total: 4h 15min

Weg:
Sunnbüel - Gällihorn - Schwarzgrätli - Schwarenbach: T3, vom Schwarenbach nach Sunnbüel T1



Spittelmatte und Rinderhorn
Wegbeschreibung:
Ab Sunnbüel verliert verliert der Wanderweg zunächst etwas an Höhe, bis er bei der Winteregg zu steigen beginnt. Zunächst geht es gemächlich, danach deutlich steiler aber regelmässig bergauf zum Punkt 2105. Nicht nur dort geniesst man eine wunderschöne Aussicht auf das Gasterntal und das Kandertal sowie die jeweils dazugehörigen Gipfel.

Kurz nach dieser natürlichen Aussichtsplattform verzweigt sich der Weg. Gerade aus führt der Weg zum Üschenengrat, links geht es hoch zum Gällihorn.
Ich zweige links ab. Der Weg wird wieder merklich steiler und auch kraxliger. Der Weg ist ziemlich ausgewaschen, und ich gehe nur sehr vorsichtig aufwärts um ein Ausrutschen zu vermeiden. Einige kleinere Felsriegel müssen überwunden werden. 
Nach knapp 20min stehe ich dann oben auf dem Gipfel. Die Aussicht ist fantastisch. Mittlerweile sieht man nebst Altels und Rinderhorn bis zur Gemmi und den Walliser 4000ern. Natürlich präsentiert sich auch der Daubensee prominent. 

Daubensee, Gemmi und Walliser 4000er
Nach einer kurzen Rast gehe ich weiter. Zunächst führt mich der selbe Weg zurück zur Verzweigung. Nun folge ich dem Pfad Richtung Üschenengrat. Der Weg schlängelt sich hoch über dem Üschinental in munterem Auf und Ab vorwärts. Leider ist es etwas schwierig, auf der Karte festzustellen, wo man sich gerade befindet. Plötzlich beginnt der Weg stark zu steigen. Zwar habe ich davon gelesen, dass der Aufstieg zur Weissen Flue steil sei, jedoch konnte ich das auf der Karte nicht erkennen. Doch dem war so. Etwas unterzuckert und nach bereits mehr als 2.5h wandern wurde der Aufstieg zu keinem besonders tollen Erlebnis. Endlich erreiche ich die Leiter, welche mich auf den Buckel der Weissen Flue bringt. Von dort an geht es sanft abwärts zum Schwarzgrätli, wo ich links abzweige um zum Schwarenbach abzusteigen. Nun wurde des definitiv Zeit für eine Mittagsrast. 

Gestärkt nehme ich den steilen Abstieg zum Schwarenbach unter die Füsse. Dort gelange ich auf die Wanderautobahn - den Gemmiweg. Die Zeit der Ruhe ist vorbei...
Ich wechsle hier die Schuhe und bringe das letzte, mir wohl bekannte Wegstück zurück zum Sunnbüel, in nordic-walking-ähnlichem Tempo hinter mich. 

Nach insgesamt 4h 15min bin ich zurück bei der Gondelstation und lasse mich gemütlich mit der Gondel ins Tal fahren. 

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com




Freitag, 8. August 2014

Bietenhorn

Tagesziel Bietenhorn
Die guten Wandertage sind in diesem Sommer rar. Deshalb will ich die wenigen Möglichkeiten nutzen und gönnte mir einen freien Tag. Das Bietenhorn und die Bietenlücke waren mir schon länger als mögliche Wanderziele im Kopf und dorthin sollte es heute gehen. 
In Interlaken Ost traf ich mich mit dem Kollegen und gemeinsam fuhren wir via Lauterbrunnen nach Stechelberg. Mit der Gondelbahn fuhren wir - der Bequemlichkeit halber gleich bis zur Station Birg auf 2677müM. Von hier aus konnte die Wanderung um 09:30 Uhr beginnen. 





Eckdaten:

Heikelste Passage der Tour
Startpunkt: Station Birg, 2677müM
Endpunkt: Station Grütschalp, 1478 müM

Route:
Birg - Schilthornhütte - Bietenlücke - 
Bietenhorn (2756 müM) - 
Sousläger - Grütschalp

Wanderzeit:
Birg - Schilthornhütte: 30min
Schilthornhütte - Bietenlücke: 30min
Bietenlücke - Bietenhorn - 20min
Bietenhorn - Sousläger: 2h
Sousläger - Grütschalp: 1h

Total: 4h 30min

Weg:
T3, teils mit Drahtseilen gesichert


Wegbeschreibung:
Bei der Bergstation Birg geht es zunächst der Skipiste folgend (im Sommer sieht man erst richtig, welche Wunden die Skipisten in der Landschaft hinterlassen) hinunter ins Engetal. Von dort folgt man mehr oder weniger der Höhenkurve geradewegs auf die Schilthornhütte zu. Diese lassen wir aber rechts liegen und zweigen hier ab in Richtung Bietenlücke. Bereits von hier aus sieht man den 200m höher angebrachten Wegweiser auf der Bietenlücke. Der Weg ist gut, allerdings von den Niederschlägen der letzten Wochen völlig durchnässt. An einigen Stellen ist es ganz schön rutschig, was aber hier kein Problem darstellt. 

Der Weg ist einigermassen steil, aber da es sich nur um ein relativ kurzes Stück handelt ist das bei unserem gemütlichen Tempo kein Problem.
Auf den letzten Metern vor der Bietenlücke hat es sogar gut montierte Drahtseile, die einem auf dem rutschigen Untergrund vor dem Ausrutschen bewahren. 
Nach exakt einer Stunde sind wir im auf der Bietenlücke. Der Nebel drückt von Mürren her hinauf, dennoch präsentieren sich hier die benachbarten Berühmtheiten in volle Pracht. 

Die letzten 110 Höhenmeter hoch zum Bietenhorn bringen wir in 20min hinter uns. Von der Station Birg aus betrachtet erschien dieser Schlussanstieg deutlich steiler als er es in Wirklichkeit ist. Gleich zu Beginn gibt es einen Felsriegel zu überwinden. Doch dieser ist bestens mit Drahtseilen gesichert und stellt kein Hindernis dar. Der Rest des Weges führt im Zickzack über die Schulter des Bietenhorns.

Oben angekommen ist es wie so oft: Der Nebel zieht auf und verhindert die Sicht auf das sicherlich tolle Panorama, welches man von hier aus hätte. Offenbar bildet das Bietenhorn eine Nebelgrenze - in Richtung Süden hingen tiefe Wolken- und Nebelfetzen, das südlich gelegene Soustal war nebelfrei. 

Nach einer ausgiebigen Mittagsrast geht es an den Abstieg via Bietenlücke ins Soustal. Das erste Stück nach der Bietenlücke ist sehr steil und mit Schiefer durchsetzt. Wir müssen vorsichtig sein, und die Drahtseile sind uns eine willkommene Hilfe. 

Bald wechselt aber der Untergrund und wir wandern über Grasmutten hinunter ins urtümliche Soustal. Hier scheint die Sonne und der Blick vor allem Richtung Chilchflue und Chilchfluepass ist wunderschön. 






Die Landschaft ist erscheint saftig grün, doch der Weg ist teilweise sehr durchnässt. 
Mehrmals erinnert mich die Landschaft mit ihrem wilden Bach an die isländischen Highlands.
Nun führt uns der Weg vorbei an der Alp Oberberg während ca. 90min talauswärts bis Sousläger, wo wir den nach rechts abzweigenden Weg wählen. Dieser führt nach einmal ein wenig aufwärts über Wiesen, bis er in den Wald eintaucht und uns hinunter zur Station Grütschalp führt.
Von hier aus geht es mit der Gondelbahn zurück nach Lauterbrunnen. 





Fazit:
Berechtigter Weise habe ich mir das Bietenhorn schon vor Längerem auf die Wunschliste gesetzt. 
Die Tour ist angenehm - keine langen steilen Aufstiege und wenig begangen.
Unter den neuen weiss-rot-weissen Markierungen sieht man rund um die Bietenlücke noch ältere weiss-blau-weisse Wanderwegmarkierungen. Nach meiner Erfahrung sind die weiss-rot-weissen Markierungen korrekt. Die wenigen etwas schwierigen Passagen sind bestens gesichert. Der Weg von der Bietenlücke ins Soustal erfordert allerdings Trittsicherheit, da der Untergrund rutschig ist. 





Auf http://mymuerren.ch/de/Ferien/SOMMER/Wandern findet man den Wanderplan zur Region Mürren, auf welchem auch diese Tour vermerkt ist.