Samstag, 6. Juli 2013

Golitschepass und Elsighorn

Elsighorn
Heute ist endlich der perfekte Tag zum Wandern. Lange bin ich unschlüssig, was es werden soll. Eine Zweitageswanderung im Simplongebiet? Oder In der Innerschweiz? Oder doch nur einen Tag? Ich entscheide mich vorerst für die letzte Variante und suche eine passende Route. Nicht über 2400 müM soll es gehen, wenn ich nicht noch für längere Strecken im Schnee landen will.
Nach längerem Hin und Her wähle ich schliesslich das Elsighorn als Tagesziel aus und fahre im völlig überfüllten Zug nach Kandersteg, wo es um Punkt 10 Uhr losgeht.

Eckdaten:
Startpunkt:  Kandersteg Bahnhof, 1176 müM
Endpunkt: Achseten, 1084 müM

Route:
Kandersteg - Uf der Höh - Golitschepass (2180 müM) - 
P2045 - Hohmatti - Elsighorn (2341 müM) - 
Obere Elsige - Untere Elsige - Elsigbach  - Achseten

Wanderzeit:
5 Stunden

Wetter:
Sonnig bis leicht bewölkt, drückend warm

Weg:
Mehrheitlich T2, kurze Teile eher T3-
ausgewaschen von vielen Niederschlägen und Lawinen des letzten Winters


Wegbeschreibung:
Malerische Landschaft "Uf der Höh"
Beim Bahnhof Kandersteg geht es los. Schon nach wenigen Metern beginnt der Anstieg und ich bin froh, dass ich mir kurz vorher noch eine Banane als Frühstück gegönnt habe. Der Weg ist einfach, ein typischer T1 Waldweg und schlängelt sich durch den Wald aufwärts bis Ud der Höh. Dort ist die Landschaft durchsetzt mit vielen Findlingen. Es herrrscht eine unglaublich ruhige Stimmung, und ich geniesse den Weg durch diese Wiesen und Wälder.
Der Weg ändert nun sein Gesicht, wird schmaler und uneben. Daher entschliesse ich mich, nun die Turnschuhe gegen die Wanderschuhe einzutauschen und packe auch gleich die Wanderstöcke mit aus, da der Weg nun auch recht steil wird. Bald kommt ein erstes Tobel, welches ich problemlos überqueren kann. Der Weg wird ein wenig ausgesetzt über einer Felsstufe, doch er ist weiterhin breit genug, um ihn ohne Überwindung zu begehen. 
Meter für Meter windet sich der Weg aufwärts, alles in allem steiler als ich es erwartet hätte. Nach genau einer Stunde Wanderzeit überquere ich einen kleinen Bach. Der Weg wird ab hier nochmals steiler und kurz nach der Hütte bei Punkt1833 ist der Weg vom vielen Schnee des letzten Winters und den Niederschlägen der letzten Wochen extrem ausgewaschen. Teilweise muss man den Pfad im Matsch suchen. 
Nach knapp mehr als 2 Stunden Wanderzeit erreiche ich den Golitschepass.

Elsighorn - noch mit Wolkenhut
Kurz überlege ich mir, hier meine Pläne zu ändern und statt des Elsighorns den First als Tagesziel ins Auge zu fassen, jedoch bin ich mir nicht sicher genug, ob ich dann nicht plötzlich vor einem grösseren Schneefeld stehen werde und umkehren muss. Also wird es dann doch das Elsighorn sein, welches ich nun mir einem wolkigen Hut genau gegenüber entdecke.

Der Weg geht nun vorerst ca. 150 Höhenmeter abwärts. Zweimal muss ich ein Schneefeld queren. Der Schnee ist aber sehr griffig, daher ist dies kein Problem. Ansonsten ist der Weg eher kraxlig. Sicher eher ein T3- als ein T2. Im kleinen Tal aufgekommen, geht es auf der anderen Seite wieder hoch. Zunächst weglos über eine Wiese, später wieder auf dem offiziellen Wanderweg, welcher übrigens für Berner Verhältnisse eher spartanisch markiert und ausgeschildert ist. 

Sicht vom Elsighorn zum Niesen und Thunersee
Letze Meter zum Gipfel
Die letzten Höhenmeter sind mühsam, da ich inzwischen völlig unterzuckert bin. Doch die Mittagsrast und das Picnic will ich mir definitiv erst auf dem Gipfel gönnen. Nach dreieinviertel Stunden Wanderzeit stehe ich auf dem Gipfel des Elsighorns. Naja, nicht gerade eine Schönheit, aber immerhin... Die grösseren Gipfel im Panorama sind wolkenverhangen, daher fehlt auch das wirklich tolle Gipfelfoto.

Nach einer nicht allzu langen Pause begebe ich mich auf den Abstieg. Dieser ist recht eintönig, führt mehrheitlich durch das Skigebiet Elsigenalp und es gibt nicht viel zu berichten. Schon bald bin ich bei der Bergstation der Gondelbahn und entschliesse mich, diese heute von meiner Seite her unbenutzt zu lassen. Ich wähle den Abstieg zu Fuss. Nach ca. 200m auf der Fahrstrasse zweigt der Wanderweg links ab und verläuft sehr steil mehr oder weniger direkt unterhalb der Gondelbahn. Der Abstieg ist müehsam. Äusserst steil, der Weg schmal und mit viel Potenzial für Misstritte, insbesondere, weil die Beine nach rund 4 Stunden Wanderzeit schon müde sind. Der Abstieg will keine Ende nehmen...

Elsigbach
Dennoch erreiche ich dann doch die Talstation der Elsighornbahn und folge nun dem Wegweiser zur Busstation Achseten, welche in 30 Minuten zu erreichen sein sollte. Der Weg folgt mehrheitlich der Fahrstrasse. Diese ist eng und kurvig und daher ist es nicht ganz ungefährlich, sich darauf als Fussgängerin zu bewegen. Zum Glück habe ich die Schuhe schon gewechselt, so brennen wenigstens nicht auch noch die Füsse beim eiligen Gang über den Asphalt. Zwischendurch kürzt der Wanderweg etwas ab und geht auf Treppenstufen wieder steil bergab. Den Fahrplan im Kopf und mit der Idee, den nächsten Bus ja nicht zu verpassen, forciere ich das Tempo. Den letzten Kilometer kann ich auch joggend zurücklegen, denke ich mir. Doch dann hält neben mir ein Auto und zwei Frauen, die ebenfalls auf Wanderschaft waren, fragen mich freundlich, ob sie mich ein Stück weit mitnehmen sollen. So kommt es, dass ich ganz komfortabel mit ihnen bis nach Thun mitreisen, was den Heimweg angenehm verkürzte.







Fazit:
Der Aufstieg auf den Golitschepass ist lohnenswert aber anstrengend. Das Elsighorn selbst war den Aufstieg nicht zwingend Wert.
Wer unter Knieproblemen leidet, sollte für den Abstieg von der Unteren Elsig bis zum Elsigbach unbedingt Wanderstöcke zur Hilfe nehmen oder gleich mit der Bahn hinunterfahren. Der Weg ist ein typischer Kniekiller!









Sonntag, 30. Juni 2013

Auf und rund ums Wiriehorn

Endlich ruft der Berg wieder!

Blick ins hintere Diemtigtal
Endlich zeigt sich das Wetter wieder freundlich und ich kann losziehen. Das Wiriehorn soll's heute sein - dieses Gebiet kenne ich schliesslich sonst auch nur im Winter. Nach einigem Überlegen und in Anbetracht dessen, dass ich mich körperlich nicht ganz so fit fühle, entschliesse ich mich zu etwas, was ich sonst nie mache: Ich nehme für die ersten 450 Höhenmeter die Sesselbahn und löse gleich ein Retourbillet. Wäre ja schad, wenn ich wegen den langweiligen Metern auf der Fahrstrasse dann beim Gipfelaufstieg schlapp machen würde. 
Um 09.40 bin ich beim Berghaus Nüegg und die Wanderung kann beginnen. 


Eckdaten:
Startpunkt: Bergstation Nüegg, 1416 müM
Endpunkt: Bergstation Nüegg, 1416 müM

Route:
Bergstation Nüegg - Underi Heitere - 
Bodeflue - Alp Wirie - Wiriehorn (2304 müM) - 
Gurbs Metteberg - Turbelfärrich - Schwarzenberg - 
Bergstation Nüegg

Wanderzeit:
3h 35min

Wetter:
Teils bewöl
Weg: 
Rundweg T2, Gipfelaufstieg T3


Wegbeschreibung:
Bei der Bergstation Nüegg geht es rechts weg über den Fahrweg. Nach knapp 10 Minuten erreiche ich die verlassene Talstation des Skilifts Hohmad. Ich geniesse die frische Luft. Sie ist ganz klar und frisch und hat nichts gemeinsam mit der manchmal abgestandenen Hitze, welche man Ende Juni auf dieser Höhe antrifft. 
Ich folge weiter der Fahrstrasse, welche schon bald recht steil ansteigt. Bei der unteren Heitere wechselt der Weg auf ein T2 und schlängelt sich über die Wiesen weiter ins Tal hinein. Der Pfad ist pflotschig und rutschig - es scheint letztens intensiv geregnet zu haben. Ich packe als meine Wanderstöcke aus und nehme sie zur Hilfe. Damit wird der Anstieg gleich viel weniger mühsam, weil ich nicht mehr rutsche.  Weiter hinten im Tal wird der Weg wieder breiter. Es scheinen erst vor kurzem Unterhaltsarbeiten am Weg durchgeführt worden zu sein.
 Sicht von der Alp Wirie aufs Tierlauthorn
Kurz vor der Alp Wirie kommt ein steiler aber nur kurzer Anstieg. Kurz nach der Alp Wirie trennt sich der Gipfelweg vom Rundweg. Um auf den Gipfel zu gelangen zweige ich links ab. Leider sitzt über dem Wiriehorn noch eine Wolke, während es rund herum blauen Himmel zu sehen gibt. Aber es besteht ja noch die Hoffnung, dass die Wolke weg ist, bis ich in ca. einer Stunde auf dem Gipfel stehen werde. 
Der Weg wird jetzt enger und steiniger. Die Steigung wäre eigentlich angenehm, doch ich fühle mich definitiv nicht ganz fit. Immer wieder muss ich anhalten und etwas trinken. 

Wiriehorn Gipfel
Vor den letzten 100 Höhenmeter knickt der weg nach rechts und man geht dem Grat entlang bis zum Gipfel. Da allerdings auf dem Grat noch grössere Schneefelder liegen, gehe ich lieber im Zickzack über die mit Steinen durchsetze Wiese. 
Nach ziemlich genau 2 Stunden Wanderzeit erreiche ich den Gipfel. Leider sitzt die Wolke immer noch da, so dass es nicht einmal ein Panoramafoto geben konnte. Zudem geht ein frischer Wind und nach nur 10 Minuten Rast mache ich mich wieder an den Abstieg. Bis zum Abzweiger vom Rundweg gehe ich auf dem gleichen Weg abwärts, auf dem ich aufgestiegen war. 


Blick zurück zum Sattel
Danach schwenke ich in den Rundweg ein. Schliesslich möchte ich nicht nur auf den Gipfel des Wiriehorns sondern auch noch rund herum. Auf einem typischen T2-Bergweg geht es mit einigem Auf- und Ab in östlicher Richtung weiter ums Wiriehorn. Auf dem Sattel (eigentlich dem Scheitelpunkt des Rundwegs) begegne ich den ersten Menschen. Bis zur Rückkehr zur Bergstation folgen nur noch vier weitere... Aber ich mag beim Wanderen die Ruhe und bin nicht gerne in einem Pulk von Mitwanderern, daher kommt mir die Abgeschiedenheit gerade recht.

Immer begegne ich blühenden Blumenwiesen, die ich zum Teil durchqueren muss. 
Der Weg bis zum Schwarzenberg zieht sich in die Länge, obwohl seit dem Einbiegen in den Rundweg erst ungefähr eine Stunde vergangen ist. 
Das letzte Wegstück vom Schwarzenberg bis zur Bergstation Nüegg geht entlang einer asphaltierten Strasse. Daran haben meine Füsse in den harten Wanderschuhen nicht wirklich Freude, aber es ist nur ein kurzes Stück, kaum mehr als 10 Minuten. 
Nach insgesamt etwas mehr als dreieinhalb Stunden Wanderzeit habe ich meine Rundwanderung abgschlossen und fahre gemütlich mit dem Sessellift wieder talwärts.



Fazit:
Die Wanderung war ganz nett, einsam und ich konnte die frische Luft geniessen. Schade, dass der Aufstieg auf den Gipfel des Wiriehorns nicht mit einer schönen Aussicht belohnt wurde. Doch selbst wenn, würde diese Tour in meinem persönlichen Ranking wohl kaum unter den Top 7 Platz finden. 


Mehr zu dieser Route auf GPSies.com.




Samstag, 8. Juni 2013

Col du Chamois, Patraflon und Breccaschlund...

... oder mit Verlusten muss man rechnen!


Endlich war es so weit und das Wetter zeigt sich wieder einmal an einem Wochenende einigermassen freundlich. Zumindest am Samstag sollte es bis in den mittleren Nachmittag hinein Wanderwetter geben. Doch wohin konnte man sich vorwagen? Bis wie hoch sind die Wanderwege schneefrei? Nach einigen Abklärungen war klar, dass die Route unterhalb von 2000müM bleiben musste. Also entschloss ich mich dazu, den Zwei-Täler-Weg am Schwarzsee in Angriff zu nehmen. Um Punkt 10.00 Uhr sind die Wanderschuhe geschnürt und es kann losgehen.



Eckdaten:

Startpunkt:  Schwarzsee Bad,  1055 müM
Endpunkt: Schwarzsee Bad 1055 müM

Route:
Schwarzsee Bad - Unter Recardets - Ober Recardets - 
Col du Chamois - Patraflon (1916 müM) - Col du Chamois - 
Oberi Rippa - Unteri Rippa - Schwarzsee Bad

Wanderzeit:
ca. 3h 45 min netto

Wetter:
Schön und warm mit aufkommenden Gewitterwolken 

Weg:
T1 bis T3, oberhalb von 1400 müM  zum Teil noch Schneefelder, rutschig und durchnässt



Wegbeschreibung:
Aufstieg zu Recardets
Mein Auto habe ich auf dem grossen Parkplatz beim Schwarzsee Bad abgestellt. Die groben Wanderschuhe sind geschnürt und es geht los. Auf einem Fahrweg geht es zunächst durch den Wald recht steil aufwärts. Die Sonne wärmt bereits stark und da man sich noch nicht an die warmen Temperaturen gewöhnt ist, bin ich froh um den Schatten im Wald. Leider ist der Weg zum Wasserfall gesperrt, so dass ich direkt in Richtung Unter Recardets gehe.
Ich merke, dass ich noch nicht so richtig im Wandermodus bin, der Anstieg ist trotz Schatten und leichtem Rucksack anstrengend.

Weg vom Col du Chamois zum Patraflon
Kurz vor der unteren Recardets komme ich aus dem Wald. Die Landschaft ist beeindruckend, linkerhand erhebt sich die Felsformation von Les Recardets. Der Wanderweg wechselt bei der oberen Recardets in einen T2 Weg und schlängelt sich gemütlich ansteigend weiter ins Tal hinein. Bald stehe ich vor dem Anstieg zum Col du Chamois. Hier wird er Weg steiler. Bald kommen die ersten kleineren Schneefelder, die es zu überqueren gilt. Da sind mir die Wanderstöcke eine sehr willkommene Hilfe. 
Auf dem Col du Chamois angekommen, nehme ich noch die letzten Höhenmeter hoch zum Patraflon in Angriff. Zwei Schneefelder muss ich hier noch überqueren. Nicht ganz ungefährlich, dieses Unterfangen, da der Schnee aufgeweicht und rutschig ist. 

Schliesslich stehe ich nach 1h 45min Wanderzeit uaf dem Gipfel des Patraflon. Leider hat das Gipfelbuch die ergiebigen Niederschläge der letzten Wochen nicht unbeschadet überstanden. Ein Eintrag ist nicht möglich.

Sicht vom Patraflon in den Breccaschlund
Auf dem Gipfel verbringe ich meine kurze Mittagspause. Ich schaue mir das Panorama an und entdecke unter anderem die Kaiseregg, auf der ich vor etwas mehr als einem Jahr war. Besorgt sehe ich auch, dass sich im Breccaschlund noch ausgedehnte Schneefelder befinden. Und da wollte ich ja heute noch durch...
Danach mache ich mich an den Abstieg. Die beiden Schneefelder, die beim Aufstieg tricky waren, sind abwärts noch um einiges risikoreicher. Ich stütze mich mit den Händen ab und taste mich sorgfältig Schritt für Schritt vorwärts. 150 Höhenmeter tiefer merke ich dann, dass  dabei leider mein Fingerring vom eiskalten Finger gerutscht sein muss. Mit Verlusten muss man bekanntlich leben, trotzdem ist es schade darum. 

Der Abstieg ist allgemein mühsam. Immer wieder muss ich Schneefelder traversieren. Häufig ist es auch mühsam die Wegmarkierungen zu finde, denn viele davon sind noch mir Schnee bedeckt. So komme ich auch kurzfristig einmal vom Weg ab, finde ihn aber dann wieder. 

Unterhöhltes Schneefeld 
Ich komme zur Oberen Rippa. Knapp unterhalb ist der Weg so aufgeweicht, dass das Wasser direkt über die Wiese fliesst. Es ist rutschig und ich muss jeden Schritt genau planen. Etwas weiter unten bekomme ich von einem entgegenkommenden Wanderer den Tipp, das nächste Schneefeld oberhalb zu umgehen. Als ich dort bin, sehe ich auch warum: Es ist bis zu 1,5m unterhöhlt! Doch das wäre von der Seite her kommend nicht zu erkennen gewesen und eine Traversierung hätte übel enden können. 

Weg zur unteren Rippa
Zumindest war es nun definitiv das letzte Schneefeld. Der Weg wird besser begehbar und bald komme ich zur unteren Rippa. Hier geht der Weg in den Wald hinein und verliert zum Teil über grosse Treppenstufen rasch an Höhe. Bald kommt dann der Fahrweg, der relativ steil hinunter zum Campingplatz am Schwarzsee führt. Noch wenige Meter geht es der Strasse entlang, bis ich schliesslich nach ca.3h 45 reiner Wanderzeit wieder beim Auto ankomme. 



Mehr zu dieser Tour: http://www.schwarzsee.ch/de/aktivitaeten/wandern/wanderungen/zwei-taeler-wanderung.html und auf GPSies.com


Montag, 20. Mai 2013

Konditionstraining zum Weissenstein - Windchill inklusive


Ehemalige Mittelstation Nesselboden
Am verlängerten Pfingstwochenende zu wandern, ist schon fast zur Tradition geworden. Bloss war es diese Mal nicht so einfach, den Plan auch wirklich umzusetzen. Zum einen liegen in erhöhten Lagen immer noch Unmengen von Schnee (und es gab in der Nacht auf heute oberhalb von 1200m wieder Nachschub) und noch dazu meinte es Petrus nicht gerade gut mit dem Pfingstwetter. Nichts destotrotz machte ich mich auf den Weg: Zum Weissenstein. 





Eckdaten:
Startpunkt: Welschenrohr Post, 680 müM
Zielpunkt: Solothurn Bahnhof, 432 müM 

Route: 
Welschenrohr Post - Weissenstein Passhöhe - Nesselboden- Falleren -  Einsiedelei - 
Verenagraben - Solothurn SBB 

Wanderzeit: 
total 2h53min 

Wetter: 
Bewölkt mit Aufhellungen, 
kalt und stürmischer Wind

Weg: 
Aufstieg T1
Abstieg T1 - T2, 
am Schluss insgesamt ca. 3km Asphalt (mit Unterbrüchen)

Gesamteindruck:
Die Anreise von Bern via Solothurn und Gänsbrunnen nach Welschenrohr erschien schier endlos. Doch einmal in Welschenrohr angekommen erfolgte direkt der Einstieg in die Wanderung hoch zum Weissenstein. Laut Wanderweg-Beschilderung sollte sie 2h in Anspruch nehmen. 

Zu nächst ging es noch ein paar Hundert Meter auf der asphaltierten Strasse aus dem Dorf hinaus, bald wechselte der Untergrund aber in einen typischen T1-Wanderweg.
Der Anstieg ist teilweise recht nahrhaft. Auf nur gerade 5km wird die gesamte Höhendifferenz von ca. 600 Höhenmetern zurückgelegt. 
Nach 65min erreichte ich bereits die Passhöhe (es sollte ja schliesslich ein Konditionstraining sein) und wollte mir eine Pause gönnen. Als ich knapp unterhalb der Passhöhe aus dem Wald hinaus auf die Krete kam, kam ich aber sehr schnell von dieser Idee ab. Gefühlte 10 Grad minus und noch dazu stürmischer Wind veranlasste mich dazu, den Abstieg sofort in Angriff zu nehmen. 
Ziemlich steil ging es die ersten ca. 200 Höhenmeter entlang eines Grabens abwärts. 
Nach der ehemaligen Station Nesselboden wurde der Weg schmaler und wand sich in kurzen Serpentinen eng der Felswand entlang abwärts. 


Einsiedelei im Verenagraben
Zum Schluss erwartete mich noch die Wanderung vorbei an der Einsiedelei durch den Verenagraben. Eigentlich ganz idyllisch doch für meinen Geschmack eindeutig mit zu vielen Leuten bestückt war diese Wegstück leider nicht mehr mein Favorit. 
Als Endspurt warteten noch ca. 2km durch die Aussenquartiere von Solothurn, bis ich schliesslich nach fast genau 3 Stunden den Bahnhof von Solothurn erreichte.








Mehr zu dieser Tour: http://www.wanderland.ch/de/routen/etappe-01392.html und auf GPSies.com

Freitag, 10. Mai 2013

Walliser Sonnenweg (im Regen)

Ein weiteres Konditionstraining...

Schon vor Wochen wurde der Termin für den Freitag nach Auffahrt festgesetzt. Eine Wanderung im Wallis sollte es sein. Da oberhalb von ca. 1500m immer noch zu viel Schnee liegt, war die passende Route in Form eines Teils der klassischen BLS Südrampe mangels Alternativen bald gefunden. Bloss: Das Wetter hielt sich nicht ganz an den Plan. 




Weg: T1, durchnässt

Eckdaten: 
Startpunkt: Lalden Station, 801 müM 

Zielpunkt: Brig Bahnhof, 684 müM 


Route: 
Lalden Station - Warbfliehkappelle - Mund - Birgisch - Naters - Brig Bahnhof 

Wanderzeit: 
total 2h50min 

Wetter: 
Stark bewölkt, zeitweise etwas Regen


Die Strecke:
Eigentlich erwartet man ja, dass die Südrampe der BLS in Richtung Brig sinkt. Allerdings merkt man davon erst kurz vor Naters etwas. 
Bei der Station Lalden steigt der Weg zunächst auf Asphalt und später auf Naturweg in regelmässiger merklicher Steigung bergan. Bis man nach ca. 1h das Safrandorf Mund erreicht, hat man bereits rund 400 Höhenmeter zurückgelegt. 


Nach weiteren ca. 100m Höhendifferenz und 30min Gehzeit kommt man nach Birgisch, wo wir in der Dorfbeiz ein feines Fondue geniessen konnten.  

Nach weiteren knapp 90 Minuten, darunter ein nicht sehr knieschonender Abstieg nach Naters, erreicht man den Bahnhof Brig.






Mehr zu dieser Tour: 

http://www.wanderland.ch/de/routen/etappe-01520.html und auf GPSies.com

Montag, 6. Mai 2013

Eröffnung Wandersaison 2013: Creux du Van

Aussicht zum Creux du Van

Endlich ist es so weit:


Die Wandersaison 2013 ist eröffnet! 



Als Gradmesser, wie gut denn meine Kondition noch beisammen ist, ging's ins Val de Travers in den Neuenburger Jura. Normalerweise wandere ich ja lieber im Berner Oberland, aber dort liegt definitiv noch zu viel Schnee. 





Le Soliat - höchster Punkt am Creux du Van

Eckdaten:
Startpunkt: Noiraigue CFF, 729müM 
Zielpunkt: Noiraigue CFF, 729 müM 

Route: 
Noiraigue CFF - Les Oeillons - Sentier de 14 Contours - Le Soliat (1463müM) - Sentier Single - Fontaine Froide - La Ferme Robert - Le Plan - Noiraigue  CFF

Wanderzeit: 
total 3h00min 

Wetter: 
Bewölkt mit sonnigen Abschnitten

Weg: 
T1 bis T2, noch etwas rutschig und schlammig

Gesamteindruck:
Die Wanderung kann als als gemütlicher Sonntagsausflug gewertet werden. Laut offiziellen Angaben wird die Rundtour zeitlich mit 4h30min budgetiert. Dies erlaubt, die 800 Höhenmeter in gemütlichem Tempo in Angriff zu nehmen. 
Der Auf- und Abstieg bieten dem Schwierigkeitsgrad entsprechend keine Schwierigkeiten, allerdings ist der Weg oben am Creux du Van nicht gesichert. Das heisst, bei nassen Wegbedingungen, wie ich sie erlebt habe, ist äusserste Vorsicht geboten. Auszurutschen wäre dort gar nicht empfehlenswert. Im Zweifelsfalle oder auch in Begleitung von Kindern oder weniger trittsicheren Wandern geht man lieber auf dem Weg etwas abseits der Krete.



Mehr zu dieser Tour: http://www.wanderland.ch/de/routen/route-0286.html und auf http://www.gpsies.com

Dienstag, 2. Oktober 2012

Gsürweg und Albristhorn

Albristhorn

Heute geniesse ich zum ersten Mal die Vorteile des Büroalltags: Wenn der Wetterbericht gute Prognosen erstellt, kann ich freinehmen und den Tag statt im Bürostuhl in den Bergen verbringen. Da gerade Schulferien sind, fand ich in Urs einen gleichgesinnten zum Mitwandern. Die Entscheidung, wo es hingehen sollte, dauerte seine Zeit, doch schliesslich entschieden wir uns für eine Tour über den Gsürweg aufs Albristhorn, den letzten und höchsten Gipfel der Niesenkette.





Eckdaten:
Startpunkt: Tschentenalp, 1940 müM 
Zielpunkt: Sillerenbühl, 1972 müM



Route: 
Tschentenalp - Schwandfeldspitz - 
Gsürweg - 
Alp Furggi - 
Furggelpass - Albristhorn (2762 müM) - 
Sattligrat - Seewlehorn - 
Tierberg - Laveygrat - Sillerenbühl


Wanderzeit: 
total ca. 5h 15min

Wetter:
teilweise bewölkt und neblig, dann wieder sonnig

Weg: 
bis zu T4, viel Geröll und lockere Steine


Die Wanderung:
Als wir in Adelboden ankommen ist es noch frisch. Man merkt, dass es schon Oktober ist und die Temperaturen am Morgen früh teilweise empfindlich kalt sind. Wir kaufen uns in Adelboden noch etwas Verpflegung ein und fahren dann mit der Tschentenalpbahn bis zur Bergstationa auf 1940 müM. Wie immer, wenn Urs dabei ist, gibt es zuerst einen Kaffee im Bergrestaurant, danach werden die Wanderschuhe geschnürt und erst dann kann es losgehen. So auch heute.

Leider hängt der Nebel genau über uns, so dass die Aussicht von der Tschentenalp nicht existent ist. Also machen wir uns auf und folgen dem Weg zum Schwandfeldspitz. 
Erster Grat nach dem Schwandfeldspitz

Bald einmal verzieht sich der Nebel wenigstens teilweise, so dass die Sicht ein paar Meter mehr beträgt. Nach der Überschreitung des ersten Grats biegt der Weg, welcher bislang über Gras geführt hat, in den Gsürweg ein. Dieser gilt zurecht als alpiner Wanderweg. Der Weg ist voller Geröll, das zwischendurch auch gerne mal rutscht und links geht es doch einige hundert Meter steil abwärts. Trittsicherheit ist gefordert, aber es macht Spass. 

Sicht vom Furggelpass
Am Ende des Gsürwegs setzen wir uns zu einer ersten kurzen Rast an die Gsürbar, welche nichts anderes ist als eine Holzbank in einem Felsvorsprung. Von hier an wird der Weg wieder einfacher und führt über Weiden und Wiesen bis zur Alp Furggi. Danach steigt der Weg im Zickzack über die Weiden an bis zum Furggelpass. 


Jetzt wird die Herausforderung grösser. Der Aufstieg auf das Albristhorn wird richtig steil und zum Teil weglos. Man muss sich seinen Weg über den felsigen Kamm des Albristhorn suchen, teilweise auch auf allen Vieren. Zum Glück habe ich mit Urs einen äusserst erfahrenen Berggänger mit dabei und kann ihm in seiner Spur folgen. 

Sicht vom Gipfel des Albristhorns
Ca. eine Stunde nach dem Furggelpass stehen wir dann oben auf dem Albristhorn. Der Aufstieg hat sich gelohnt, auch wenn die Fernsicht besser sein könnte - und es ist auch sehr windig auf dem Gipfel, so dass wir hier nicht so lange verweilen. 


Rasch machen wir uns an den Abstieg. Der Untergrund ist rutschig, die Steine sind lose und auf der rechten Seite geht es tief ins Tal hinunter. Also ist Vorsicht geboten. Wiederum nehme ich die Hände zur Hilfe und bin auch froh um fachkundige Tipps von Urs. 

Rasch verlieren wir an Höhe und nun liegt vor uns der Laveygrat. Was auf den ersten Blick relativ eben erscheint, ist in Wirklichkeit ein Weg mit unzähligen Gegensteigungen. Ist eine geschafft, erscheint vor uns die nächste. Das Seewlehornund der Tierberg sind die grössten Gegensteigungen. Dann schliesslich sind wir bei der Bergstation der Lavey-Sessellifts. Von hier aus geht es noch ca. 45min teils über Weiden und Wiesen und teils über Fahrwege zur Bergstation Sillerenbühl. Von hier aus fahren wir mit der Gondel zurück nach Adelboden.