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Sonntag, 11. August 2013

Säumerweg über den Grimselpass

Hier noch ein kleiner Bach: Die Aare

Auf zum Ursprung der Aare

Gut erholt nach einer Nacht in Guttannen bin ich bereit für neue Taten.
Naja, die Knie schmerzen immer noch ein wenig beim Treppenlaufen, aber darüber kann ich hinwegsehen. Allerdings bin ich mir im Moment nicht so sicher, ob ich dann den heutigen Abstieg nicht doch lieber mit dem Postauto machen werde. Aber diese Entscheidung hat ja noch Zeit. Schliesslich steht erst einmal ein fünfstündiger Aufstieg auf den Grimselpass an. 
Nach einem feinen Früchstück verabschiede ich mich von Urs und seiner Familie und mache mich um 08:15 Uhr auf den Weg.









Eckdaten
Startpunkt: Guttannen Schulhaus, 1057 müM
Endpunkt: Oberwald Bahnhof, 1366 müM


Route:
Guttannen - Handegg - 
Grimselpass (2164 müM) - 
Totensee - Oberwald

Wanderzeit:
Total 6h 30min

Wetter:
Sonnig

Weg:
T2, alter Säumerweg, beim Grimselhospiz kurzes Stück auf der Passstrasse 


Wegbeschreibung:
Bereits am Morgen kurz nach 8 Uhr hört man die beschleunigenden Motorräder auf der Passstrasse. Dieses Geräusch wird mich mehr oder weniger druchgehend bis zur Passhöhe begleiten, auch wenn der Wanderweg meistens abseits der Strasse verläuft.
Der Wanderweg beginnt auf einer forstwirtschaftlichen Strasse. Diese steigt sehr gemähchlich einige Höhenmeter an. Bald einmal geht der Weg in den Wald hinein und ist nun nur noch ein schmaler Pfad, der sich in stetigem auf und ab in Richtung Handegg hochschlängelt. Nach 90min habe ich die Handegg erreicht. 
Der Weg geht im gleichen Stil weiter, steigt an, verliert dann wieder an Höhe, ist einmal im Wald und einmal auf offenem Gelände. Kurz nach der Handegg komme ich durch eine Art Garten voller riesiger Findlinge. 

Räterichsbodensee
Nach weiteren gut 90 Minuten habe ich den Räterichsboden-Stausee erreicht. Dort mache ich eine Pause. Nach 3 Stunden Wanderzeit habe ich erst rund 700 Höhenmeter hinter mich bringen können. Von hier aus sollte ich laut Wegweiser in weiteren 2 Stunden die Passhöhe erreichen.

Der weitere Weg führt dem Stausee entlang. Hier hat es an den Felswänden zahlreiche Kletterer. Scheint ein beliebtes Gebiet zu sein. 
Am Ende des Stausees erwartet mich ein happiger Aufstieg zum Grimselhospiz. 



Aussicht von der Passhöhe
Nun wird es etwas mühsam. Während rund einem Kilometer folgt der Wanderweg der vielbefahrenen Passstrasse. Zum Glück hat es auch viele Velofahrer, so dass die Autos eh abbremsen müssen. Dennoch bin ich froh, als der Wanderweg für die letzten 200 Höhenmeter noch einmal von der Strasse weggeht. 

Nach 4h 30 Minuten Wanderzeit habe ich die Passhöhe erreicht. Es wimmelt nur so von Motorrädern, Radfahrern und Autos.



Totensee
Ein Blick auf den Wegweiser verrät mir, dass das Tal (Oberwald oder Obergesteln) über den alten Säumerweg in 2h 15min zu erreichen sein sollte. Ich entscheide mich - trotz müden Beinen und angeschlagenen Knien - den Abstieg aus eigener Kraft zu meistern. 


Und diese Entscheidung hat sich gelohnt! Das Plateau auf dem Grimselpass ist wunderschön. Vorbei am Totensee steigt der Weg zunächst noch einmal etwa 50 Meter an, belohnt wird man durch den Blick auf den Rhonegletscher. 



Rhonegletscher
Von nun an geht es abwärts. Im Gegensatz zu gestern verliert der Weg nur langsam an Höhe und den Knien geht es soweit ganz gut. 
Bei der Verzweigung an Punkt 2102 entscheide ich mich für den zwar etwas längeren dafür angenehmeren Abstieg nach Oberwald. 
In langen Serpentinen sinkt der Weg allmählich. Zwar ist die Route langweilig, dafür geht es schmerzfrei bis der Weg nach 7 Serpentinen in den Wald abzweigt und steil nach unten geht. 

Genau pünktlich zur Abfahrt des Zuges nach Brig erreiche ich den Bahnhof Oberwald nach 6.5 Stunden Wanderzeit.


Mehr zu dieser Tour auf http://www.wanderland.ch/de/routen/etappe-01495.html.

Samstag, 10. August 2013

Trift - Windegghütte - Furtwangsattel

Zwischen Menschenmassen und Einsamkeit

Tagesziel: Guttannen im Haslital
Der Wetterbericht meldet für dieses Wochenende zwei wunderbare Wandertage. Also ist es für mich fast ein Muss, diese Chance zu nutzen und eine zweitägige Wanderung zu machen. Ins Haslital soll es gehen, wo ich schon seit längerem einem Kollegen in Guttannen einen Besuch abstatten wollte. 
Der erste Tag sollte mich von Gadmen via Triftbrücke und Windegghütte über den Furtwangsattel nach Guttannen bringen. 







Eckdaten:
Startpunkt: Bergstation Untere Trift, 1357 müM
Endpunkt: Guttannen Schulhaus, 1057 müM

Route:
Untere Trift - Triftbrücke - Windegghütte - 
Furtwangsattel (2568 müM) - 
Guttannen

Wanderzeit:
6h 15min

Wetter:
Sonnig, auf dem Furtwangsattel bewölkt

Weg:
T2 bis T3, zum Furtwangsattel teils weglos und im Geröll



Wegbeschreibung:

Um 10.15 Uhr treffe ich mit dem Postauto bei der Triftbahn ein. Leider weiss ich, dass die Wartezeit an der Bahn 90min betragen wird. Daher überlege ich mir, ob ich nicht dich zu Fuss die 350 Höhenmeter zur unteren Trift hinter mich bringen soll. Doch ich habe Glück und kann ein Ticket für die Fahrt in 15min erben und so bin ich kurz vor 11 Uhr bei der Unteren Trift abmarschbereit.
Zunächst hat es viele Leute, auch Touristen in Turnschuhen, obwohl mir der Weg doch eher wanderschuhwürdig erscheint. 



Triftgletscher
Landschaftlich sehr schön führt der Weg in angenehmer Steigung weiter hinein ins Tal und nach 70min bin ich bei der bekannten Triftbrücke. Hier tummeln sich dutzende Menschen und ich verzichte darauf, die Brücke zu überqueren. Immerhin präsentiert sich mir ein herrlicher Blick auf den schrumpfenden Triftgletscher.

Ich schlage den Ketteliweg zur Windegghütte ein. Dieser ist teilweise ausgesetzt und es hat kurze Kletterpartien drin, doch der Weg ist bestens mit funkelnagelneuen Ketten gesichert. So erreiche ich die Windegghütte nach weiteren ca. 40min. Hier mache ich eine kurze Mittagsrast. 

Der Wegweiser kündigt eine weitere Wanderzeit von 2.5h bis zum Furtwangsattel und 4.5h bis nach Guttannen an. Also mache ich mich wieder auf den Weg. 

Schon kurz nach der Windegghütte bin ich ganz alleine unterwegs. Zunächst ist der Weg ein typisches T2, steinig und dazwischen wieder Gras. Je höher ich komme, desto felsiger und gerölliger wird der Weg. Teils ist die Route dann sogar weglos, und da es immer noch einige Schneefelder hat, ist es oftmals schwierig, den richtigen Weg zu finden, weil die Markierungen verdeckt sind.

Es ist einsam hier, und Handyempfang gibt es auch nicht. Also besser trittsicher und langsam Schritt für Schritt vorwärts gehen. Alles in allem erinnert der Aufstieg doch stark an den letzten Teil der Sefinenfurgge.

Nach total etwas mehr als 4 Stunden Aufstieg bin ich schliesslich auf dem Furtwangsattel und ich sehe tief unter mir das Haslital. Nun warten 1500m Abstieg auf mich. So gut es geht versuche ich meine Knie zu schonen, doch die Höhenmeter zollen ihren Tribut, und auf den letzten 400 Höhenmetern habe ich oft das Gefühl, es gehe keinen einzigen Schritt mehr weiter. 

Schliesslich komme ich nach 6h 15min Wanderzeit in Guttannen an und werde herzlich empfangen. Vielen Dank an Urs und seine Familie!


Fazit:
Die Wanderung ist landschaftlich und vom Weg her abwechslungsreich. Allerdings ist der zweite Teil von der Windegghütte über den Furtwangsattel sehr anstrengend und nicht unbedingt zum Alleingang zu empfehlen, da es kaum andere Wanderer hat. Mir sind in 4 Stunden nur gerade 3 Menschen begegnet.
Auch sollte den Furtwangsattel nur ins Auge fassen, wer das Wandern über Felsen und Geröll mag.

Die Wartezeiten an der Triftbahn können beliebig lang sein. Es lohnt sich allenfalls das Ticket im Voraus zu beziehen. Mehr Infos dazu auf Grimselwelt.ch.


Mehr zu dieser Tour auf GPS-Tracks.com oder GPSies.com

Samstag, 28. Juli 2012

Lenk - Trüttlisbergpass - Turbach - Gstaad

Bei der Wallegg - ein Blick zurück
Der letzte Tag meiner grossen Tour steht bevor. Obwohl ich bisher eigentlich ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht habe und vollgepackt bin mit besten Eindrücken, spüre ich jetzt, dass ich genug habe. Jetzt will ich nur noch nach Hause!
Also packe ich es an. Früh geht es los. In der Nacht hat es intensiv geregnet und man weiss nicht so richtig, was das Wetter heute will. Bestenfalls bleibt es von oben her trocken, worst case habe ich och 7h Wanderung im Regen vor mir...
Kurz vor halb acht mache ich mich also auf den Weg. 


Eckdaten:
Startpunkt: Lenk, 1068 müM

Endpunkt: Gstaad Bahnhof, 1068 müM

Strecke:
Lenk - Wallegg - Lochberg - 
Trüttlisbergpass (2038 müM) - 
Türli - Pfaffenberg - Turbach - 
Gstaad

Total: 
ca. 23km

Wanderzeit:
ca. 7h 15min

Weg:
T1 - T2


Die Strecke:
Nach der Wallegg
An der Lenk geht es zunächst durchs Dorf, dann aber gleich nach dem Dorfausgang steigt der Weg über die Wiesen an. Zwar regnet es nicht, aber trotzdem sind meine Beine nach spätestens 10 Minuten nass bis über die Knie. Bald komme ich auf einen Waldweg, da ist es etwas trockener und nach etwa einer Stunde habe ich das Berghaus Wallegg erreicht. Noch geht es weiter durch den Wald und nun regnet es auch wieder, doch im Wald merke ich nicht so viel davon. 

Nach einer weiteren ca. halben Stunde komme ich aus dem Wald. Vor mir liegen nun Weiden. Stetig steigt der Weg zunächst über den unteren und danach den oberen Lochberg an. Der Weg ist teils mühsam zu gehen, da die Kühe tiefe Löcher in den aufgeweichten Boden gestanzt haben. Zweierorts durchquere ich eine Kuhherde. Bis ich nach dem oberen Lochberg wieder ganz verlassen unterwegs bin. 

Und nun ist er da, der Trüttlisbergpass - der letzte von 7 Pässen auf meiner Wanderung durchs Berner Oberland. 
Vorbei an der Tube komme ich zum Türli, wo ich rechtshaltend den Weg hinter dem Giferspitz durch in Richtung Turbach einschlage. 

Zwischen Giferspitz und Wistätthorn
Was jetzt kommt, erscheint mir endlos. Mehr als zwei Stunden wandere ich durch das Tal zwischen Wistätthorn und Giferspitz. Die Landschaft immer gleich, und es scheint kein Ende zu nehmen. 
Endlich nimmt das Tal ein Ende und kurz vor Turbach wechsle ich in die Joggingschuhe. Das Wetter scheint freundlicher zu werden und der Weg ist nur noch ein T1. 
Ich setze zum Endspurt an, doch von hier aus erwarten mich immer noch rund zwei Stunden Wanderung bis zum Bahnhof in Gstaad... Einen Schritt nach dem anderen... noch eine Stunde... Dann noch eine Kehre und noch eine Kehre, bis ich schliesslich am Dorfeingang von Gstaad stehe. 

Schlammig bis unter die Knie gehe ich durch die edle Hauptgasse von Gstaad und werde dementsprechend skeptisch betrachtet. 

Am Bahnhof angekommen überkommen mich die Emotionen. Nach fast 150 km, über 10 000 Höhenmetern und 44 Stunden Wanderzeit und  - wohl am erstaunlichsten - mit null Blasen an den Füssen bin ich am Ziel angekommen.


Das war's - eine wunderbare Woche voller Eindrücke, anstrengend aber reinigend, teilweise fast wie im Trance und die wohl nachhaltigste Erfahrung, die ich bisher gemacht habe. Und: Ich würde das Gleiche wieder tun!



Mehr zu dieser Route: http://www.wanderland.ch/de/routen/etappe-01553.html

Donnerstag, 26. Juli 2012

Kandersteg - Bunderchrinde - Adelboden


Nachdem ich gestern die Halbzeit meiner grossen Tour hinter mich gebraucht habe, fühle ich mich am Morgen recht beschwingt. Zudem wird mich heute Rahel auf meiner Tour über die Bunderchrinde begleiten. Das ist doch einmal etwas Neues. Und das Wetter zeigt sich einmal mehr kaiserlich. Also geht es um 08.30 Uhr auf zum Bahnhof in Kandersteg.








Eckdaten:
Startpunkt: Kandersteg, 1176 müM

Endpunkt: Kandersteg, 1348 müM

Strecke:
Kandersteg - Usser Üschene -  Alpschele - 
Bunderchrinde (2385 müM) - 
Vordere Bunder - Oey - 
Adelboden

Total: 
ca. 20 km

Wanderzeit:
ca. 7h 30min

Weg:
T1 - T3+


Die Strecke:
In Kandersteg verläuft der Wanderweg zunächst flach der Kander entlang. Das ist ideal, um am Morgen wieder in den Trott zu kommen. Nach ca. 25 Minuten erreichen wir das Pfadfinderzentrum in der Nähe der Gondelstation Sunnbühl. Dort zweigt der Weg zur Bunderchrinde rechts ab und schlängelt sich durch den Wald aufwärts. Idyllisch ist der Weg in der Alpbachschlucht. 

Bei der Alpschele
Zwischen der Schlucht und der Usser Üschine ist der Weg recht flach, um dann in Richtung Bärgli und weiter zur Alpschele steil anzusteigen. Erinnerungen an den gestrigen Anstieg zum Hohtürli werden wach. Ganz langsam gewinnen wir an Höhe. 


Bunderchrinde mit Sicht nach Adelboden






Nach der Alpschele wird der Weg bald sehr steinig. Trittsicherheit ist gefragt, denn die schiefrigen Steine rutschen bei Unsicherheiten sofort unter den Sohlen weg. Schritt für Schritt geht es in der Gröllhalde vorwärts, bis wir schliesslich die sichelförmige Bunderchrinde erreichen. 




Hier machen wir eine ausgiebige Mittagsrast. Es ist zwar windig, doch an einem windgeschützten Plätzchen lässt es sich gut verweilen. 
Gestärkt machen wir uns schliesslich an den langen Abstieg. 





Der  Abstieg beginnt wie der Weg nach oben geendet hat: Über eine Geröllhalde. Jeder Schritt fordert Konzentration, doch ich merke, dass ich mittlerweile etwas Übung mit solchen Wegteilen habe. Die ersten paar hundert Höhenmeter liegen schon bald hinter uns und der Weg wechselt sein Erscheinungsbild. Grasbüschel und Steine liegen nun gleichermassen unter unseren Füssen. 

Vorbei an der oberen Bunder geht es weiter abwärts.

Bald einmal kommt man in den Wald hinein, wo sich der Weg in vielen kurzen Kehren abwärts windet. 

Als der Weg in die Fahrstrasse mündet, wechsle ich die Schuhe. Noch immer liegt ca. 1 Stunde Fussweg vor uns bis zur Oey, wo Rahel mit gutem Timing den Bus in Richtung Frutigen erwischt. 

Auf mich warten noch einmal gut 100 Höhenmeter aufwärts ins Dorf Adelboden. Nach mehr als 7 Stunden unterwegs erscheinen diese teils steilen einhundert Höhenmeter schier endlos. 

Doch schliesslich erreiche ich das Hotel, welches mitten auf dem Dorfplatz steht. 



Mehr zu dieser Route: http://www.wanderland.ch/de/routen/etappe-01555.html

Mittwoch, 25. Juli 2012

Griesalp - Hohtürli - Blüemlisalphütte - Oeschinensee - Kandersteg

Griesalp mit Gamchigletscher
Heute erwartet mich die Königsetappe der Via Alpina. Mit dem Hohtürli werde ich den höchsten Punkt der gesamten Via Alpina erreicht haben. Zwar wird die heutige Etappe rein zeitmässig kürzer sein als die gestrige, doch sie wird dafür noch steiler und anstrengender werden als gestern der happige letzte Anstieg zur Sefinenfurgge. Das Wetter ist wieder strahlend blau und ich will früh los, damit ich den Anstieg vor der Mittagshitze hinter mir habe.






Eckdaten:
Blick vom Hohtürli Richtung Thunersee
Startpunkt: Griesalp, 1440 müM

Endpunkt: Kandersteg, 1176 müM

Strecke:
Griesalp - obere Bundalp - Hohtürli - Blüemlisalphütte (2834 müM) - Oberbärgli - Oeschinensee - Kandersteg

Total: 
ca. 25 km

Wanderzeit:
ca. 8h

Weg:
T1 - T3+




Die Strecke:
Von der Griessalp aus geht es zunächst dem Wasser entlang taleinwärts in Richtung Gamchigletscher. Bald zweigt der Weg in Richtung obere Bundalp ab und er windet sich in einigen Kehren gut 400 Höhenmeter aufwärts.
Nach gut einer Stunde habe ich die obere Bundalp erreicht. Die Via Alpina folgt noch kurz einem Fahrweg und zweigt dann rechts ab in auf Wiesen. Der Weg wird steiler, aber noch durchaus erträglich bis zur Wegkreuzung, wo der Wanderweg von der Gspaltenhornhütte her in die Via Alpina einmündet. Von hier an wird es richtig steil. Zusätzlich spüre ich die Höhen- und Kilometer der vergangenen drei Tage in den Beinen. Und der Rucksack drückt mit seinem Gewicht zusätzlich. Es ist ein Durchbeissen, eine reine Kopfsache. Meter um Meter lege ich zurück. Fast 45 Minuten brauche ich für den einen grünen Bergrücken am Schnattiweng. Ein Teil vom Weg werde ich von drei anhänglichen und neugierigen Geissen begleitet, bis diese sich nach ca. 100 Höhenmetern zum Umkehren entschliessen und anderen Wanderern bergabwärts folgen. 


Treppen knapp unterhalb
vom Hohtürli
Szenenwechsel nach dem
Schnattiweng
Gleich oberhalb dieses steilen Anstiegs wechselt die Szenerie. Statt Grashalmen wird das Terrain jetzt voller Geröll und es hat sogar noch einige Schneefelder. Der Weg ist immer noch steil, aber auch anspruchsvoll, sicher ein T3+. 
Kurz vor der Passhöhe am Hohtürli werden die letzten Meter auf Treppen zurückgelegt. Noch einmal ein paar Minuten durchbeissen, dann habe ich es geschafft:







Der höchste Punkt der Via Alpina und für mich die Hälfte meiner Tour ist erreicht! 


Weg zur Blüemlisalphütte
Und weil es so schön ist, gönne ich mir auch noch die letzten ca. 50 Höhenmeter Anstieg zur berühmten Blüemlisalphütte. 


Hier mache ich eine nicht allzu lange Mittagsrast. Ich befinde mich auf 2834 müM und mit etwas Wind ist es hier oben doch recht frisch. 

Noch schnell ein paar Fotos machen und dann geht es auch schon wieder abwärts. Nach dem Hohtürli erfordert der erste Teil des Abstiegs viel Konzentration. Der Weg ist ausgetrampelt und birgt nach der Anstrengung des Aufstiegs ein gewisses Risiko für Misstritte. 

Später wird der Weg flacher und es ist ein angenehmes Wandern in Richtung Alp Oberbärgli. 



Von dort an wird es wieder steiler. Einige Wegteile sind sogar mit Ketten gesichert. Der Abstieg geht in die Beine, doch die wunderschöne Aussicht auf den Oeschinensee entlöhnt die Anstrengungen.

Am Ufer des Oeschinensees angekommen, gönne ich mir noch einmal eine Rast und bade meine Füsse im See.  Doch allzu lange will ich nicht verweilen. Der am Himmel scheint sich wettermässig etwas zusammenzubrauen. Und heute möchte ich gerne trocken im Hotel ankommen. 

Der Abstieg nach dem Oeschinensee nach Kandersteg dauert noch etwa eine Stunde. Ich kann ihn zum Glück in den leichten Joggingschuhen zurücklegen. Auf dem Weg nach unten fallen einige dicker Regentropfen, doch zum Glück hält sich der Regen zurück, so dass ich trocken in Kandersteg ankomme. 


Im Dorf gehe ich noch zur Post und schicke wieder einmal ein Paket an meine Heimadresse. Die schmutzigen Kleider treten bereits heute ihre Heimreise an. 




Montag, 23. Juli 2012

Grindelwald - Kleine Scheidegg - Wengen - Lauterbrunnen


Blick zurück: Wetterhorn und Grosse Scheidegg
Nach einer geruhsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück sind meine Beine gut erholt um den zweiten Abschnitt meiner Tour in Angriff zu nehmen. Bei Kaiserwetter präsentieren sich Eiger, Mönch und Jungfrau vor mir. Noch schnell die Fleecejacke, Mütze und Handschuhe per Post nach Hause senden und dann kann es losgehen. 









Eckdaten:
Startpunkt: Grindelwald, 1034 müM

Endpunkt: Lauterbrunnen, 795 müM

Strecke:
Grindelwald - Grindelwald Grund - Alpiglen - 
Kleine Scheidegg - 
Wengen - Lauterbrunnen

Total: 
22.5 km

Wanderzeit:
ca. 7h 15min

Weg:
T1


Die Strecke: 
Zunächst geht es gemütlich in Grindelwald durchs Dorf, wo ich mir noch den Lunch für heute besorgte. Dann schnell bei der Post vorbei, die warmen Kleider heimsenden. Schliesslich will ich nicht noch während 6 Tagen unnötigen Ballast mit mir herumtragen. 
Danach geht es zunächst bergab zum Bahnhof Grindelwald Grund, vorbei an der Talstation der Zahnradbahn auf die Kleine Scheidegg.

Nun geht es sofort mit einem steilen Anstieg los. Über das Wärgistal steigt es teils recht steil zur Station Brandegg und weiter nach Alpiglen an. Dort ist es Zeit für eine kurze Rast. Noch immer liegen mehr als eine Stunde Aufstieg vor mir. Es geht bereits gegen Mittag und die Sonne brennt, so dass die letzten 400 Höhenmeter bis auf die Kleine Scheidegg anstrengend sind. Immerhin habe ich mich inzwischen an den schweren Rucksack gewöhnt.

Doch mit in Ruhe wandern ist es aus zwei Gründen nicht weither: 

Erstens kommen mir ganze Volksströme von Menschen, die den Aufstieg ganz sicher per Bahn gemacht haben, entgegen. 

Und zweitens werden genau heute die Masten für die neue Sesselbahn per Helikopter angeliefert, so dass im Zweiminutentakt ein Helikopter die heere Bergruhe stört.

Nach insgesamt rund 3,5h Aufstieg habe ich es geschafft. Die Kleine Scheidegg ist erreicht. Wie immer trifft man hier auf viele Gäste aus Asien.

Eine ausgiebige Mittagsrast habe ich mir nun verdient und ich lege mich in die Sonne um Siesta vor herrlicher Kulisse zu machen. 


Kaiserkulisse auf der Kleinen Scheidegg: Eiger, Mönch und Jungfrau

Hundsschopf
Nun steht mir noch der lange Abstieg bevor. Zunächst auf der "Wanderautobahn" abwärts, vorbei am Hundsschopf auf die Wengernalp. Dort verlasse ich den Hauptstrom, wandere unter dem berühmten Brüggli durch und folge exakt der Lauberhornabfahrt bis zum Haneggschuss.
Von dort geht es endlich ein ordentliches Stück lang über flaches Gelände und ich nähere mich dem Dorf Wengen. 

Blick nach Wengen
Beim Dorfeingang zweigt der Wanderweg in Richtung Lauterbrunnen ab. In vielen Serpentinen windet dieser sich bergab bis zum Bahnhof Lauterbrunnen. 
Von dort aus sind es nur noch wenige Schritte bis zum Hotel Steinbock, wo ich ein Zimmer reserviert habe und mich hoffentlich wiederum gut erholen kann. Morgen habe ich schliesslich Grosses vor...




Mehr zu dieser Route: http://www.wanderland.ch/de/routen/de/etappe-01560.html und http://www.gpsies.com/map.do?fileId=aywolcksnypwtihf

Sonntag, 22. Juli 2012

Meiringen - Grosse Scheidegg - Grindelwald


Heute geht es los... Meine Tour entlang der Via Alpina.
Wegen einem Notfall etwas später als geplant fahre ich mit dem Zug nach Meiringen. Auf mich warten 7 Alpenpässe, gut 10 000 Höhenmeter und 130km zu Fuss.




Eckdaten:
Startpunkt: Meiringen, 595 müM
Endpunkt: Grindelwald, 1034 müM

Strecke:
Meiringen - Berghaus Zwirgi - Rosenlaui -
Schwarzwaldalp - Grosse Scheidegg - 
Hotel Wetterhorn - Grindelwald

Total: 
30 km

Wanderzeit:
ca. 8h 30min

Weg:
T1 bis T2


Die Strecke: 
Das Wetter ist freundlich aber kühl; die warmen Kleider werde ich heute wohl noch brauchen.
Es geht los, zunächst durchs Dorf zum Alpbach, dann dorfauswärts zur Reichenbachbahn. Dort beginnt der Anstieg, also wird es ein erstes Mal Zeit, die leichten Joggingschuhe gegen die Wanderschuhe zu tauschen

Blick zurück nach Meiringen
Der Anstieg kommt mir steil vor. Der 12kg schwere Rucksack drückt auf dem Rücken, den richtigen Trott habe ich noch nicht gefunden. Bereits nach wenigen Kilometern kommen mir erste Zweifel, ob ich denn mit meinem Vorhaben nicht völlig von Sinnen sei. Sollte ich umkehren?



Sherlock Holmes Gedenktafel
Ein erster Blick zurück nach Meiringen, doch der Wille ist stark genug und ich gehe weiter bergauf zu den berühmten Reichenbachfällen, dorthin wo der Legende zu Folge Sherlock Holmes zu Tode gekommen sein soll.

Bald folgt der Gasthof Zwirgi. Ich gönne mir eine kurze Rast und mache mich dann wiederauf den Weg ins Rosenlauital. Teilweise folgt der Wanderweg der Strasse, welche rege von Rennvelofahrern genutzt wird. 




nahe Schwarzwaldalp
Nach insgesamt etwas 3 Stunden Wanderzeit bin ich im Rosenlaui angekommen. Es ist Zeit für die erste Mittagsrast, die aber wegen den kühlen Temperaturen recht kurz ausfällt. 

Bald darauf wird der Weg wilder, es geht durch lichten Wald auf die Schwarzwaldalp zu. Einfach ein wunderschöner Flecken Erde!






Schwarzwaldaldalp
Ab hier wird der Weg nochmals steiler. Durch die Mooslandschaften schlängelt er sich aufwärts zu Grossen Scheidegg. Nach ca. 5h30min Wanderzeit habe ich die Passhöhe erreicht. Es präsentieren sich mir Eiger, Mönch und Jungfrau ebenso wie mein heutiges Tagesziel Grindelwald und die Kleine Scheidegg, welche ich morgen überqueren werde. 
Es folgt nun der erste Abstieg. Nicht ganz exakt der Via Alpina folgend, wandere ich durch eine eindrückliche Schlucht.
Die letzten Kilometer bergab folgen mehr oder weniger der Passstrasse. Zeit, die müden Füsse von den Wanderschuhen zu befreien und den Rest der Strecke in den Joggingschuhen zu absolvieren. 
Vorbei am Hotelwetterhorn geht es stetig auf Grindelwald zu, wo ich bereits am Dorfeingang zu meiner heutigen Unterkunft - ein familiäres Bed & Breakfast - abzweige. 
Die erste Etappe ist geschafft. Die Beine sind zwar müde, doch bin ich zuversichtlich, dass sich diese bis morgen früh erholt haben werden.






Mehr zu dieser Route: http://www.wanderland.ch/de/routen/de/etappe-01559.html und auf http://www.gpsies.com