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Mittwoch, 20. Juli 2016

Über den Hochstollen zum Abgschütz

Der Himmel ist immer noch wolkenlos. Ein weiterer wunderbarer Wandertag steht bevor.

Nach einigen Touren im Wallis sollte es heute eine ganz andere Kulisse geben. Der Weg wird mich heute von Hasliberg Käserstatt nach Melchsee-Frutt führen. Wenn man Beiträge zur Wanderung über den Hochstollen und das Abschütz liest, stösst man immer wieder auf Hinweise wie "leichte Kletterei", "ausgesetzt", "höchste Vorsicht" und ähnliches. Nun gut, es wird schon irgendwie gehen, ist der Weg doch als weiss-rot-weisser Bergweg deklariert. 
Um Punkt 11:00 starte ich bei der Bergstation Käserstatt zu dieser Tour ins Herzen der Schweiz.



Tagesziel Hochstollen
Eckdaten: 
Startpunkt: Bergstation Käserstatt, 1840 müM
Endpunkt: Melchsee-Frutt, 1902 müM

Route:
Käserstatt - Hochsträss - Wit Ris -
Hochstollen (2481 müM) - Abgschütz - Melchsee-Frutt 

Wanderzeiten:
Käserstatt - Hochsträss: 40 min
Hochsträss - Hochstollen: 45 min
Hochstollen - Melchsee-Frutt: 75 min

Total: 2h 40min

Weg:
Durchwegs T2, gut unterhalten und in sehr gutem Zustand.


Wegbeschreibung:
Von der Käserstatt folgt der Weg zunächst der Skipiste. Daher ist der Weg zum Einlaufen recht steil, und ich gewinne sehr rasch an Höhe. Nach knapp 40 Minuten ist die Bergstation der Sesselbahn erreicht und mit 340 Höhenmetern ist die Hälfte der Höhendifferenz bereits zurückgelegt.

Felsformation kurz vor dem Hochstollen
Der Weg folgt nun dem Hohsträss, einem Grat, der in Richtung Wit Rit führt. Bereits sieht man deutlich das Tages, den Hochstollen. Am Ende des Hohsträss-Grates zweigt der Weg zum Hochstollen nach links ab. Rechts würde die alpine Route zum Rothorn führen. 

Der Weg führt nun geradewegs auf den Wit Rit zu. Offenbar soll es hie einige äusserst exponierte Stellen geben. Ok, aber wo sind sie denn? Ich konnte sie nirgends finden. Der Weg ist durchwegs wunderbar begehbar und auch nicht ausgesetzt. Einzig kurz nach dem Wit Rit überquere ich noch einmal einen kurzen Grat, der üblicherweise mit Drahtseilen gesichert wäre. Allerdings liegen diese allesamt am Boden. Dennoch ist der Grat absolut problemlos zu traversieren. 

Brienzersee und Thunersee
Noch ein paar Meter und dann ist der Hochstollen nach ca. 1h 25min erreicht. 
Die Aussicht ist fantastisch. Jede der vier Windrichtungen bietet ein völlig anderes Panorama: östlich sieht man auf die Melchsee-Frutt mit den Seen, südlich grüsst das Haslital mit dem Ritzlihorn, westlich blicke ich auf den Brienzer- und Thunersee und im Norden befindet sich das Entlebuch und Emmental. 

Eine längere Rast lohnt sich bevor ich in Richtung Abgschütz weiterziehe. Über diese Wegpartie las ich, dass man eine eindrückliche und äusserst abschüssige Geröllhalde traversieren müsse. Doch auch diese konnte ich nicht finden. Der Weg führte gut befestigt durch etwas steinigeres Gelände. 

Bald ist das Abschütz, eigentlich ein sanfter Grat, erreicht. Von hier geht es relativ steil durch Weidegelände bergab - stets auf die leider sehr verbaute Melchsee-Frutt zu. 

Melchsee und Tannsee
Nach 75 min Abstieg ist das Ziel erreicht. Die Melchsee-Frutt ist recht belebt aber leider auch sehr unschön überbaut. Neue mächtige Hotelresorts prägen das Bild der eigentlich beschaulichen Hochebene. 

Fazit:
Die Wanderung ist sehr lohnenswert. Für berggewohnte Wanderer hat es keinerlei heikle Stellen. 
Die Aussicht ist extrem abwechslungsreich und man bekommt auf einer so kurzen Wanderung sehr vielseitige Panoramen geboten.


Donnerstag, 16. Juli 2015

Engelberg - Jochpass - Engstlenalp

Ebene bei Trüebsee 
Heute wanderte ich wieder einmal ein Stück über die Via Alpina. Der Zubringer zum Berner Oberland führt von Engelberg über den Jochpass auf die Engstlenalp.
Die Anreise via Luzern nach Engelberg geht verhältnismässig zügig, jedoch war der Regiozug ab Luzern berstend voll - auf jeden Fall bis zur Stanserhornbahn. Von dort an war es im Zuzg wie später auf den Wanderwegen: Bevölkert aber nicht überfüllt. 
Um kurz vor 10 Uhr startete ich am Bahnhof Engelberg zu meiner Wanderung.



Eckdaten: 
Trüebsee
Startpunkt: Engelberg Bahnhof, 1009 müM
Endpunkt: Engstlenalp, 1834 müM

Route:
Engelberg - Trüebsee - Jochpass (2207 müM) - Engstlenalp

Wanderzeit:
Engelberg – Gerschnialp: 35 min
Gerschnialp - Trüebsee Station: 1h 10min
Trüebsee Station - Jochpass: 1h 15min
Jochpass - Engstlenalp: 50 min

Weg: 
Durchgehend T2-



Wegbeschreibung:
Ab Bahnhof Engelberg gibt es ein ca. 5minütiges flaches WarmUp, um das Dorf zu verlassen. Rechterhand sieht man dabei die Sprungschanzen, auf welchen Simon Ammanns grosse Karriere begann.

Beim Restaurant Bänklialp beginnt der Anstieg zur Überwindung von insgesamt 1200 Höhenmetern. Diese überwindet man auf dieser Route in drei Abschnitten.
Der erste Abschnitt führt fast komplett angenehm und regelmässig ansteigend durch den Wald bis zur Gerschnialp. Hier geht es ziemlich flach und sonnig über Kuhweiden bis beim nächsten Waldrand die nächste Etappe des Anstiegs wartet. Diese führt über fast 500hm steil hoch zur Station Trüebsee, die bereits sichtbar ist. Zum Glück erfolgt auch dieser Anstieg fast vollständig im Wald. Doch auch so fliesst der Schweiss in Strömen. Obwohl der Weg steil ist, bekomme ich einen guten Rhythmus. Für die knapp 500hm brauche ich rund eine Stunde. Oben angekommen bin ich schockiert von den Baustellen, die mir entgegenschlagen. Offenbar werden mehrere neue Bergbahnen erbaut. Da es bereits sehr viele davon hat in diesem Gebiet, verstehe ich nicht, warum es noch mehr davon braucht.

Schnell mache ich mich wieder davon um die dritte Steigungsetappe in Angriff zu nehmen. Zunächst muss ich wenige Höhenmeter zum Trüebsee absteigen. Auf der anderen Seite des Sees sehe ich bereits den Weg, der sich durch viel Vegetation bergwärts schlängelt. Ich zweige also auf diesen Weg ab. Ich bin froh, dass die Pflanzen etwas Kühle abstrahlen. 

Engstlensee
Der Weg windet sich mal steiler und mal flacher in vielen Spitzkehren den Hang hinauf. Da die Beine langsam müde sind und die Hitze drückt, bin ich froh, nach 75min den Jochpasas erreicht zu haben. Auch hier hat es viele hässliche Bahnstationen. Daher gehe ich ohne Rast weiter, denn nur wenige Schritte weiter vorn bietet sich mir ein wunderschöner Blick auf den Engstlensee. Der Abstieg aufs Seeniveau braucht ca. 45min. Nun setze ich mich hin und gönne meinen Füssen ein kühles Bad im See. Das tut gut!


Nun sind es nur noch 5min bis zur Busstation auf der Engstlenalp. Ab hier kann ich im Postauto die Fahrt durch das landschaftlich wunderschöne Gental geniessen.