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Samstag, 3. September 2016

Sirwoltesee - Bistinepass

Das Bietschhorn
Heute begebe ich mich in ein mir noch völlig unbekanntes Wandergebiet. Die Region Simplon stand bisher zwar auf der Wunschliste, jedoch habe ich noch keine Wanderung dort unternommen. Heute soll sich das ändern.
Der Zusatzzug in Richtung Brig ist total überfüllt. Doch ich gehe fest davon aus, dass die wenigsten eine Wanderung zum Sirwoltesee unternehmen werden. 
Um 10:00 steige ich an der Station Engeloch aus dem Postauto und beginne mit dem Aufstieg zum Sirwoltesee.






Eckdaten:
Startpunkt: Engeloch, 1800 müM
Endpunkt: Simplon Passhöhe, 1991 müM

Route:
Engeloch - Sirwoltesee - Sirwoltesattel (2621 müM) - Bistinepass (2417 müM) - Simplon

Wegzeiten:
Engeloch - Sirwoltesee: 70 min
Sirwoltesee - Sirwoltesattel: 40 min
Sirwoltesattel - Bistinepass: 60 min
Bistinepass - Simplonpass: 60 min

Total: 3h 50min

Weg:
Durchwegs T2, gut markiert. Beim Sirwoltesee kurzzeitig etwas Blockgelände.


Wegbeschreibung:

Blick auf den Sirwolteweiher
Die Wanderung startet bei der Postautohaltestelle Engeloch. Wie immer bei Wanderungen im Wallis tut man gut daran, wenn man ein paar Wegpunkte an der Route kennt, denn auf den Wegweisern stehen nicht immer die gleichen Stationen angeschrieben. Der Wegweiser beim Engeloch zeigt jedoch den Weg und die Zeit für den Sirwoltesee und den Bistinepass an. Also kann die Wanderung losgehen.
Zunächst führt der Weg leicht abwärts durch einen kleinen Wald zur Chlusmatte. Ab hier steigt der Weg mehrheitlich recht nahrhaft an. Ich gewinne schnell an Höhe, was mir gut entgegenkommt. Die Landschaft ist wunderschön, und bald kommt ein Wasserfall in Sichtweite. Dort muss ich hin und noch ein wenig weiter hinauf.

Blockfeld beim Sirwoltesee
Bei einem schmalen Felsriegel sind Drahtseile und Eisenstiege angebracht. Der Weg ist dennoch nicht ausgesetzt und sehr gut begehbar. Kurz vor dem Sirwoltesee wechselt das Landschaftsbild ich stehe plötzlich im Blockgelände. Dort ist wie immer Vorsicht geboten, damit kein schmerzhafter Fehltritt passiert. 
Der Sirwoltesee selbst ist beinahe ausgetrocknet. Wenig weiter, am Ende des Blockgeländes folgt der grössere Sirwolte Weiher. Dieser glänzt in tiefem Türkis. Ich lasse den See aber links liegen und steige weiter hoch in Richtung Sirwoltesattel. Weg und Landschaft erinnern mich nun stark an die Wanderung über den Saflischpass anfang Sommer. 
Bald ist der Sattel erreicht und ein wenig unterhalb - mit bestem Blick auf das Nanztal - setze ich mich zur Mittagsrast hin. 

Auf dem Bistinepass
Von hier ist es nicht mehr weit, bis dieser Wanderweg auf den Alpenpässeweg trifft. Auf diesem trifft man ab und zu Leute an. Gerade im angenehmen Mass. Der Alpenpässeweg verläuft leicht sinkend der Flanke des Nanztals entlang. Nach ca. 40min nehme ich einen Trampelpfad, der direkt auf den Bistinepass zuführt. Nach wenigen Minuten bin ich dort (oben) angelangt. Nun folgt noch der endlos scheinende Abstieg (und zum Schluss eben nochmals Anstieg) zum Simplonpass. Der Wanderweg verliert stetig an Höhe. Er ist allerdings ein wenig ausgetreten, so dass ich gut auf den Weg acht geben muss.
Nach ca. 25 min kommt das Ziel in Sichtweite. Aber eben - nach der Abstiegsrampe folgt ein letzter Gegenanstieg von etwas mehr als 100 Höhenmetern. 
Nach total 3h 50min wandern treffe ich auf der Simplon Passhöhe ein. Es bleibt gerade noch Zeit für ein paar Fotos, bevor das Postauto kommt, welches im Vergleich zum Morgen leer ist. 

Fazit:
Die Wanderung führt durch eine wunderschöne, immer wieder wechselnde Landschaft. Die Anstiege sind gut machbar. Allerdings ist die Tour eher einsam. Man muss es mögen - für mich ein absolutes Highlight.




Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com


Samstag, 6. August 2016

Alljährlicher Besuch auf der Gemmi

Während den letzten Wanderungen hat sich für mich eindeutig gezeigt: Hochlaufen - ja gerne! Herunterlaufen - lieber nicht. Deshalb habe ich mir für heute ein nettes Projekt herausgesucht.
Mein mittlerweile alljährlicher Besuch auf der Gemmi steht an. Und zwar für einmal in einer etwas anderen Form. Ich werde von Leukerbad her den imposanten Säumerweg erklimmen, währemd mein Bike von der Seilbahn hochtransportiert wird. Von oben geht es dann mit dem Bike fix in Richtung Sunnbühl und Kandersteg. So habe ich 2 in 1: eine tolle Wandertour und eine Biketour. Ich freue mich!



Eckdaten:

Startpunkt Wanderung: Talstation Gemmibahn, 1424 müM
Endpunkt Wanderung: Bergstation Gemmipass, 2346 müM

Route:
Leukerbad - Säumerweg - Gemmipass (2346 müM)

Wegzeiten:
Talstion Gemmi - Bergstation Gemmi: 1h 25min

Weg: 
T2, imposant in der Felswand, jedoch immer breit und problemlos begehbar.





Wegbeschreibung:
Der Weg startet direkt bei der Talstation der Gemmibahn und führt zunächst auf einem Fuhrweg dem Skischulgebiet Erli entlang aufwärts direkt auf den Gemmiwand zu. Ideal zum "Warmwandern".
Bald geht der Weg in den Wald hinein und wird bereits deutlich steiler. Nach einigen Kehren sind bereits über überwunden und der Weg kommt aus dem Wald heraus. Nun geht es erst richtig los. Zuerst zieht sich der Säumerweg wie eine Rampe der Felswand entlang, später wimdet er sich in kurzen Kehren durch die Einschnitte in der Wand.
Plötzlich kommt ein sehr giftiger und kalter Wind auf. Es sind 2 Jackenschichten nötig, um den Wind halbwegs vom verschwitzten T-Shirt wegzuhalten. Dennoch wird es sehr rasch sehr kalt. 
Der Weg ist steil und immer noch ist kein Ende in Sicht. Doch obwohl der Weg mitten in der Felswand verläuft, ist er nirgends wirklich ausgesetzt. Er ist breit und gut befestigt. 
Rund 200hm unterhalb des Gemmipasses zweigt der Einstieg zum Klettersteig ab. Nun ist es nicht mehr weit. Teilweise treppenartig wird die letze Höhenstufe vor der Ebene zum Pass überwunden. Der Wind wird immer stärker und kälter.

Auf der Krete angekommen, sehe ich bereits das Hotel Wildstrubel. Noch sind es ein paar Höhenmeter  bis dorthin.
Ich treffe auf Touristen in T-Shirt und kurzen Hosen. Sie scheinen die Temperaturen auf 2300müM komplett überschätzt zu haben. 
Total durchgefroren erreiche ich nach 1h 25min die Bergstation der Gemmibahn, wo mein Bike brav auf mich wartet.


Fazit:
Der Säumerweg von Leukerbad auf die Gemmi ist für mich immer wieder lohnenswert. Aufwärts lässt sich der gut ausgebaute Weg für geübte Wanderer in leichten Trailschuhen begehen. abwärts sind Wanderschuhe wegen dem steilen Abstieg und dem lockeren Kies sicherlich empfehlenswert. 
Die Gemmi bietet anschliessend viele Möglichkeiten, wie der Tag weiter gestaltet werden kann. sei es mit Wanderungen auf der Gemmi, dem Abstieg in Richtung Schwarenbach - Sunnbühl, eine Hochtour auf den Wildstrubel oder der Übergang via Rote Chumme auf die Engstligenalp.

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com




Freitag, 29. Juli 2016

Rotsteinpass - Lisengrat - Säntis

Hütte auf dem Rotsteinpass
Heute gibt es noch einmal einen Ausflug nach dem Motto "Zugfahrt mit etwas wandern". Wobei "etwas wandern" immerhin 1300 Höhenmeter beinhalten wird. 
Meine Reise führt mich für einmal in eine ganz andere Gegend der Schweiz. Via Zürich und Buchs fahre ich nach Wildhaus. Von dort aus nehme ich die solarbetriebene kleine Gondelbahn nach Gamplüt, wobei ich die 250 Höhemeter, welche die Bahn zurücklegt inkl. der Wartezeit zu Fuss wohl fast gleich schnell zurückgelegt hätte, denn die Bahn fährt immer erst, wenn die beiden Gondeln à 6 Personen voll sind. Das steht aber nirgends so deklariert.
Nach der schier endlosen Anreise kann ich um kurz nach 11 Uhr endlich loswandern. 


Eckdaten:
Startpunkt: Gamplüt Bergstation, 1354 müM
Endpunkt: Säntis Gipfel, 2501 müM

Route:
Gamplüt - Langenbüel - Schafboden - Rotsteinpass - Lisengrat - Chalbersäntis -
Säntis (2501 müM)

Wanderzeiten:
Gamplüt - Schafboden: 65 min
Schafboden - Rotsteinpass: 40 min
Rotsteinpass - Säntis: 60 min

Total: 2h 45min - bei sehr forschem Tempo!

Weg:
Bis Rotsteinpass T2.
Ab Rotsteinpass über den Lisengrat zum Chalbersäntis T3, teils exponiert aber sehr gut mit Drahtseilen gesichert. Es Bedarf Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nur für erfahrene Wanderer zu empfehlen.
Gesamter Weg sehr gut unterhalten und gut signalisiert.

Wegbeschreibung:

Das Tagesziel Säntis
Ab Gamplüt folge ich zunächst der Fahrstrasse über eine Weide in Richtung Thurwies. Obwohl ich die Alp Thurwies links unter mit lasse, gehen auf dem Weg durch den Wald wertvolle 100 Höhenmeter verloren. Im Wald ist der Weg pflotschig und Aussicht gibt es auch keine. Zum Glück kann ich den Wald nach 25min hinter mir lassen und es kommt nun offenes Gelände. Das Tagesziel Säntis zeigt sich bereits in scheinbar greifbarer Nähe - allerdings gibt es noch 1300 Höhenmeter zu überwinden. 

Der Weg steigt nun ziemlich steil erneut über einen Fahrweg an. Bald zweigt ein weiss-rot-weiss markierter Bergweg in die Wiese ab und schlängelt sich hoch zur Alp Längenbühl. Die ersten 200 Höhenmeter sind geschafft!
Es geht weiter in mehr oder weniger engen Kehren hoch zum Schafboden. Dort gibt es eine kleine Alpwirtschaft, die ich aber nicht besuche. Ich gehe sofort weiter - bin grad gut im Flow und der Aufstieg fällt mir leicht. 

Wie einen Rampe führt der Weg dem Rotsteinpass entgegen. Ich finde einen guten Rhythmus, und nach ca. 1h 45min erreiche ich den Rotsteinpass. Hier gibt es eine hübsche Hütte mit einer Terrasse. Es scheint zwar die Sonne, aber der Wind bläst stark und kalt.

Ich marschiere weiter, nun auf den exponierten Lisengrat zu. Etwas entfernt sehe ich einen Felskopf, an dessen Seite sich markant im Zickzack ein Weg hochwindet. Es sind auch viele Leute zu erkennen. Ich frage mich, ob man dort zwingend hoch muss, oder ob es sich um einen Aussichtspunkt handelt, der umgangen werden kann. Bald darauf weiss ich es: Man muss dort rauf! Der Weg ist steil, wie Treppen in den Fels gehauen und ebenso wie die beiderseits abschüssigen Gratpassagen gut mit Drahtseilen gesichert. Dennoch eignet sich dieser Weg nur für berggewohnte Menschen - was offenbar nicht alle anwesenden vorher wussten. Für mich ist die Begehung des Grates attraktiv, jedoch bin ich inzwischen seit fast 2.5h ohne Pause unterwegs und die Kräfte schwinden langsam aber sicher zu Gunsten der Unterzuckerung. Eine Pause kommt aber nicht mehr in Frage, das ich sonst um wenige Minuten die Bahn verpassen und somit eine ganze Stunde verlieren würde. Noch dazu geht immer noch der giftige Wind, der auch nicht zum Verweilen einlädt. 

Exponierter Weg über den Lisengrat
Ich steige noch über ein paar kurze, exponierte Abstiege und Gegenanstiege. Es kommen mir viele nicht wirklich bergtaugliche Touristen entgegen. Das grenzt an gefährlich, wenn die hier weitergehen...  Schliesslich erreiche ich nach 2h 45min den Gipfel vom Säntis. Leider hat es entgegen den Vorhersagen rundherum Wolken. Sie sind nicht dicht, aber verhindern jegliche Fernsicht. Sehr schade!

Pünktlich zur Abfahrt der Gindelbahn erreiche ihc die Bergstation und fahre mit der Bahn auf die Schwägalp. 

Fazit:
Die Wanderung zum Säntis ist absolut lohnenswert. Gerade der Lisengrat ist für gewohnte Berggänger sehr attraktiv. 
Für die Fahrt mit der Gondelbahn Gamplüt gibt es keinen eigentlichen Fahrplan. Das kann einen gut durchdachten Zeitplan ziemlich durcheinander bringen. 

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com






Montag, 18. Juli 2016

Monte Moro Pass - immer noch wunderschön!

Der gestrige Wandertag fiel leider wegen Unterbrüchen bei der SBB aus. Sehr schade! Das Wetter und meine Motivation wären perfekt gewesen. Umso mehr wollte ich mir heute eine tolle Tour gönnen.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich eher zufällig die Wanderung vom Mattmarksee zum Monte Moro Pass unternommen. Und die Wanderung hat es mir angetan. Sie stand sofort wieder auf dem Wunschzettel für diesen Sommer, obwohl ich sonst lieber etwas mir noch Unbekanntes unter die Füsse nehme.

Heute wollte ich aber nochmals zur goldenen Madonna auf dem Monte Moro Pass hochsteigen.

Um 10:25 Uhr kommt das Postauto am Mattmarkdamm an, und die Wanderung durch die drei ganz unterschiedlichen Geländeabschnitte kann losgehen.

Abschnitt 1:
Wanderweg T1 dem See entlang vom Staudamm Mattmark bis zur Distelalp. Ca. 45min.



Abschnitt 2: 
Auf T2 Wanderweg mässig steil von der Distelalp zum Telliboden. Ca. 50 min



Und weiter geht es mit dem dritten Abschnitt:
Vom Telliboden zum Monte Moro Pass im Blockgelände T3 hoch zum Monte Moro Pass. Es gibt ein paar wenige kleine Schneefelder zum queren. 
Dauer: ca. 60 min. 

























Beim zweiten Begehen der Wanderroute gehe ich mit anderen Augen durch das Gelände - es ist aber nicht weniger beeindrucken und einfach nur wunderschön!
Im Gegensatz zur letztjährigen Wanderung konnte ich die Route gelassener angehen - ich wusste, dass die Seilbahn fährt, und ich hatte den Fahrplan für den Bus durchs wilde Anzascatal in der Tasche.


Die weiteren Eckdaten sowie die Angaben zur Wanderung sind im letztjährigen Post zu finden.





Samstag, 9. Juli 2016

Saflischpass

Die Wanderung über den Saflischpass wird als aussichtsreich und eindrücklich beworben. Nun gut, dann muss ich dort ja zwingend mal hin, auch wenn die Anreise ins urtümliche Binntal lang ist. Die Wetterprognosen versprechen einen Hochsommertag mit Temperaturen von über 30 Grad. Also lohnt es sich, früh aufzustehen. Um 09:30 kann es in Binn losgehen - vor mir liegen laut Wegweiser 5h Aufstieg und eine Gesamtdauer von 7h.







Eckdaten:
Startpunkt: Binn, 1400 müM
Endpunkt: Rosswald Station, 1819 müM

Route:
Binn - Ze Binne - Sickerchäller - Mässhitta -
Saflischpass (2563 müM) - Fleschboden - Rosswald

Wanderzeiten:
Binn - Ze Binnu: 20min
Ze Binnu - Mässhitta: 1h 40min
Mässhitta - Saflischpass : 1h 20min
Saflischpass - Rosswald: 1h  30 min

Total: 4h 50min

Weg:
Von Binn bis kurz vor  Sickerchäller mehrheitlich T1 auf Fahrstrasse, kurze, steilere Stücke T2,   danach alles T2, teils sehr ausgewaschen.


Wegbeschreibung:
Das Postauto führt mich bis nach Binn. Entgegen allen, was ich bisher in solchen Dörfern erlebt habe, steht bei der Station kein Wegweiser. Ich konsultiere also meine Karte, g etwas weitwr ins kleine Dorf hinein und verlasse dieses über eine alte Steinbrücke. Dort finde ich nun eine erste Hinweistafel und 150m weiter folgt dann der effektive Wegweiser. 

Zunächst geht es über einen Trampelpfad durch den Wald 100 Höhenmeter herunter nach Ze Binne. dort hat es - idyllisch gelegen - einen kleinen Stausee.
Gleich nach dem Überschreiten der Brücke über den Saflischbach beginnt der Weg zu steigen. Bei den bereits am Morgen heissen Temperaturen ist es angenehm, dass der Weg durch den Wald verläuft. Allerdings hat man dafür keine Aussicht. Teile des Weges verlaufen über eine Fahrstrasse. Die Fahrer nehmen dort keinen Rücksicht auf Wandere, also Achtung! Andere Wegstücke verlaufen als Wanderweg abseits der Fahrstrasse. Diese Wegstücke sind wohl die steilsten des Tages.

Nach rund 1h 30 wandern komme ich aus dem Wald heraus. Endlich habe ich etwas Aussicht - der Blick schweift über das Binntal hin zur Region um den Nufenenpass.
Bald endet auch doe befahrbare Strasse und der Weg zieht sich nun über Wiesen und Grasmotten stetig aber nicht steil weiter. 

In der Region Mässhitta setze ich mich gemütlich bei einer Sennhütte zur Mittagsrast hin. Von hier aus liegen noch gut 90min bzw. 500hm Aufstieg vor mir. Diese lege ich nach der Verpflegung zurück. Dies ist wieder einmal eine Strecke, bei der ich das Gefühl habe "Jetzt bist du gleich oben." Und dann folgt noch eine Biegung oder eine Steigung. 
Dach nach insgesamt 3.5h Anstieg (also keine 5h wie es der Wegweiser prophezeihte) stehe ich vor dem Wegweiser auf dem Saflischpass. Die Aussicht nach Osten und Westen ist wirklich toll - es sind viele 4000er der Mischable-Gruppe zu sehen, aber auch ostwärts enttäuscht die Aussicht nicht.

Nun folgt noch der Abstieg. Ganz langsam beginnt der Weg zu sinken. Jedoch habe ich nach einer halben Stunde kaum 100hm zurückgelegt.


Erst ab dem Speichersee für das Skigebiet Rosswald beginnt der Weg steiler zu sinken. Dort mache ich noch einmal eine Rast und bringe dann den restlichen Abstieg - folgend den Skipisten - hinter mich. 
Plötzlich öffnet sich der Blick über das gesamte Rhonetal und ihre Majestät, das Bietschhorn, welches wie ein Zahn aus der Bergkette des Lötschentals ragt. Schon nur dafür haben sich die Strapazen gelohnt!

Kurz vor 15 Uhr treffe ich bei der Bergbahn ein, die mich zurück ins Tal bringen wird. 





Fazit:
Die Tour hat sich mehrheitlich gelohnt, auch wenn die ersten 1.5h wandern im Wald und entlang dem Fahrweg eher langweilig war.

Mehr zu dieser Tour inkl. Download der Karte auf wanderland.ch.








Donnerstag, 16. Juli 2015

Engelberg - Jochpass - Engstlenalp

Ebene bei Trüebsee 
Heute wanderte ich wieder einmal ein Stück über die Via Alpina. Der Zubringer zum Berner Oberland führt von Engelberg über den Jochpass auf die Engstlenalp.
Die Anreise via Luzern nach Engelberg geht verhältnismässig zügig, jedoch war der Regiozug ab Luzern berstend voll - auf jeden Fall bis zur Stanserhornbahn. Von dort an war es im Zuzg wie später auf den Wanderwegen: Bevölkert aber nicht überfüllt. 
Um kurz vor 10 Uhr startete ich am Bahnhof Engelberg zu meiner Wanderung.



Eckdaten: 
Trüebsee
Startpunkt: Engelberg Bahnhof, 1009 müM
Endpunkt: Engstlenalp, 1834 müM

Route:
Engelberg - Trüebsee - Jochpass (2207 müM) - Engstlenalp

Wanderzeit:
Engelberg – Gerschnialp: 35 min
Gerschnialp - Trüebsee Station: 1h 10min
Trüebsee Station - Jochpass: 1h 15min
Jochpass - Engstlenalp: 50 min

Weg: 
Durchgehend T2-



Wegbeschreibung:
Ab Bahnhof Engelberg gibt es ein ca. 5minütiges flaches WarmUp, um das Dorf zu verlassen. Rechterhand sieht man dabei die Sprungschanzen, auf welchen Simon Ammanns grosse Karriere begann.

Beim Restaurant Bänklialp beginnt der Anstieg zur Überwindung von insgesamt 1200 Höhenmetern. Diese überwindet man auf dieser Route in drei Abschnitten.
Der erste Abschnitt führt fast komplett angenehm und regelmässig ansteigend durch den Wald bis zur Gerschnialp. Hier geht es ziemlich flach und sonnig über Kuhweiden bis beim nächsten Waldrand die nächste Etappe des Anstiegs wartet. Diese führt über fast 500hm steil hoch zur Station Trüebsee, die bereits sichtbar ist. Zum Glück erfolgt auch dieser Anstieg fast vollständig im Wald. Doch auch so fliesst der Schweiss in Strömen. Obwohl der Weg steil ist, bekomme ich einen guten Rhythmus. Für die knapp 500hm brauche ich rund eine Stunde. Oben angekommen bin ich schockiert von den Baustellen, die mir entgegenschlagen. Offenbar werden mehrere neue Bergbahnen erbaut. Da es bereits sehr viele davon hat in diesem Gebiet, verstehe ich nicht, warum es noch mehr davon braucht.

Schnell mache ich mich wieder davon um die dritte Steigungsetappe in Angriff zu nehmen. Zunächst muss ich wenige Höhenmeter zum Trüebsee absteigen. Auf der anderen Seite des Sees sehe ich bereits den Weg, der sich durch viel Vegetation bergwärts schlängelt. Ich zweige also auf diesen Weg ab. Ich bin froh, dass die Pflanzen etwas Kühle abstrahlen. 

Engstlensee
Der Weg windet sich mal steiler und mal flacher in vielen Spitzkehren den Hang hinauf. Da die Beine langsam müde sind und die Hitze drückt, bin ich froh, nach 75min den Jochpasas erreicht zu haben. Auch hier hat es viele hässliche Bahnstationen. Daher gehe ich ohne Rast weiter, denn nur wenige Schritte weiter vorn bietet sich mir ein wunderschöner Blick auf den Engstlensee. Der Abstieg aufs Seeniveau braucht ca. 45min. Nun setze ich mich hin und gönne meinen Füssen ein kühles Bad im See. Das tut gut!


Nun sind es nur noch 5min bis zur Busstation auf der Engstlenalp. Ab hier kann ich im Postauto die Fahrt durch das landschaftlich wunderschöne Gental geniessen. 



Montag, 13. Juli 2015

Monte Moro Pass

Mattmark Stausee
Obwohl der Himmel heute morgen bedeckt war, entschloss ich mich dazu, ins Wallis zu fahren. Der Wetterbericht versprach für den Nachmittag mehrheitlich sonniges Wetter. Im schlimmsten Fall konnte ich in Visp immer noch umkehren.
Das tat ich aber nicht und stieg ins Postauto Richtung Saastal. Nach erneutem Umsteigen in Saas Grund traf ich um kurz vor 11:30 am beeindruckenden Mattmark-Staudamm ein. Und ich war nicht alleine... 
Geplant war eine Wanderung zur Distelalp, weiter zum Tälliboden und via Ofental zurück zum Staudamm.
Aber Pläne kann man auch ändern ✌




Weg von Tälliboden zum Monte Moro-Pass

Eckdaten: 
Startpunkt: Staudamm Mattmark, 2203 müM
Endpunkt: Monte Moro Pass, 2846 müM

Route:
Mattmark Staudamm - Distelalp - Tälliboden - 
Monte Moro Pass (2846 müM)

Wanderzeit:
Mattmark Staudamm - Distelalp: 40 min
Distelalp - Tälliboden: 50 min
Tälliboden - Monte Moro Pass: 50 min
Total: 2h 40min

Weg :
Entlang dem Stausee: T1, Distelalp - Tälliboden: T2, Tälliboden - Monte Moro Pass: T3






Wegbeschreibung:
Der Wanderweg startet auf einer befahrbaren Strasse. Schon bald führt der Weg durch einen ca. 250m langen Tunnel. Einen weiteren Tunnel umgeht man als Wanderer seeseitig.
Der Wanderweg  westlich entlang dem Stausee ist flach und gut in Turnschuhen begehbar. Nach angenehmen 40min komme ich zur Distelalp. Von hier an beginnt der Weg zu steigen und bedarf zudem von nun an Wanderschuhen. In wunderbarer Landschaft schlängelt sich der Weg hoch zum Tälliboden, einer weiten Schwemmebene, die aber auf Grund der Höhe von 2500 müM von Geröll begrenzt ist.



Blick nach Italien
Hier muss ich mich nun entscheiden, ob ich meinem Plan folgend östlich Richtung Ofental wieder talauswärts wandern soll, oder ob ich doch zum Monte Moro Pass aufsteigen sollte. Vom Pasas hat es eine Gondelbahn, welche nach Macagnaga hinunter führt. Von dort fährt ein Bus nach Domodossola. So viel weiss ich. Aber wann fährt der letzte Bus? Und nur zum Pass aufsteigen und auf gleichem Weg zurückwandern war mir zu langweilig und für heute auch zu mühsam. Dennoch wäre es als Notlösung machbar.



Gut! Ich steige auf in Richtung Monte Moro Pass. Der Weg verläuft meistens über Felsplatten, welche zum Teil treppenartig aufeinander geschoben sind. Es läuft sich meistens sehr angenehm und nur an wenigen Stellen muss ich kurz die Hände zur Hilfe nehmen. Mit zunehmender Höhe wird auch das Bergaufgehen anstrengender. Ausserdem sind die Markierungen teilweise nicht mehr so deutlich und es gibt noch zwei, drei kurze und harmlose Schneefelder zu durchqueren. Nach 2h 20min totaler Wanderzeit erreiche ich die Passhöhe, auf welcher markant und von Weitem sichtbar eine goldene Madonnenstatue steht.


Von hier aus sind es noch 5min Abstieg über Felsplatten bis ich die Bergstation der Monte Moro Bahn erreiche.  Zum Glück ist der kurze Abstieg gut mit Drahtseilen gesichert, denn der touristische, berguntaugliche Turnschuhanteil ist hier nahezu 100%.

Zu meinem grossem Erfreuen fährt im Tal zu passender Zeit (letztmals 16:30 Uhr) ein Bus nach Domodossola. Die Seilbahn bringt mich pünktlich ins Tal.

So hat sich die Wanderung absolut gelohnt!




Samstag, 11. Juli 2015

Durchs Geröll über den Ärtlengrat zur Gemmi

Engstligenalp
Heute war wieder Wandertag. Auf Grund der trockenen und sehr heissen Wetterlage der vergangenen Woche, waren nun bis auf 3000müM fast alle Schneefelder weggeschmolzen. So konnte ich die Wanderung zum Tschingellochtighorn, welche ich bereits vor 14 Tagen machen wollte, unter die Füsse nehmen.
Die Engstligenalpbahn brachte mich schweissfrei auf 1965 müM zum Augangspunkt meiner Wanderung. Die Gondel ist voll, was etwas Betrieb auf den Wanderwegen verspricht - jedoch nur wenige begeben sich auf "meine" Route.






Weg unterhalb des Tschinellochtighorns
Eckdaten:
Startpunkt: Engstligenalp Bergstation, 1965 müM
Endpunkt: Gemmi Bergstation, 2346 müM

Route:
Engstligenalp - Aertlengrat - Chindbettipass (2623 müM) -
Rote Chumme (2628 müM) - Gemmipass (2346 müM)

Wanderzeit:
Engstligenalp - Ärtlengrat: 1h 30min
Ärtlengrat - Chindbettipass: 30 min
Chindbettipass - Rote Chumme: 40 min
Rote Chumme - Gemmi: 1h 50min
Total: 4h 30min

Weg: 
Fast durchgehend T3 bis T3+, ab Daubensee bis zur Gemmi T2





Wegbeschreibung:

Tschingellochtighorn
Beim Berghaus Engstligenalp zweigt ein breiter Weg in Richtung Engstligengrat nach links ab. Etwas verwirrlich: der auf der Karte vermerkte Ärtlengrat ist auf keinem Wegweiser zu finden. Da aber das Tschingellochtighorn, das ich ca. 100hm unterhalb des. Gipfels umgehen werde, sehr markant ist, ist der einzuschlagende Weg klar. 

Bereits kurz nach dem Start wird der Weg recht steil. Ab der Abzweigung zum hinteren Lohner kann man sagen sehr steil. Der Weg verläuft einmal breiter, einmal schmaler auf dem Ärtlengrat aufwärts. 
Nach enden der Vegetation besteht der Weg nur noch aus Sand und Geröll, welches bei der extremen Trockenheit leicht ins rutschen kommt. Die letzten Meter rechts unterhalb des Tschingellochtighorns vorbei sind zudem ziemlich ausgesetzt und der Pfad ist abschüssig und schmal. Äusserste Vorsicht ist geboten,  wenn man nicht ausrutschen will.


Nach 90 min habe ich den Entschlengrat erreicht. Noch immer geht es etwas bergauf, nun aber auf breiter Spur. Der Weg hält auf das Chindbettihorn zu, welches ich ebenfalls rechts umgehe. Hier ist der Weg erneut knochentrocken und voller rutschigem Schiefer. Zudem bläst vom der Seite ein starker Wind, was ebenfalls ziemlich irritierend ist. Ich bin froh, als ich den Chindbettipass erreicht habe. 
Auch dort windet es stark, und ich wandere sofort weiter, nun abwärts zum Tälli. Auf der anderen Seite geht es gleich wieder steil hoch. Doch dann sind die Aufstiege mehr oder weniger geschafft. 

Blick auf den Tällisee
Ich überlege, ob ich noch weiter aufs Felsenhorn ziehen soll. Entgegenkommende Wanderer meinen, es sei zwar weg- aber auch problemlos. So gehe ich ca. 10min aufwärts, wende dann aber und kehre zur Roten Chumme zurück ohne den Gipfel erreicht zu haben. 

Nun geht es sehr steil abwärts. Die Beine sind bereits müde - immerhin bin ich schon mehr als 3h ohne Pause unterwegs. Doch es bietet sich kein Platz zum Rasten an. 

Also bringe ich den gesamten Abstieg von der Roten Chumme bis zum Daubensee hinter mich. Wie immer auf dem Weg zur Gemmi nimmt der Weg kein Ende. Noch eine Kurve, noch eine Gegensteigung - und zum Schluss noch die 140hm vom Daubensee zum Gemmipass. 

Nach 4h 30min erreiche ich endlich die Bergstation der Gemmibahn. Geschafft!


Fazit: 
Der ist grundsätzlich vor allem zwei Dinge: steil und staubtrocken!
Die Wanderung eignet sich definitiv nur für trittsichere und schwindelfreie Wanderer. Sicherlich ist der Weg nicht immer so staubig-rutschig wie heute, aber dennoch sind einige Passagen des Weges recht ausgesetzt. 






Mittwoch, 1. Juli 2015

Iffigenalp - Wildstrubelhütte - Glacier de la Pleine Morte

Wildstrubelhütte

Bei fantastischem, absolut hochsommerlichem Wetter ohne Gewitterneigung ist es in den Bergen am schönsten. Ich versuchte der Hitze zu entfliehen und wollte auf 2800müM etwas kühlere Luft suchen. So fuhr ich mit dem Zug und Postauto auf die wunderschöne Iffigenalp, von wo aus ich um Punkt 10:00 Uhr den Auftstieg zur Wildstrubelhütte in Angriff nahm.






Weg zwischen Iffigenalp und Rawilseeli

Eckdaten:
Startpunkt: Iffigenalp, 1584 müM
Endpunkt: Pointe de la Pleine Morte, 2882 müM

Route:
Iffigenalp - Rawilseeleni - Wildstrubelhütte - 
Weisshornlücke (2852 müM) - Pointe de la Pleine Morte 
Höchster Punkt: Radarstation Pleine Mortes, 2927 müM

Wanderzeit: 
Iffigenalp - Rawilseeleni: 2h
Rawilseeleni - Wildstrubelhütte: 1h
Wildstrubelhütte - Weisshornlücke - Pointe de la Pleine Morte: 70min
Total: 4h 10min

Weg: 
Sehr gepflegter Bergwanderweg, T3 





Wegbeschreibung:
Auf der Iffigenalp

Der Weg beginnt mit einer satten Steigung durch den Wald. Dies ist heute natürlich besonders angenehm. Da die Steigung regelmässig und der Weg sehr gut gepflegt ist (hier noch T2), komme ich rasch ich einen guten Rhythmus und kann während der ersten Stunde gut 450hm zurücklegen. Nachdem der Weg den Wald höhenbedingt verlassen muss, führt er entlang einer steilen Felswand. Doch der Weg ist breit, und die angebrachten Sicherungen finde ich total unnötig. Hier treffe ich auf ein Murmeltier, das hastig seinen Bau sucht. Nach ca. 45 Wanderminuten gehe ich unter einem kleinen Wasserfall durch, dessen kühles Nass eine willkommene Abkühlung ist.  

Bald aber verläuft der Weg nur noch an der prallen Sonne. Auch auf über 2000müM brennt die Sonne stark. Dennoch bin ich immer noch im Flow. Nach insgesamt 90min wandern treffe ich auf den Wegweiser Richtung Rawilpass. Ich gehe aber weiterhin in Richtung Wildstrubelhütte. Nun kommen die ersten kleineren Schneefelder. Sie lassen sich allerdings leicht umgehen. Erst kurz vor den Rawilseeleni werden die Schneefelde grösser und trotz gröberer Steigung muss ich durch den Schnee stapfen. 

Rawilseeli
Nach gut 2h habe ich die noch mehrheitlich zugefrorenen Seeli erreicht. Hier mache ich Mittagsrast, und bei einem Blick in die Richtung, die mein Weg sein sollte, zweifle ich langsam daran, ob es heute wirklich machbar ist, bis zur Wildstrubelhütte zu kommen. Auf der Website stand, dass der Zugang begehbar aber noch mit teils grösseren Schneefeldern bestückt sei. Das war hier de Fall. Die nächsten 80hm müsste ich ziemlich steil aufwärts durch ein grosses Schneefeld gehen. Doch plötzlich sehe ich auf dem vom Rawilpass herkommenden Weg ein paar wenige andere Wanderer Richtung Wildstrubelhütte gehen. Also machte ich mich auf und stapfe Schritt für Schritt durch den zum Glück weichen Schnee. 

Auch nach dem Schneefeld führt der Weg steil bergan. Aber es lohnt sich. Die Aussicht von der Wildstrubelhütte ist prächtig!

Glacier de la Pleine Morte
Von hier aus geht es - wieder einmal durch den Schnee - weitere 50hm hoch zur Weisshornlücke. Ab jetzt gibt es auch ganz viele Schneefelder aber auch mehr Wanderer. Abwärts geht das sehr angenehm, so rutschend durch den Schnee geradewegs auf den Gletscher zu. Aber bald geht es auch wieder aufwärts. Noch einmal muss ich fast 250hm aufsteigen, fast die Hälfte davon über Schneefelder. Der Schlussanstieg ist happig, etwas vom Steilsten, das ich bisher unter den Wanderschuhen hatte, aber zum Glück nicht sehr lang. Immer im Blick habe ich das Ziel: die futuristische neue Wetterradarstation auf der Pointe de la Pleine Morte.

Nach 4h 10min wandern treffe ich bei der Gondelstation ein und kann mich nun gemütlich ins Tal gondeln lassen. 





Samstag, 18. Oktober 2014

Leiternpass - Schwalmere

Vielleicht zum letzten Mal in dieser Saison ruft das Wetter zum Ausflug in die Berge. Leider liegt ein ganztägiger Ausflug aus zeitlichen Gründen nicht drin, aber trotzdem will ich das Prachtswetter unbedingt nutzen. 


Also geht es einmal mehr der Nähe nach in Richtung Gurnigel. Parkiert wird auch dieses Mal wieder beim oberen Parkplatz an der Wasserscheide. Und dann geht es los in Richtung Leiterenpass.


Weg zur Schwalmere
Eckdaten:
Startpunkt: Gurnigel Wasserscheide,1580 müM
Endpunkt: Gurnigel Wasserscheide, 1580 müM

Route:
Gurnigel Wasserscheide, Alp Obernünenen -
Leiternpass - Schwalmere - Gustiberg -
Alp Obernünenen - Gurnigel Wasserscheide


Wanderzeit:
Wasserscheide - Alp Obernünenen: 20min
Alp Obernünenen - Leiternpass: 20min
Leiternpass - Schwalmere: 10 min
Schwalmere - Gustiberg: 15 min
Gustiberg - Alp Obernünenen: 20 min
Alp Obernünenen - Wasserscheide: 20min

Total: 1h 45min

Weg:
Durchwegs T2


Wegbeschreibung:

Auf dem Leiternpass
Bestens bekannt ist mir der Weg von der Wasserscheide via Alp Obernünenen hoch zum Leiternpass. Der Weg beginnt mit einer kurzen aber heftig ansteigenden Asphaltrampe. Danach schlängelt sich der Weg dem Hang entlang zur Alp Obernünenen. Ab hier ist der Weg steinig aber breit. Stetig schlängelt sich der Weg im Schatten des Gantrischs hoch zum Leiternpass. 

Der Weg ist relativ dicht begangen und ebenso gut ausgebucht sind die guten Picnic-Plätze oben auf dem Leitenpass. Doch es lässt sich doch noch ein Stein als Bank für eine Mittagsrast finden. 
Die Aussicht ist fantastisch. Vom Wetterhorn bis hin zum Albristhorn eröffnet sich das gesamte Alpenpanorama. 


Gustispitz
Frisch gestärkt geht es weiter in Richtung Schwalmere. Diesen Teil des Gantrischgebiets habe ich tatsächlich noch nie erwandert. Der Weg zur Schwalmere gefällt mir gut: Schmal, aber dennoch gut zu begehen.
Nach der Schwalmere geht es unerwartet steil bergab. Da der Weg noch etwas feucht ist, muss ich gut aufpassen um nicht auszurutschen. Doch dieses Wegstück ist nach nur wenigen Minuten überwunden. Danach fällt der Weg flach ab bis zur Ebene auf dem Gustiberg. 

Nun gibt es noch einen letzten kurzen und gemütlichen Anstieg um die Flanke des Girisbergs zur überwinden. Danach geht es auf einer breiten Rampe bergab bis zur Alp Obernünenen und danach auf dem wiederum bestens bekannten Weg zurück zum Parkplatz an der Wasserscheide. 

Alles in allem war es ein idealer Nachmittagsausflug. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, in dieser tollen Umgebung  noch etwas Sonne zu tanken.







Samstag, 27. September 2014

Sillerenbühl - Ammertenspitz - Engstligenalp

Prachtswetter! Und der Muskelkater von der gestrigen Tour hält sich in Grenzen. Also geht's gleich noch einmal los in Richtung Berner Oberland - denn das Berner Oberland ist bekanntlich schön.
Schon seit Längerem überlegte ich mir, den Äugi-Lowa-Weg über den Ammertenspitz in Angriff zu nehmen, doch bisher liess ich mich von der Kategorie weiss-blau / T4 abschrecken. Aber heute sollte es passen. Ich fühlte mich fit und ich wollte es probieren.
Ich parkiere bei der Sillerenbahn und fahre gemütlich mit der Gondelbahn hoch aufs Sillerenbühl (auf die Variante "zu Fuss zum Luegli" verzichtete ich wegen den gestrigen Höhenmetern). Um Punkt 11 Uhr konnte es also losgehen.


Eckdaten:
Bummeregrat

Startpunkt: Sillerenbühl, 1972 müM
Endpunkt: Bergstation Engstligenalp, 1965 müM


Route:
Sillerenbühl - Hahnenmoospass -
Bummeregrat - Äugi - Ammertenspitz (2613 müM) -
Ammertenpass - Engstligenalp


Wanderzeit:
Sillerenbühl - Hahnenmoospass: 35 min (allerdings sehr zügig gegangen)
Hahnenmoospass - Ammertenspitz: 2h
Ammertenspitz - Engstligenalop: 1h 05 min

Weg:
Aufstieg Luegli - Ammertenspitz berechtigt T4, teils sehr ausgesetzt, aber perfekt gesichert, Rest T2 bis T3



Wegbeschreibung:

Vom Sillerenbühl geht es zunächst einige Meter abwärts. Achtung, hier hat es wilde Trottinettfahrer/-innen, die mit ihrem fahrbaren Untersatz noch nicht so bekannt sind! Gleich danach geht es einigermassen steil einen Fahrweg hoch in Richtung Laveygrat. Auf halber Höhe zum diesem zweigt der Alpenblumenweg, welcher zum Hahnenmoospass führt, rechts ab. Der Weg ist breit und ich komme in stolzem Tempo voran. Nach nur 35 min (Wegweiser 1h) passiere ich den Hahnenmoospass und wandere weiter in Richtung Rägeboldshore. Dieses lasse ich aber links liegen und wandere weiter bis zum markanten Pistenwegweiser. Dort halte ich mich an den weiss-blau markierten Alpinweg in Richtung Ammertenspitz.

Zunächst führt der Weg über den schmalen Bummeregrat geradewegs ansteigend auf eine Felswand zu. Ein wenig mulmig ist mir schon zu Mute, doch sehe ich weiter vorne mehrere Gruppen von Wanderern. Ich war immerhin nicht ganz alleine unterwegs.

Nach dem Bummeregrat steigt der Weg in munterem Zickzack der Felswand empor. Bloss nicht hinunterschauen! Aber der Weg ist über weite Strecken sehr gut mit neuen Ketten gesichert und ist auch breit genug, um darauf mit den Wanderstöcken Halt zu finden.

An einer besonders steilen Stelle in der Felswand geht es nun über Stahltreppen hoch. Auch hier richte ich meinen Blick ausschliesslich aufwärts. Zu oberst an der Treppe steht unter einem Felsvorsprung eine Schutzhütte. Gleich anschliessend kommt der enge Felsdurchgang "Jumpfere-Zwick". Schätzungsweise die Hälfte des ausgesetzten Weges habe ich nun zurück gelegt. Nun geht es auf einem schiefrigen Pfad weiter der Felsflanke entlang. Zeitweilig ist der Weg wieder mit Ketten gesichert. Die Steigung ist stetig, einigermassen steil, aber dennoch angenehm. Denn auf diesem Weg muss ich das Tempo sowieso herunterfahren.




Je höher man steigt, desto surrealer wird die Landschaft. Sie ist unglaublich karg und sieht irgendwie ausserirdisch aus.

Bald ist aber auch diese Stelle überwunden und es kommt nun der Schlussanstieg zum Ammertenspitz. Dieser ist nun einfach zu begehen und erfordert lediglich noch ein wenig Durchhaltevermögen.







Aussicht vom Ammertenspitz zur Lohnergruppe

Nach 2h 30 min stehe ich auf dem Ammertenspitz. Er ist gut bevölkert. Deshalb verweile ich trotz dem wunderbaren Panorama nicht allzu lange. Für die absolute Fernsicht zu den Hochalpen steht sowieso der Wildstrubel im Weg.

Der Abstieg zum Ammertenpass ist sehr steil, und ich gehe langsam, um auf dem Schiefer nicht auszurutschen. Nach nur 10 min ist der Pass erreicht und es geht nun stetig auf typischem T3- Weg abwärts. Schon lange sieht man die weite Ebene der Engstligenalp, doch der Abstieg zieht sich hin. Einmal unten angekommen, geht es noch ca. 1km lang über die weiter Ebene bis ich schliesslich nach 3h 40min die Gondelstation erreiche. Von hier aus lasse ich mich gemütlich mit der Gondel ins Tal fahren.


Fazit:
Es hat sich mehr als gelohnt, diese Tour zu machen.
Ja, der Weg zum Ammertenspitz ist steil.
Ja, der Weg ist teilweise sehr ausgesetzt und
ja, der Weg erfordert absolute Trittsicherheit und Erfahrung.

Aber: Der Weg ist wunderbar gepflegt und ausgebaut - nicht nur die Sicherungsketten, auch der Weg als Solches. Doch ganz sicher ist der Weg in dieser Richtung einfacher zu begehen als in die Gegenrichtung.