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Samstag, 3. September 2016

Sirwoltesee - Bistinepass

Das Bietschhorn
Heute begebe ich mich in ein mir noch völlig unbekanntes Wandergebiet. Die Region Simplon stand bisher zwar auf der Wunschliste, jedoch habe ich noch keine Wanderung dort unternommen. Heute soll sich das ändern.
Der Zusatzzug in Richtung Brig ist total überfüllt. Doch ich gehe fest davon aus, dass die wenigsten eine Wanderung zum Sirwoltesee unternehmen werden. 
Um 10:00 steige ich an der Station Engeloch aus dem Postauto und beginne mit dem Aufstieg zum Sirwoltesee.






Eckdaten:
Startpunkt: Engeloch, 1800 müM
Endpunkt: Simplon Passhöhe, 1991 müM

Route:
Engeloch - Sirwoltesee - Sirwoltesattel (2621 müM) - Bistinepass (2417 müM) - Simplon

Wegzeiten:
Engeloch - Sirwoltesee: 70 min
Sirwoltesee - Sirwoltesattel: 40 min
Sirwoltesattel - Bistinepass: 60 min
Bistinepass - Simplonpass: 60 min

Total: 3h 50min

Weg:
Durchwegs T2, gut markiert. Beim Sirwoltesee kurzzeitig etwas Blockgelände.


Wegbeschreibung:

Blick auf den Sirwolteweiher
Die Wanderung startet bei der Postautohaltestelle Engeloch. Wie immer bei Wanderungen im Wallis tut man gut daran, wenn man ein paar Wegpunkte an der Route kennt, denn auf den Wegweisern stehen nicht immer die gleichen Stationen angeschrieben. Der Wegweiser beim Engeloch zeigt jedoch den Weg und die Zeit für den Sirwoltesee und den Bistinepass an. Also kann die Wanderung losgehen.
Zunächst führt der Weg leicht abwärts durch einen kleinen Wald zur Chlusmatte. Ab hier steigt der Weg mehrheitlich recht nahrhaft an. Ich gewinne schnell an Höhe, was mir gut entgegenkommt. Die Landschaft ist wunderschön, und bald kommt ein Wasserfall in Sichtweite. Dort muss ich hin und noch ein wenig weiter hinauf.

Blockfeld beim Sirwoltesee
Bei einem schmalen Felsriegel sind Drahtseile und Eisenstiege angebracht. Der Weg ist dennoch nicht ausgesetzt und sehr gut begehbar. Kurz vor dem Sirwoltesee wechselt das Landschaftsbild ich stehe plötzlich im Blockgelände. Dort ist wie immer Vorsicht geboten, damit kein schmerzhafter Fehltritt passiert. 
Der Sirwoltesee selbst ist beinahe ausgetrocknet. Wenig weiter, am Ende des Blockgeländes folgt der grössere Sirwolte Weiher. Dieser glänzt in tiefem Türkis. Ich lasse den See aber links liegen und steige weiter hoch in Richtung Sirwoltesattel. Weg und Landschaft erinnern mich nun stark an die Wanderung über den Saflischpass anfang Sommer. 
Bald ist der Sattel erreicht und ein wenig unterhalb - mit bestem Blick auf das Nanztal - setze ich mich zur Mittagsrast hin. 

Auf dem Bistinepass
Von hier ist es nicht mehr weit, bis dieser Wanderweg auf den Alpenpässeweg trifft. Auf diesem trifft man ab und zu Leute an. Gerade im angenehmen Mass. Der Alpenpässeweg verläuft leicht sinkend der Flanke des Nanztals entlang. Nach ca. 40min nehme ich einen Trampelpfad, der direkt auf den Bistinepass zuführt. Nach wenigen Minuten bin ich dort (oben) angelangt. Nun folgt noch der endlos scheinende Abstieg (und zum Schluss eben nochmals Anstieg) zum Simplonpass. Der Wanderweg verliert stetig an Höhe. Er ist allerdings ein wenig ausgetreten, so dass ich gut auf den Weg acht geben muss.
Nach ca. 25 min kommt das Ziel in Sichtweite. Aber eben - nach der Abstiegsrampe folgt ein letzter Gegenanstieg von etwas mehr als 100 Höhenmetern. 
Nach total 3h 50min wandern treffe ich auf der Simplon Passhöhe ein. Es bleibt gerade noch Zeit für ein paar Fotos, bevor das Postauto kommt, welches im Vergleich zum Morgen leer ist. 

Fazit:
Die Wanderung führt durch eine wunderschöne, immer wieder wechselnde Landschaft. Die Anstiege sind gut machbar. Allerdings ist die Tour eher einsam. Man muss es mögen - für mich ein absolutes Highlight.




Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com


Samstag, 6. August 2016

Alljährlicher Besuch auf der Gemmi

Während den letzten Wanderungen hat sich für mich eindeutig gezeigt: Hochlaufen - ja gerne! Herunterlaufen - lieber nicht. Deshalb habe ich mir für heute ein nettes Projekt herausgesucht.
Mein mittlerweile alljährlicher Besuch auf der Gemmi steht an. Und zwar für einmal in einer etwas anderen Form. Ich werde von Leukerbad her den imposanten Säumerweg erklimmen, währemd mein Bike von der Seilbahn hochtransportiert wird. Von oben geht es dann mit dem Bike fix in Richtung Sunnbühl und Kandersteg. So habe ich 2 in 1: eine tolle Wandertour und eine Biketour. Ich freue mich!



Eckdaten:

Startpunkt Wanderung: Talstation Gemmibahn, 1424 müM
Endpunkt Wanderung: Bergstation Gemmipass, 2346 müM

Route:
Leukerbad - Säumerweg - Gemmipass (2346 müM)

Wegzeiten:
Talstion Gemmi - Bergstation Gemmi: 1h 25min

Weg: 
T2, imposant in der Felswand, jedoch immer breit und problemlos begehbar.





Wegbeschreibung:
Der Weg startet direkt bei der Talstation der Gemmibahn und führt zunächst auf einem Fuhrweg dem Skischulgebiet Erli entlang aufwärts direkt auf den Gemmiwand zu. Ideal zum "Warmwandern".
Bald geht der Weg in den Wald hinein und wird bereits deutlich steiler. Nach einigen Kehren sind bereits über überwunden und der Weg kommt aus dem Wald heraus. Nun geht es erst richtig los. Zuerst zieht sich der Säumerweg wie eine Rampe der Felswand entlang, später wimdet er sich in kurzen Kehren durch die Einschnitte in der Wand.
Plötzlich kommt ein sehr giftiger und kalter Wind auf. Es sind 2 Jackenschichten nötig, um den Wind halbwegs vom verschwitzten T-Shirt wegzuhalten. Dennoch wird es sehr rasch sehr kalt. 
Der Weg ist steil und immer noch ist kein Ende in Sicht. Doch obwohl der Weg mitten in der Felswand verläuft, ist er nirgends wirklich ausgesetzt. Er ist breit und gut befestigt. 
Rund 200hm unterhalb des Gemmipasses zweigt der Einstieg zum Klettersteig ab. Nun ist es nicht mehr weit. Teilweise treppenartig wird die letze Höhenstufe vor der Ebene zum Pass überwunden. Der Wind wird immer stärker und kälter.

Auf der Krete angekommen, sehe ich bereits das Hotel Wildstrubel. Noch sind es ein paar Höhenmeter  bis dorthin.
Ich treffe auf Touristen in T-Shirt und kurzen Hosen. Sie scheinen die Temperaturen auf 2300müM komplett überschätzt zu haben. 
Total durchgefroren erreiche ich nach 1h 25min die Bergstation der Gemmibahn, wo mein Bike brav auf mich wartet.


Fazit:
Der Säumerweg von Leukerbad auf die Gemmi ist für mich immer wieder lohnenswert. Aufwärts lässt sich der gut ausgebaute Weg für geübte Wanderer in leichten Trailschuhen begehen. abwärts sind Wanderschuhe wegen dem steilen Abstieg und dem lockeren Kies sicherlich empfehlenswert. 
Die Gemmi bietet anschliessend viele Möglichkeiten, wie der Tag weiter gestaltet werden kann. sei es mit Wanderungen auf der Gemmi, dem Abstieg in Richtung Schwarenbach - Sunnbühl, eine Hochtour auf den Wildstrubel oder der Übergang via Rote Chumme auf die Engstligenalp.

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com




Samstag, 30. Juli 2016

Mittagslunch auf dem Sparrhorn


Idyllisch: Lügasee knapp oberhalb der Belalp
Zum zweiten Mal in dieser Woche starte ich einen Versuch für die Wanderung aufs Sparrhorn oberhalb der Belalp. Beim letzten Versuch hingen die Wolken aber derart am Gipfel, dass ich dann auf der Wanderautobahn zur Hängebrücke landete.
Heute sollte das Wetter und somit auch die Aussicht bis in den Nachmittag hinein halten. 
Leider produzierte der Zug wieder einmal 15min Verpätung, aber das Postauto nach Blatten wartete den Anschluss in Brig ab. 
So bin ich um 10:15 auf der Belalp und habe als Tagesziel das um ca. 930 Höhenmeter höher gelegene Sparrhorn im Blick. Zwar würde die Sesselbahn Hohbiel mich bis auf ca. 1h an den Gipfel heranbringen, das kommt jedoch für mich nicht in Frage. 
Also geht es direkt von der Belalp her los.


Teil des Schlussanstiegs zum Vorgipfel
Eckdaten: 
Startpunkt: Belalp Station, 2090 müM
Endpunkt: Belalp Station, 2090 müM

Route:
Belalp - Tyndalldenkmal - Sparrhorn (3021 müM) - Bergstation Hohbiel
Tyndalldenkmal - Belalp Station

Wanderzeiten:
Belalp - Tyndalldenkmal: 35 min
Tyndalldenkmal - Sparrhorn: 75 min
Sparrhorn - Belalp: 70 min

Weg: 
Gut gepflegter und signalisierter T2 Bergwanderweg. Gipfelanstieg teils über gut befestigte Steinplatten, eher T3-. Der Weg ist nirgends wirklich exponiert oder ausgesetzt.



Wegbeschreibung:
Von der Belalp gehe ich über die leicht ansteigende Fahrstrasse ostwärts los. Heute hat es kaum Leute - und das obwohl das Wetter viel besser ist als beim letzten Besuch hier oben.

Tagesziel Sparrhorn
Bei den nächsten Häusern zweigt der Weg links ab. Ab hier könnte man die Sesselbahn benutzen und sich bis 350hm unter den Gipfel tragen lassen. Die lasse ich natürlich sein und folge dem Fusspfad leicht und angenehm ansteigend bis zum Tyndalldenkmal, welches ich nach einer guten halben Stunde erreiche. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf das Ende des Aletschgletschers.
Ab jetzt steigt der Weg etwas stärker an. Der Pfad ist teilweise auch recht ausgewaschen, aber immer noch gut zu begehen. 
Knapp unterhalb der Bergstation Hohbiel zweige ich mach rechts ab und nehme einen Nebenpfad, der mich recht steil zum Aufbau des Vorgipfels führt. Hier braucht es an ein paar wenigen Stellen etwas Trittsicherheit. 
Bald trifft dieser Pfad wieder auf den Hauptweg, welche von der Bergstation der Sesselbahn herkommt. Nun sind noch ca. 300hm zu überwinden. Der Weg führt über treppenartig angeordnete Steinplatten steil aufwärts. Bald stehe ich auf dem Vorgipfel. Und nun sehe ich, was auf mich zukommt. Ich meine nicht, den steilen Schlussanstieg zum Gipfel sondern die Menschen, die sich wie Ameisen am Gipfel und auf dem Pfad tümmeln. Wo kommen die bloss her? Wohl von der Sesselbahn, denn auf dem Wanderweg habe ich kaum Leute angetroffen oder vorausgehen sehen. 
Ich bringe die letzen Höhenmeter hinter mich. Ca. zwei Dutzend Leute wuseln auf dem wirklich kleinen Gipfel umher. Sehr schade! Das ist gar nicht mein Ding!

Schöne Aussicht beim Mittagslunch
Ich versuche trotzdem die 360-Grad-Rundumsicht zu geniessen: Grosser Aletschletscher, Aletschhorn, Oberaletschgletscher (oder was davon noch übrig ist), Bietschhorn, Weisshorn, Matterhorn, .... Alle sind sie da und in voller Pracht zu sehen. Insofern hat sich der Aufstieg auf jeden Fall gelohnt. 
Ich ergattere mir einen Felsbrocken für eine kurze Rast und etwas Lunch. Bald mache och mich aber wieder davon - bevor alle anderen aufbrechen.
Der Abstieg geht rasch. Nach 25min bin ich bereits bei der Bergstation der Sesselbahn. Von hier aus folge ich mehr oder weniger dem gleichen Weg, den ich im Aufstieg nahm.
Vorbei am Tyndalldenkmal geht es zurück zur Belalp, wo ich nach einer genau 3-stündigen Wanderung eintreffe.

Fazit:
Die Wanderung lohnt sich wegen der Aussicht und hat mit 940 Höhenmetern und 3 Stunden Wanderzeit für mich eine optimale Länge. Störend waren für mich die vielen Menschen auf dem Gipfel. Da ist es mit der Ruhe, die ich auf dem Wanderweg genoss, definitiv vorbei. 

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com.


Dienstag, 26. Juli 2016

Wanderautobahn Belalp - Hängebrücke - Riederalp

Heute stehe ich voller Vorfreude auf eine Wanderung von der Belalp aufs Sparrhorn auf. Der Wetterbericht meldet zumindest bis Mitte Nachmittag trockene Verhältnisse.
Bereits um 10:00 stehe ich auf der Belalp. Das Wetter - nun ja.. etwas verhangen. Auf der Alp zwar recht sonnig, aber an den Gipfeln und insbesondere am Sparrhorn hängen dicke schwarze Wolken. Sehr dicke, sehr schwarze Wolken.
Ich spreche mich kurz mit mir ab und beschliesse, dass es keinen Sinn macht, die 950hm hochzusteigen, nur um dann im dicken Nebel keine Sicht zu haben. Was kann ich tun? Nicht viel Anderes, als der Massenwanderung in Richtung Hängebrücke und Riederalp folgen. Nun dann - immer noch besser als unverrichteter Dinge wieder heimzufahren.


Eckdaten:
Startpunkt: Belalp Bergstation, 2095 müM
Endpunkt: Riederalp West, 1925 müM

Route:
Belalp - Hotel Belalp - Alp Oberaletsch - Hängebrücke (1605 müM) -  Grünsee - Silbersand - Riederfurka - Riederhorn (2230 müM) - Riederalp West

Wanderzeiten:
Belalp - Hotel Belalp: 25min
Hotel Belalp - Hängebrücke: 65min
Hängebrücke - Silbersand: 50min
Silbersand - Riederfurka: 30min
Riederfurka - Riederhorn: 25min
Riederhorn - Riederalp West: 30min

Total: 3h 45min

Weg:
Durchwegs T2, teils Alpweg, teils Waldweg, teils Bergweg.


Wegbeschreibung:
Man kann es eigentlich nicht verfehlen: Immer den Menschenmassen nach. Ich komme mir zumindest zu Beginn der Wanderung vor, wie am Pfingstsamstag auf der Gotthardautobahn. Die Menschenmassen wälzen sich von der Bergstation Belalp in Richtung Hotel Belalp. Der Weg ist breit und steigt nur langsam an. Hier die Leute zu überholen, macht wenig Sinn, denn wenn ich beim Hotel ein paar Fotos vom Gletscher machen will, werde ich sowieso wieder eingeholt.

Nach dem Hotel sinkt der Weg zum Teil ziemlich steil. Hier zeigt sich, wer berggängig und wer bergungewohnt ist, denn man muss schon etwas trittsicher sein, um hier schnell vorwärts zu kommen. Ich nutze die Chance und drücke kräftig aufs Tempo, so dass ich nach ca. 100hm die Leute überholt und endlich freies Gelände vor mir habe. Der Weg sinkt weiter; immerhin verliert man bis zur Hängebrücke rund 500 Höhenmeter. Erst gegen die Alp Oberaletsch hin flacht der Weg allmählich aus.


Beim Punkt 1716 macht der Weg eine markante Kehre. Nur wenige Meter weiter wäre ein Aussichtspunkt auf den Gletscher, diesen lasse ich aber links liegen und steige weiter vorsichtig über die Moräne ab hin zur Hängebrücke. Ich habe Glück und kann diese ohne Wartezeit und Stau passieren.
Auf der anderen Seite gönne ich mir eine kurze Rast und beobachte dabei halb amüsiert und halb befremdet die vielen Menschen, die hier vorbeigehen.

Nun geht es bergauf! Die verlorenen Höhenmeter müssen wieder erklommen werden. Bis zum nahen Grünsee folge ich erneut dem Menschenstrom. Danach zweige ich links ab auf die wenig begangene weil etwas längere Route via Silbersand zur Riederfurka.
Der Weg beginnt attraktiv und idyllisch zwischen Felsen. Leider dauert das nicht allzu lange an. Danach gelangt der Weg in den Wald und schlängelt sich schier endlos mal fast flach und mal etwas steiler durch die Gegend. Aussicht hat man leider kaum. Nur ab und zu zeigt sich der Aletschgletscher für einen kurzen Augenblick. Nach einem kurzen und steilen Anstieg kurz vor dem Silbersand, geht es in einer Spitzkehre quasi retour in Richtung Riederfurka. Nun ist nur noch Wald zu sehen, und ich versuche die Strecke so schnell wie möglich zurückzulegen. Klar ist der Aletschwald mit seinen uralten Lärchen ein tolles Naturschutzgebiet, aber irgendwann habe ich das auch gesehen.

Auf der Riederfurka sticht mir das um 170 Höhenmeter erhobene Riederhorn ins Auge - wenigstens noch ein kleiner Gipfel heute? Ich gleiche die Angaben auf dem Wegweiser mit der Uhr und dem Fahrplan ab und beschliesse, mir den Abstecher auf dieses kleine Horn noch zu gönnen.
Der Anstieg ist angenehm und nur ganz zum Schluss ein wenig steil. Von oben sieht man durchs Goms und bis ins Rhonetal. Immerhin eine kleine Entschädigung.
Der Abstieg zur Riederalp ist schnell erledigt und von dort geht es mit der Gondelbahn ins Tal.





Fazit:
Nun - was will man machen, wenn man sich nicht im Nebel auf das angestrebte Horn bewegen will? Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum weit herum von dieser Wanderung so geschwärmt wird. So viele Menschen - das hat für mich nichts mehr mit Naturerlebnis zu tun. Die Aussicht auf den Gletscher ist selten und weit weniger gut als auf dem Panoramaweg vom Bettmerhorn zum Märjelensee. Und das Erlebnis "Hängebrücke" ist innerhalb von 90sec vorbei.
Wer's mag - gerne wieder, aber für mich sicher nicht mehr. Aber das Sparrhorn steht weiterhin auf meiner Todo-Liste. 

Mehr zu dieser Tour:
Wanderland.ch (inkl. Karte zum Download)
Belalp.ch
GPSies.com


Donnerstag, 21. Juli 2016

Mellig und Gebidum

Auf dem Gebidum
Heute ist das Wetter ein grosses Fragezeichen. Wird es lange genug trocken bleiben, um noch ein paar Höhenmeter zu wandern? Und wenn ja - wo am ehesten?
Das Südwallis könnte eine gute Wahl sein. Saas-Fee ist leicht erreichbar und bietet unzählige Möglichkeiten von kürzeren und längeren Touren, auch mit Möglichkeiten von Zwischenabstiegen. Der Steinwildpfad über den Mellig und Gebidum interessiert mich, also wage ich es und starte um 10:00Uhr in Saas-Fee, obwohl sogleich die ersten Regentropfen zu fallen drohen.$





Eckdaten:
Startpunkt: Saas-Fee Busterminal, 1803 müM
Endpunkt: Saas-Fee Busterminal, 1803 müM

Route:
Saas-Fee Busterminal - Gletschersee - Spissen - Hannig - Mellig (2700 müM) - Gebidum (2764 müM) - Balmiboden - Bärenfalle - Saas Fee-Busterminal

Wanderzeiten:
Saas-Fee - Gletschersee: 30 min
Gletschersee - Hannig: 70 min
Hannig - Mellig: 40 min
Mellig - Gebidum: 15 min
Gebidum - Saas-Fee: 95 min

Total: 4h 10min

Weg:
Sehr gepflegter T2. Einfach und ungefährlich. 
Schlussanstieg aufs Mellig, Passage zwischen Mellig und Gebidum sowie im Abstieg nach Saas-Fee teilweise über Felsplatten, allerdings sehr problemlos zu begehen.


Wegbeschreibung:
Ich starte mit einem Spaziergang durchs Dorf. Es fallen ein paar wenige kleine Regentropfen. Ich lasse mich davon allerdings nicht einschüchtern, denn der Himmel ist nicht flächendeckend schwarz.

Auslaufkegel des Gletschers
Am Ende des Dorfes führt der Weg über eine Ebene, sogar leicht sinkend. Erst beim Erreichen des Waldes fängt der Weg an zu steigen. Ich folge dem Wegweiser zur Gletschergrotte. 
Der Weg schlängelt sich gemütlich durch einen Lärchenwald. Der Gletscherlehrpfad ist gesäumt mit Informationstafeln zum Gletscher in Saas Fee.
Ich wandere entlang dem Auslauf des nicht mehr vorhandenen Gletschers. Die Landschaft ist karg und der Gletscherbach plätschert. Über einen Holzsteg wechsle ich auf die andere Seite des Auslaufkegels und wandere - nun endlich steigend - zunächst der Moräne entlang und nach einer Spitzkehre auf der Moräne. Nun gewinne ich einige Höhenmeter. Wird auch langsam Zeit!
Nach dem Traversieren einer Felsflanke steigt der Weg nun steil im Zickzack an. Inzwischen scheint die Sonne und es ist düppig heiss. Steilere Passagen wechseln sich nun mit flachen Stücken, kurzen Abstiegen und dann wieder folgenden Gegenanstiegen ab. 
Der Weg heisst ja eigentlich Gemsweg, jedoch bekomme ich leide keine Gämsen zu sehen. Einzig eine Herde Ziegen sind friedlich zwischen den Wanderern am Weiden und lassen sich nicht stören. 
Nach 1h 40min habe ich die Bergstation Hannig erreicht. Hier wird man vom Blasorchester begrüsst. 

Aussicht aufs Almagellerhorn
Eigentlich wäre es Zeit für eine Mittagspause, aber da gerade die Sonne scheint, und ich ja nicht weiss, wie sich das Wetter entwickeln wird, ziehe ich sofort weiter in Richtung Mellig. 
Der Anstieg von 360hm ist nach 40min bewältigt. Die Route ist einfach und angenehm zu begehen. 

Im Blockgelände auf dem Gipfel des Mellig (es ist zwar eher eine aus Blockstücken geformte Kuppe) mache ich eine kurze Rast. 
Bis zum Gebidum ist es nun nicht mehr weit - der Wegweiser meldet 20min. Der gut markierte Bergweg führt durch einfaches Blockgelände. Landschaftlich wunderschön, wenn man es karg mag. 
Unterwegs kann ich ein Murmeltier beobachten. Von ganz weit sehe ich auch einen Steinbock, aber leider bleibt es der einzige, obwohl der Weg sich "Steinwildpfad" nennt. 

Nach ca. 15min ist auch das Gebidum (oder ist es der Gebidum?) erreicht. Auch hier gibt es keinen eigentlichen Gipfel. 
Ich konsultiere den Wegweiser, meine Karte, die Uhr und den Blick in den Himmel und beschliesse, den Weg nach Saas-Fee zu Fuss zu machen und nicht wie ursprünglich angedacht auf die Hannig zurückzukehren und von dort die Bahn zu nehmen. 

Der Weg ist in perfektem Zustand, so dass ich rasch vorankomme. Das Gelände ist sehr abwechslungsreich und damit ist er lange Abstieg kaum einmal langweilig. 
Einzig die Wegzeiten auf den Wanderwegschildern kommen mir etwas komisch vor. Ich bin sehr schnell gewandert und bis Balmiboden kaum die angegebene Zeit einhalten. Für den gesamten Abstieg nach Saas Fee war ich dann aber wieder deutlich schneller als oben angegeben.
Nach dem letzen Wegstück durch den Wald folgt zum Schluss der erneute Spaziergang durchs Dorf bis ich schliesslich pünktlich vor dem Busterminal ankomme. 

Fazit:
Dies war wieder einmal eine Wanderung, zu der ich eher zufällig gekommen bin. Sie war aber absolut jeden Schritt Wert. Vorteilhaft war auch, dass ich sie - hätte sich das Wetter verschlechtert - an verschiedenen Stellen abkürzen können. 


Mehr zu dieser Tour (inkl. Karte zum Download):





Dienstag, 19. Juli 2016

Illhorn - Aussicht auf die Walliser 4000er


Das gute Wetter und meine damit verbundene Wanderfreude halten weiterhin an. Der Himmel ist wolkenlos und ich will heute unbedingt die Wanderung zum Illhorn nachholen.
Mit dem Postauto fahre ich ins Val d'Anniviers und steige in Chandolin aus. Von hier aus habe ich eine Vielzahl  von Möglichkeiten, wie ich die rund 5 Stunden bis zur Rückfahrt des Postautos verbringen kann. Als erstes werde ich die knapp 800 Höhenmeter auf das Illhorn in Angriff nehmen und danach schauen, ob es noch fürs Schwarzhorn reicht oder ob ich den Wandertag mit einem Fussbad im kühlen Illsee gemütlich abschliessen werde. 
Um 10:45 kommt das Postauto an und die aussichtsreiche Wanderung kann anfangen. 



Eckdaten:
Startpunkt: Chandolin Poste, 1979 müM
Endpunkt: Bergstation Tsapé, 2580 müM

Route:
Chandolin - Cabanne Illhorn - Pas d' Illsee - Illhorn (2717 müM) - 
Pas d' Illhorn - Illpass - Schwarzhorn (2790 müM) - Illpass - Bergstation Tsapé

Wanderzeiten:
Chandolin - Cabanne Illhorn: 20 min
Cabanne Illhorn - Pas d' Illhorn: 50 min
Pas d' Illhorn - Illhorn: 20 min
Illhorn - Illpass: 40 min
Illpass - Schwarzhorn: 40 min
Schwarzhorn - Tsapé: 40 min

Total: 3h 30min

Weg:
Gut ausgebauter Wanderweg T2 in meist offenem und übersichtlichem Gelände.
Illpass - Schwarzhorn eher T3-, teils im Blockgelände und etwas ausgesetzt.



Wegbeschreibung:

In Chandolin zweigt der Wanderweg gleich neben dem Tourismusbüro in den Wald ab. Man folgt wohl der Talabfahrt der Skipiste - hier ist der Weg noch breit, dafür recht steil für den Anfang.
Bald aber wird der Wanderweg schmaler, steigt immer noch anständig, und ich arbeite mich parallel zum Skilift zur Cabanne Illhorn hoch, welche ich nach 20 min erreiche. 

Einige Höhenmeter weiter kreuze ich den Skilift und steige weiter hoch. Im Moment ist der Weg weniger steil und schlängelt sich über die Skipiste hoch zur Alpage de Chandolin. Von dort geht es wieder etwas steiler die letzten 270 Höhenmeter zum Pas d' Illsee hoch.

Dort treffe ich auf alle Wanderer, welche den einfachen Weg aufs Illhorn wählen: Mit der Sesselbahn bis Tsapé und dann nur noch der Kurze Weg via Pas d' Illhorn auf den Gipfel. 
Jänu... Ich begebe mich auf die restlichen, doch recht steilen 175 Höhenmeter. 
Nach insgesamt 90min wandern stehe ich auf dem Gipfel und bestaune die Aussicht auf die Walliser 4000er ebenso wie die Tiefblicke auf den Illsee und in den imposanten Illgraben. 


Ich lasse mich zu einer Mittagsrast nieder und geniesse die prächtige Aussicht. 
Nach 25 min ziehe ich weiter, verlasse den Gipfel in Richtung Pas d' Illsee (eine andere Möglichkeit gibt es hier nicht) und folge anschliessend dem Weg zur Bergstation Tsapé. Dort angekommen enschliesse ich mich nach einem Vergleich zwischen Uhrzeit und Angaben auf dem Wegweiser dazu, dass ich meine noch nicht gestillte Wanderlaune noch mit einem Gang auf das Schwarzhorn austobe. Bald ist der Illpass erreicht und von dort steigt der Weg gleich sehr steil an der Flanke über dem Schwarzsee an. Schon bald habe ich Einiges an Höhe gewonnen. Der Weg wird schmaler und ausgesetzter. Bald folgt eine Traverse durch einfaches Blockgelände, dann wieder steilere Abschnitte und zum Schluss unterhalb des Gipfels wiederum etwas unübersichtliches Blockgelände. Die Markierungen haben auch schon bessere - sprich: deutlichere - Zeiten erlebt, so dass die Suche mach der nächsten Mrkierung nicht ganz einfach und die Orientierung im Blockgelände etwas schwierig ist. 


Doch ich erreiche den Gipfel welcher mit vielen grossen Steinmännern geschmückt ist. Die Aussicht ist auch hier fantastisch - und im Gegensatz zum überlaufenen Illhorn ist es hier verlassen und ruhig. 

Bald mache ich mich auf den Abstieg - suche wieder nach Markierungen und komme schliesslich nach 210 tollen Wanderminuten bei der Station Tsapé an, von wo aus ich mit der Sesselbahn zurück nach Chandolin fahre. 





Fazit:
Ein dickes "I like it!". Die Wanderung und die Aussicht sind fantastisch - nur zu empfehlen! Einzig die vielen Menschen auf dem Illhorn haben das Erlebnis etwas verfremdet. Auf dem einsamen Schwarzhorn war dies aber wieder vergessen.

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.ch.











Montag, 18. Juli 2016

Monte Moro Pass - immer noch wunderschön!

Der gestrige Wandertag fiel leider wegen Unterbrüchen bei der SBB aus. Sehr schade! Das Wetter und meine Motivation wären perfekt gewesen. Umso mehr wollte ich mir heute eine tolle Tour gönnen.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich eher zufällig die Wanderung vom Mattmarksee zum Monte Moro Pass unternommen. Und die Wanderung hat es mir angetan. Sie stand sofort wieder auf dem Wunschzettel für diesen Sommer, obwohl ich sonst lieber etwas mir noch Unbekanntes unter die Füsse nehme.

Heute wollte ich aber nochmals zur goldenen Madonna auf dem Monte Moro Pass hochsteigen.

Um 10:25 Uhr kommt das Postauto am Mattmarkdamm an, und die Wanderung durch die drei ganz unterschiedlichen Geländeabschnitte kann losgehen.

Abschnitt 1:
Wanderweg T1 dem See entlang vom Staudamm Mattmark bis zur Distelalp. Ca. 45min.



Abschnitt 2: 
Auf T2 Wanderweg mässig steil von der Distelalp zum Telliboden. Ca. 50 min



Und weiter geht es mit dem dritten Abschnitt:
Vom Telliboden zum Monte Moro Pass im Blockgelände T3 hoch zum Monte Moro Pass. Es gibt ein paar wenige kleine Schneefelder zum queren. 
Dauer: ca. 60 min. 

























Beim zweiten Begehen der Wanderroute gehe ich mit anderen Augen durch das Gelände - es ist aber nicht weniger beeindrucken und einfach nur wunderschön!
Im Gegensatz zur letztjährigen Wanderung konnte ich die Route gelassener angehen - ich wusste, dass die Seilbahn fährt, und ich hatte den Fahrplan für den Bus durchs wilde Anzascatal in der Tasche.


Die weiteren Eckdaten sowie die Angaben zur Wanderung sind im letztjährigen Post zu finden.





Freitag, 15. Juli 2016

Matterhorn Trail

Immer noch tut sich der Norden schwer mit sonnigem Wetter. Zudem sind die Temperaturen empfindlich gesunken. Trotzdem möchte ich ins Wallis. Schnell ist man dort zwar auf sonnigen aber dennoch kühlen 2500müM oder höher. Eigentlich hätte ich gerne die Tour über den Ritzengrad gemacht. Allerdings hätte es auf diesem recht exponierten Weg auf über 3000müM noch etwas frischen Schnee haben können. Deshalb entschied ich mich für den einfachen aber aussichtsreichen Matterhorn Trail zum Schwarzsee.





Eckdaten:
Startpunkt: Zermatt Dorf, 1620 müM
Endpunkt: Schwarzsee, 2583 müM

Route:
Zermatt - Zmutt - Stafel - Stafelalp - Schwarzsee (2583 müM)

Wanderzeiten:
Zermatt - Zmutt: 50 min
Zmutt - Stafelalp: 50 min
Stafelalp - Schwarzsee: 45 min

Total: 2h 25min

Weg: 
Bis Zmutt durchwegs und bis Stafelalp mit kurzen Ausnahmen T1 Naturweg. Ab Stafelalp gut ausgebautes T2.



Wegbeschreibung:
Ab Bahnhof Zermatt geht es zunächst einmal ca. 15min durchs Dorf bis zur Talstation des Matterhorn Express. Hier zweigt der gut gepflegte Naturweg rechts ab ins wunderschöne Zmutttal. Schon bald begleitet mich die Aussicht auf das Matterhorn und das Gabelhorn. Der Weg steigt angenehm und regelmässig und ist auch für Spaziergänger geeignet. Ich gehe den Weg in Turnschuhen. 
Bis zum urchigen Weiler Zmutt (hier hat es zwei bliebte Einkehrmöglichkeiten) brauche ich 50 min. 
Ich wechsle die Schuhe und folge dem Wegweiser Richtung Stafelalp. Der Weg sinkt zunächst ein wenig ab. Beim Kraftwerk führt eine Brücke über die Schlucht und auf der anderen Seite geht es gleich wieder hoch. Nun folgt der wenig atraktivste Teil der Wanderung. Während ca. 1.2 km folgt der Wanderweg einer teils asphaltierten Strasse. 


Zum Glück entdecke ich dann einen unscheinbaren Wegweiser, welcher einen Shortcut-Pfad hoch zur Station Stafelalp markiert. So kann ich die Strasse verlassen, und auf dem schmalen Pfad durch den Wald gewinne ich rasch an Höhe und bin schon bald bei der Station Stafelalp. 

Ab hier kommt nun ein hübscher Bergweg. Während ca. 160hm ist er ziemlich steil, danach schlängelt er sich terrassenförmig der Station Schwarzsee entgegen, welche bereits von Weitem erkennbar ist. Jedoch scheint sie näher als sie in Wirklichkeit ist. Nach total knapp 2.5 h wandern erreiche ich die Station der Gondelbahn. Ich überlege kurz, ob Kraft und Zeit noch reichen für die letzten 380hm zum Trockenen Steg, entschliesse mich aber nach einem kurzen Beratungsgepräch mit dem Angestellten der Seilbahn dagegen.

Mit der Bahn fahre ich bis zur Station Furi und gehe den Rest des Weges in weitern ca. 35 min zum Auslaufen zu Fuss zurück nach Zermatt. 



Fazit:
Der Matterhorn Trail ist aussichtsreich und landschaftlich schön eingebettet. Nicht nur der Blick aufs Matterhorn sondern auch die Aussicht auf die Monte Rosa Kette begleiten einen auf dem Aufstieg. Das kurze unschöne Wegstück ist bald vergessen. 


Mehr zu dieser Tour auf Zermatt.ch.





Sonntag, 10. Juli 2016

Wannihorn und Seetal

Es wartet erneut ein hochsommerlicher Tag. Bevor morgen die grossen Gewitter kommen, will ich nochmals in die Höhe. Die Beine haben sich von der gestrigen Tour über den Saflischpass einigermassen holt. Dennoch suche ich mir eine Destination, wo ich mehrere Möglichkeiten habe. Das Seetal(horn) bei Grächen bietet mir diese. Entweder ich mache den gesamten Aufstieg von ca. 1200hm zu Fuss, oder ich gönne mir die Fahrt mit der Hannigalpbahn, welche mir 450hm schenkt. Ich werde vor Ort entscheiden, wenn ich um 09:50 Uhr in Grächen ankomme.






Eckdaten:
Startpunkt: Bergstation Hannigalp, 2122 müM
Endpunkt: Bergstation Hannigalp, 2122 müM

Route:
Hannigalp - Chleini Furgge - Grossi Furgge - Wannihorn (2669 müM) - Küchenwang - Seetal Bergstation (2864 müM) - Heidnische Tossu - Stafel - Hannigalp

Wanderzeiten:
Hannigalp - Wannihorn: 75min
Wannihorn - Seetal: 60min
Seetal - Hannigalp: 60min

Total: 3h 15min

Weg:
Bis und mit Seetal fast durchgehend T3, Blockgelände oder Geröll, aber nirgends exponiert. Zu Beginn ca. 15min und Abstieg ab Seetal T2, teilweise über die Skipiste.


Wegbeschreibung:
Da ich mir ja über die Routenwahl zum Seetal noch nicht im Klaren war, suche ich vor Ort Rat. Der Wegweiser war wenig aussagekräftig, da er nur grobe Richtungen ohne Wegzeiten angibt. 

Als erstes beschliesse ich, nach der gestrigen langen Tour die Bergbahn zu beanspruchen und gondle auf die Hannigalp. Dort gibt mir der nette Angestellte an der Bergstation der Hannigalpbahn bereitwillig und ortskundig Auskunft.

Um 10:20 Uhr ziehe ich dann los und habe den Gratweg zum Wannihorn (oder auch Wannehorn, je nach Karte und Wegweiser) im Visier. Zunächst verläuft der Weg relativ steil aufwärts entlang der Skilifttrassen. Am Ende des Skilifts angekommen, zweigt der Weg zu, Grat ab, wird schmal und genau so wie ich die Wege mag: Zwischen Steinen und Blöcken geht es idyllisch aufwärts. Beobachtet werde ich einzig von zwei nicht ängstlichen Steinböcken Nach 40min ist die Grosse Furgge erreicht und ein Bänkli bietet sich für eine kurze Pause an. Mit Blick ins Rhonetal verpflege ich mich und nehme die 250 Höhenmeter bis zum Gipfel unter die Füsse. Ab hier verläuft der Weg komplett im Blockgelände. 

Auf jedem 3. Felsblock finden sich Wegmarkierungen. Man kann sich also nicht verlaufen. 
Insgesamt erinnert mich der Aufstieg sehr an die Route auf das Sidelhorn. Das Gelände ist ähnlich, das Panorama jedoch komplett anders.
Nach total 75min Wanderzeit (auf der Wanderkarte auf der Homepage von Grächen steht 2h10min...) stehe ich auf dem Gipfel vom Wannihorn. Absolut lohnenswert! Und ich bin ganz alleine dort oben - nicht wie auf anderen leicht erreichbaren Gipfeln...
Nach einer kurzen Pause ziehe ich weiter, verlasse den Gipfel westwärts in Richtung Küchenwang. 
Ab hier geht es während ca. 15min unterhalb des Distelhorns über eine Skitrasse. Dieses Wegstück ist wenig ansprechend. Ich gehe zügig voran, da es hier allenfalls auch zu Steinschlägen kommen könnte. 
Zum Schluss wartet noch ein happiger Anstieg von gut 200 Höhenmetern durch eine Geröllhalde auf mich. Der Weg ist markiert - allerdings mit gelb-schwarzen Rauten, was ich doch ein wenig untertrieben finde. Der Weg ist sicherlich eher ein T3 als ein T1...

Eine knappe halbe Stunde dauert es, bis ich das Seetal erreicht habe (also die Bergstation, nicht das Horn). Von dort an geht es nur noch abwärts. Lange Stücke folge ich der Skipiste. Nicht sehr idyllisch, doch es geht dafür zügig vorwärts. Vorsicht ist dennoch geboten. Denn der Weg ist staubtrocken, steil und rutschig.
Kurz vor dem Stafel zweigt der Weg (hier wieder rot-weiss-rot markiert) ab und schlängelt sich wunderschön durch einem kleinen Lärchenwald. 
Ab Stafel gelange ich auf den Spazierweg durch dem Stafelwald zurück zur Hannigalp, welche ich nach total 3h15min wandern erreiche. Ab hier geht's mit der Gondel talwärts.

Fazit:
Der Weg aufs Wannihorn ist wunderschön und absolut lohnenswert. Es braucht etwas Übung im Blockgelände, aber der Weg ist nicht exponiert, daher leicht begehbar für trittsichere Wanderer.
Der Weg zum Seetal ist wenig idyllisch. Bei wolkenlosem Wetter wäre die Aussicht aber sehr schön.





Samstag, 9. Juli 2016

Saflischpass

Die Wanderung über den Saflischpass wird als aussichtsreich und eindrücklich beworben. Nun gut, dann muss ich dort ja zwingend mal hin, auch wenn die Anreise ins urtümliche Binntal lang ist. Die Wetterprognosen versprechen einen Hochsommertag mit Temperaturen von über 30 Grad. Also lohnt es sich, früh aufzustehen. Um 09:30 kann es in Binn losgehen - vor mir liegen laut Wegweiser 5h Aufstieg und eine Gesamtdauer von 7h.







Eckdaten:
Startpunkt: Binn, 1400 müM
Endpunkt: Rosswald Station, 1819 müM

Route:
Binn - Ze Binne - Sickerchäller - Mässhitta -
Saflischpass (2563 müM) - Fleschboden - Rosswald

Wanderzeiten:
Binn - Ze Binnu: 20min
Ze Binnu - Mässhitta: 1h 40min
Mässhitta - Saflischpass : 1h 20min
Saflischpass - Rosswald: 1h  30 min

Total: 4h 50min

Weg:
Von Binn bis kurz vor  Sickerchäller mehrheitlich T1 auf Fahrstrasse, kurze, steilere Stücke T2,   danach alles T2, teils sehr ausgewaschen.


Wegbeschreibung:
Das Postauto führt mich bis nach Binn. Entgegen allen, was ich bisher in solchen Dörfern erlebt habe, steht bei der Station kein Wegweiser. Ich konsultiere also meine Karte, g etwas weitwr ins kleine Dorf hinein und verlasse dieses über eine alte Steinbrücke. Dort finde ich nun eine erste Hinweistafel und 150m weiter folgt dann der effektive Wegweiser. 

Zunächst geht es über einen Trampelpfad durch den Wald 100 Höhenmeter herunter nach Ze Binne. dort hat es - idyllisch gelegen - einen kleinen Stausee.
Gleich nach dem Überschreiten der Brücke über den Saflischbach beginnt der Weg zu steigen. Bei den bereits am Morgen heissen Temperaturen ist es angenehm, dass der Weg durch den Wald verläuft. Allerdings hat man dafür keine Aussicht. Teile des Weges verlaufen über eine Fahrstrasse. Die Fahrer nehmen dort keinen Rücksicht auf Wandere, also Achtung! Andere Wegstücke verlaufen als Wanderweg abseits der Fahrstrasse. Diese Wegstücke sind wohl die steilsten des Tages.

Nach rund 1h 30 wandern komme ich aus dem Wald heraus. Endlich habe ich etwas Aussicht - der Blick schweift über das Binntal hin zur Region um den Nufenenpass.
Bald endet auch doe befahrbare Strasse und der Weg zieht sich nun über Wiesen und Grasmotten stetig aber nicht steil weiter. 

In der Region Mässhitta setze ich mich gemütlich bei einer Sennhütte zur Mittagsrast hin. Von hier aus liegen noch gut 90min bzw. 500hm Aufstieg vor mir. Diese lege ich nach der Verpflegung zurück. Dies ist wieder einmal eine Strecke, bei der ich das Gefühl habe "Jetzt bist du gleich oben." Und dann folgt noch eine Biegung oder eine Steigung. 
Dach nach insgesamt 3.5h Anstieg (also keine 5h wie es der Wegweiser prophezeihte) stehe ich vor dem Wegweiser auf dem Saflischpass. Die Aussicht nach Osten und Westen ist wirklich toll - es sind viele 4000er der Mischable-Gruppe zu sehen, aber auch ostwärts enttäuscht die Aussicht nicht.

Nun folgt noch der Abstieg. Ganz langsam beginnt der Weg zu sinken. Jedoch habe ich nach einer halben Stunde kaum 100hm zurückgelegt.


Erst ab dem Speichersee für das Skigebiet Rosswald beginnt der Weg steiler zu sinken. Dort mache ich noch einmal eine Rast und bringe dann den restlichen Abstieg - folgend den Skipisten - hinter mich. 
Plötzlich öffnet sich der Blick über das gesamte Rhonetal und ihre Majestät, das Bietschhorn, welches wie ein Zahn aus der Bergkette des Lötschentals ragt. Schon nur dafür haben sich die Strapazen gelohnt!

Kurz vor 15 Uhr treffe ich bei der Bergbahn ein, die mich zurück ins Tal bringen wird. 





Fazit:
Die Tour hat sich mehrheitlich gelohnt, auch wenn die ersten 1.5h wandern im Wald und entlang dem Fahrweg eher langweilig war.

Mehr zu dieser Tour inkl. Download der Karte auf wanderland.ch.








Freitag, 7. August 2015

Glacier Trail Mattmark - Britanniahütte

Erneut hat sich ein Hitzehoch über der Schweiz festgesetzt. Um der brütenden Hitze in der Stadt zu entfliehen, muss man sich schon ziemlich weit im die Höhe begeben. Der Glacier Trail zur Britanniahütte bietet genau diese Möglichkeit - und beim Gang über zwei Gletscher ist für Abkühlung gesorgt. 
Als Ausgangspunkt wählte ich - wie bereits vor Kurzem für die Wanderung zum Monte Moro Pass - den Mattmarkstaudamm. Um 09:30 konnte die Wanderung dort beginnen.






Eckdaten:
Startpunkt: Mattmark Staudamm, 2207 müM
Endpunkt: Bergstation Felskinn, 2989 müM

Route:
Mattmark Staudamm - Schwarzbergalp - Schwarzbergkopf - Allalingletscher - Laubhorngletscher - Britanniahütte (3030müM) - Egginerjoch - Bergstation Felskinn

Wanderzeit:
Mattmark Staudamm - Schwarzbergkopf: 1h 35min
Schwarzbergkopf - Britanniahütte: 1h 30min
Britanniahütte - Bergstation Felskinn: 1h
Total: 4h 05min

Weg:
Der Weg ist durchwegs gut präpariert und markiert. Mattmark - Schwarzbergkopf: T2 (bis Schwarzbergalp T1), ab Schwarzbergkopf weiss-blau-weiss markiert und wegen den Gletscherüberquerungen als T4 deklariert. Zwischen den Gletschern T3 im Blockgelände. Der Weg ist nirgends ausgesetzt oder gefährlich.


Wegbeschreibung:
Die Wanderung beginnt auf einer Fahrstrasse, welche am Mattmarksee entlang führt. Nach dem ersten Tunnel zweigt der Weg zum Schwarzbergkopf bald rechts ab und steigt merklich an. In einer weiten Kehre erreicht man nach ca. 30min die Schwarzbergalp. Das Einlaufen ist nun beendet. 

Die Fahrstrasse endet und der Weg führt links von der Alphütte eng und abwechselnd mehr oder weniger steil den Hang hoch. Es ist bereits sehr heiss und die Steigung macht sich konditionell bemerkbar.

Plötzlich, nach etwas mehr als einer Stunde, eröffnet sich mir der Blick auf das Ziel: die Britanniahütte. Doch obwohl sie relativ nah erscheint, weiss ich, dass ich noch zu den Gletschern absteigen und auf der anderen Seite wieder aufsteigen muss. Und der Schwarzbergkopf ist auch noch nicht erreicht... Also weiter geht's.
Auf dem Schwarzbergkopf angekommen, treffe ich auf mehrere Wanderer, die den schönen Aussichtspunkt zur Mittagsrast nutzen. 
Ich ziehe noch etwas weiter. Ab hier ist der Weg weiss-blau-weiss markiert (vorher weiss-rot-weiss), und das Gelände wird von einem Schritt auf den anderen steinig und felsig. Es folgt nun der Abstieg von ca. 100hm zum Allalingletscher. Die Überquerung ist absolut problemlos. Der Pfad ist gut mit Stangen markiert. Einige davon liegen am Boden, weil der Gletscher sie bei diesen Temperaturen weggeschwitzt hat. Nach dem Allalingletscher folgt die mühsamste Passage der Wanderung. Ich muss einen Sattel aus Geröll und Felsblöcken hinter mich bringen. Zwar ist auch hier der Weg alle 3m markiert, doch bei jedem Schritt muss ich auf meine Füsse aufpassen, damit ich nicht zwischen die Geröllstücke trete. 

So brauche ich für dieses kurze Teilstück relativ viel Zeit. Es folgt dann noch die kurze Überquerung des zweiten Gletschers und der Schlussanstieg zur Britanniahütte, welche ich nach wenig mehr als 3h wandern erreiche. Auf 3030m ist es angenehm kühl, und ich mache ein paar Minuten Pause. Danach geht es an den Rückweg zur Felskinnbahn. Etwa 100 Höhenmeter muss man hergeben, nur um sie zum  Erreichen des Egginerjochs erneut hochzusteigen. Kurs nach der Britanniahütte quere ich noch einmal ein kurzes Gletscherstück. Der Weg vom Egginerjoch zur Felskinnbahn ist mehr oder weniger flach, führt jedoch durch matschigen Schnee, was das gehen in Anbetracht der bereits müden Beine anstrengend macht. 
Nach knapp mehr als 4 Stunden wandern treffe ich am Ziel ein und fahre mit dem Alpin Express nach Saas Fee.

Fazit: 
Die Wanderung ist absolut lohnenswert. Die Aussicht ist wunderschön und in Mitten der 4000er der Mischabelgruppe kommt ein hochalpines Feeling auf. Die Überquerung der Gletscher ist problemlos. Geübte Wanderer mit etwas Ausdauer sollten sich von dem T4 und den weiss-blau-weissen Markierungen nicht abschrecken lassen. Doch natürlich darf man auf dem Gletscher die Augen niemals vom Pfad abschweifen lassen. Spalten können immer und überall auftauchen.