Samstag, 11. Juli 2015

Durchs Geröll über den Ärtlengrat zur Gemmi

Engstligenalp
Heute war wieder Wandertag. Auf Grund der trockenen und sehr heissen Wetterlage der vergangenen Woche, waren nun bis auf 3000müM fast alle Schneefelder weggeschmolzen. So konnte ich die Wanderung zum Tschingellochtighorn, welche ich bereits vor 14 Tagen machen wollte, unter die Füsse nehmen.
Die Engstligenalpbahn brachte mich schweissfrei auf 1965 müM zum Augangspunkt meiner Wanderung. Die Gondel ist voll, was etwas Betrieb auf den Wanderwegen verspricht - jedoch nur wenige begeben sich auf "meine" Route.






Weg unterhalb des Tschinellochtighorns
Eckdaten:
Startpunkt: Engstligenalp Bergstation, 1965 müM
Endpunkt: Gemmi Bergstation, 2346 müM

Route:
Engstligenalp - Aertlengrat - Chindbettipass (2623 müM) -
Rote Chumme (2628 müM) - Gemmipass (2346 müM)

Wanderzeit:
Engstligenalp - Ärtlengrat: 1h 30min
Ärtlengrat - Chindbettipass: 30 min
Chindbettipass - Rote Chumme: 40 min
Rote Chumme - Gemmi: 1h 50min
Total: 4h 30min

Weg: 
Fast durchgehend T3 bis T3+, ab Daubensee bis zur Gemmi T2





Wegbeschreibung:

Tschingellochtighorn
Beim Berghaus Engstligenalp zweigt ein breiter Weg in Richtung Engstligengrat nach links ab. Etwas verwirrlich: der auf der Karte vermerkte Ärtlengrat ist auf keinem Wegweiser zu finden. Da aber das Tschingellochtighorn, das ich ca. 100hm unterhalb des. Gipfels umgehen werde, sehr markant ist, ist der einzuschlagende Weg klar. 

Bereits kurz nach dem Start wird der Weg recht steil. Ab der Abzweigung zum hinteren Lohner kann man sagen sehr steil. Der Weg verläuft einmal breiter, einmal schmaler auf dem Ärtlengrat aufwärts. 
Nach enden der Vegetation besteht der Weg nur noch aus Sand und Geröll, welches bei der extremen Trockenheit leicht ins rutschen kommt. Die letzten Meter rechts unterhalb des Tschingellochtighorns vorbei sind zudem ziemlich ausgesetzt und der Pfad ist abschüssig und schmal. Äusserste Vorsicht ist geboten,  wenn man nicht ausrutschen will.


Nach 90 min habe ich den Entschlengrat erreicht. Noch immer geht es etwas bergauf, nun aber auf breiter Spur. Der Weg hält auf das Chindbettihorn zu, welches ich ebenfalls rechts umgehe. Hier ist der Weg erneut knochentrocken und voller rutschigem Schiefer. Zudem bläst vom der Seite ein starker Wind, was ebenfalls ziemlich irritierend ist. Ich bin froh, als ich den Chindbettipass erreicht habe. 
Auch dort windet es stark, und ich wandere sofort weiter, nun abwärts zum Tälli. Auf der anderen Seite geht es gleich wieder steil hoch. Doch dann sind die Aufstiege mehr oder weniger geschafft. 

Blick auf den Tällisee
Ich überlege, ob ich noch weiter aufs Felsenhorn ziehen soll. Entgegenkommende Wanderer meinen, es sei zwar weg- aber auch problemlos. So gehe ich ca. 10min aufwärts, wende dann aber und kehre zur Roten Chumme zurück ohne den Gipfel erreicht zu haben. 

Nun geht es sehr steil abwärts. Die Beine sind bereits müde - immerhin bin ich schon mehr als 3h ohne Pause unterwegs. Doch es bietet sich kein Platz zum Rasten an. 

Also bringe ich den gesamten Abstieg von der Roten Chumme bis zum Daubensee hinter mich. Wie immer auf dem Weg zur Gemmi nimmt der Weg kein Ende. Noch eine Kurve, noch eine Gegensteigung - und zum Schluss noch die 140hm vom Daubensee zum Gemmipass. 

Nach 4h 30min erreiche ich endlich die Bergstation der Gemmibahn. Geschafft!


Fazit
Der ist grundsätzlich vor allem zwei Dinge: steil und staubtrocken!
Die Wanderung eignet sich definitiv nur für trittsichere und schwindelfreie Wanderer. Sicherlich ist der Weg nicht immer so staubig-rutschig wie heute, aber dennoch sind einige Passagen des Weges recht ausgesetzt. 






Mittwoch, 1. Juli 2015

Iffigenalp - Wildstrubelhütte - Glacier de la Pleine Morte

Wildstrubelhütte

Bei fantastischem, absolut hochsommerlichem Wetter ohne Gewitterneigung ist es in den Bergen am schönsten. Ich versuchte der Hitze zu entfliehen und wollte auf 2800müM etwas kühlere Luft suchen. So fuhr ich mit dem Zug und Postauto auf die wunderschöne Iffigenalp, von wo aus ich um Punkt 10:00 Uhr den Auftstieg zur Wildstrubelhütte in Angriff nahm.






Weg zwischen Iffigenalp und Rawilseeli

Eckdaten:
Startpunkt: Iffigenalp, 1584 müM
Endpunkt: Pointe de la Pleine Morte, 2882 müM

Route:
Iffigenalp - Rawilseeleni - Wildstrubelhütte - 
Weisshornlücke (2852 müM) - Pointe de la Pleine Morte 
Höchster Punkt: Radarstation Pleine Mortes, 2927 müM

Wanderzeit
Iffigenalp - Rawilseeleni: 2h
Rawilseeleni - Wildstrubelhütte: 1h
Wildstrubelhütte - Weisshornlücke - Pointe de la Pleine Morte: 70min
Total: 4h 10min

Weg
Sehr gepflegter Bergwanderweg, T3 





Wegbeschreibung:
Auf der Iffigenalp

Der Weg beginnt mit einer satten Steigung durch den Wald. Dies ist heute natürlich besonders angenehm. Da die Steigung regelmässig und der Weg sehr gut gepflegt ist (hier noch T2), komme ich rasch ich einen guten Rhythmus und kann während der ersten Stunde gut 450hm zurücklegen. Nachdem der Weg den Wald höhenbedingt verlassen muss, führt er entlang einer steilen Felswand. Doch der Weg ist breit, und die angebrachten Sicherungen finde ich total unnötig. Hier treffe ich auf ein Murmeltier, das hastig seinen Bau sucht. Nach ca. 45 Wanderminuten gehe ich unter einem kleinen Wasserfall durch, dessen kühles Nass eine willkommene Abkühlung ist.  

Bald aber verläuft der Weg nur noch an der prallen Sonne. Auch auf über 2000müM brennt die Sonne stark. Dennoch bin ich immer noch im Flow. Nach insgesamt 90min wandern treffe ich auf den Wegweiser Richtung Rawilpass. Ich gehe aber weiterhin in Richtung Wildstrubelhütte. Nun kommen die ersten kleineren Schneefelder. Sie lassen sich allerdings leicht umgehen. Erst kurz vor den Rawilseeleni werden die Schneefelde grösser und trotz gröberer Steigung muss ich durch den Schnee stapfen. 

Rawilseeli
Nach gut 2h habe ich die noch mehrheitlich zugefrorenen Seeli erreicht. Hier mache ich Mittagsrast, und bei einem Blick in die Richtung, die mein Weg sein sollte, zweifle ich langsam daran, ob es heute wirklich machbar ist, bis zur Wildstrubelhütte zu kommen. Auf der Website stand, dass der Zugang begehbar aber noch mit teils grösseren Schneefeldern bestückt sei. Das war hier de Fall. Die nächsten 80hm müsste ich ziemlich steil aufwärts durch ein grosses Schneefeld gehen. Doch plötzlich sehe ich auf dem vom Rawilpass herkommenden Weg ein paar wenige andere Wanderer Richtung Wildstrubelhütte gehen. Also machte ich mich auf und stapfe Schritt für Schritt durch den zum Glück weichen Schnee. 

Auch nach dem Schneefeld führt der Weg steil bergan. Aber es lohnt sich. Die Aussicht von der Wildstrubelhütte ist prächtig!

Glacier de la Pleine Morte
Von hier aus geht es - wieder einmal durch den Schnee - weitere 50hm hoch zur Weisshornlücke. Ab jetzt gibt es auch ganz viele Schneefelder aber auch mehr Wanderer. Abwärts geht das sehr angenehm, so rutschend durch den Schnee geradewegs auf den Gletscher zu. Aber bald geht es auch wieder aufwärts. Noch einmal muss ich fast 250hm aufsteigen, fast die Hälfte davon über Schneefelder. Der Schlussanstieg ist happig, etwas vom Steilsten, das ich bisher unter den Wanderschuhen hatte, aber zum Glück nicht sehr lang. Immer im Blick habe ich das Ziel: die futuristische neue Wetterradarstation auf der Pointe de la Pleine Morte.

Nach 4h 10min wandern treffe ich bei der Gondelstation ein und kann mich nun gemütlich ins Tal gondeln lassen. 





Freitag, 26. Juni 2015

Gällihorn und Üschenengrat


Blick ins Gasterntal
Wieder einmal konnte ich mir den Luxus gönnen, an einem Freitag bei strahlendem Sommerwetter einen arbeitsfreien Tag einzulegen.

Den Tag wollte ich nutzen für eine Tour, die bereits seit längerem auf der To-Do-Liste stand.Zum Gällihorn und weiter über den Üschenengrat sollte es gehen. Eigentlich wäre ich gerne noch via Tschingellochtighorn und Aertlengrat zur Engstligenalp gewandert, allerdings haben die Vorabklärungen ergeben, dass auf dieser Route noch zu viel Schnee liegt. Also startete ich zur kürzeren Version - es muss ja nicht immer die Vollversion sein.


Gällihorn
Eckdaten:
 Startpunkt: Bergstation Sunnbüel, 1936 müM
Endpunkt: Bergstation Sunnbüel, 1936 müM


Route:
Sunnbüel - Winteregg - Gällihorn (2284 müM) - 
Üschenengrat - Weisse Flue (2472 müM) - 
Schwarzgrätli - Schwarenbach - Sunnbüel


Wanderzeit:
Sunnbüel - Gällihorn: 1h
Gällihorn - Schwarzgrätli: 2h
Schwarzgrätli - Schwarenbach: 30 min
Schwarenbach - Sunnbüel (Nordic Walking): 45min

Total: 4h 15min

Weg:
Sunnbüel - Gällihorn - Schwarzgrätli - Schwarenbach: T3, vom Schwarenbach nach Sunnbüel T1



Spittelmatte und Rinderhorn
Wegbeschreibung:
Ab Sunnbüel verliert verliert der Wanderweg zunächst etwas an Höhe, bis er bei der Winteregg zu steigen beginnt. Zunächst geht es gemächlich, danach deutlich steiler aber regelmässig bergauf zum Punkt 2105. Nicht nur dort geniesst man eine wunderschöne Aussicht auf das Gasterntal und das Kandertal sowie die jeweils dazugehörigen Gipfel.

Kurz nach dieser natürlichen Aussichtsplattform verzweigt sich der Weg. Gerade aus führt der Weg zum Üschenengrat, links geht es hoch zum Gällihorn.
Ich zweige links ab. Der Weg wird wieder merklich steiler und auch kraxliger. Der Weg ist ziemlich ausgewaschen, und ich gehe nur sehr vorsichtig aufwärts um ein Ausrutschen zu vermeiden. Einige kleinere Felsriegel müssen überwunden werden. 
Nach knapp 20min stehe ich dann oben auf dem Gipfel. Die Aussicht ist fantastisch. Mittlerweile sieht man nebst Altels und Rinderhorn bis zur Gemmi und den Walliser 4000ern. Natürlich präsentiert sich auch der Daubensee prominent. 

Daubensee, Gemmi und Walliser 4000er
Nach einer kurzen Rast gehe ich weiter. Zunächst führt mich der selbe Weg zurück zur Verzweigung. Nun folge ich dem Pfad Richtung Üschenengrat. Der Weg schlängelt sich hoch über dem Üschinental in munterem Auf und Ab vorwärts. Leider ist es etwas schwierig, auf der Karte festzustellen, wo man sich gerade befindet. Plötzlich beginnt der Weg stark zu steigen. Zwar habe ich davon gelesen, dass der Aufstieg zur Weissen Flue steil sei, jedoch konnte ich das auf der Karte nicht erkennen. Doch dem war so. Etwas unterzuckert und nach bereits mehr als 2.5h wandern wurde der Aufstieg zu keinem besonders tollen Erlebnis. Endlich erreiche ich die Leiter, welche mich auf den Buckel der Weissen Flue bringt. Von dort an geht es sanft abwärts zum Schwarzgrätli, wo ich links abzweige um zum Schwarenbach abzusteigen. Nun wurde des definitiv Zeit für eine Mittagsrast. 

Gestärkt nehme ich den steilen Abstieg zum Schwarenbach unter die Füsse. Dort gelange ich auf die Wanderautobahn - den Gemmiweg. Die Zeit der Ruhe ist vorbei...
Ich wechsle hier die Schuhe und bringe das letzte, mir wohl bekannte Wegstück zurück zum Sunnbüel, in nordic-walking-ähnlichem Tempo hinter mich. 

Nach insgesamt 4h 15min bin ich zurück bei der Gondelstation und lasse mich gemütlich mit der Gondel ins Tal fahren. 

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com




Mittwoch, 3. Juni 2015

25'000 Besucher - Merci für die Treue!

Zum kleinen Jubiläum bei 25'000 Besucherinnen und Besuchern auf Wandern 2.0 verwöhne ich euch noch einmal mit den Impressionen meiner schönsten Wanderungen.

Wanderung zum Wildgärst



















Via Alpina: Lauterbrunnen - Sefinenfurgge


















Via Alpina: Hohtürli























Lötschepass



 











Via Alpina: Bunderchrinde




Gemmi - Rote Chumme - Chindbettipass






Planplatte - Engstlenalp
















Snaefell


















Da es noch viele tolle Orte zu entdecken gibt, werde ich einfach weiterwandern und darüber berichten.

Vielen Dank für die Treue und:
I'll keep on hiking!

Freitag, 29. Mai 2015

Panoramaweg Schynige Platte


Heute nahm ich den Begriff "FREItag" einmal wörtlich und gönnte mir bei dem tollen Wetter einen Wandertag im Berner Oberland. Da es in den letzten 10 Tagen wieder intensive Niederschläge mit Schnee bis unter 1500m gab, musste die Route sorgfältig ausgewählt werden. Der Panoramaweg auf der Schynigen Platte schien mir laut Webcacm machbar. Damit die Tour noch etwas ausgiebiger und anspruchsvoller wird, entschloss ich mich dazu, mit der Bahn nur bis zur Station Breitlauenen zu fahren und von dort aus die letzten 400hm bis zur Schynigen Platte zu Fuss zu meistern. So stieg ich im 10:38 aus dem Nostalgie-Bähnli und wanderte los.




Eckdaten:
Startpunkt: Breitlauenen, 1540 müM
Endpunkt: Schynige Platte, 1967 müM


Route:
Breitlauenen - Schynige Platte - Tuba -
Oberberghorn - Grätli - Schynige Platte


Wanderzeit:
Breitlauenen - Schynige Platte: 1h
Schynige Platte - Tuba: 20 min
Tuba - Oberberghorn: 25 min
Oberberghorn - Grätli (Abzweigung First): 30 min
Grätli - Schynige Platte: 40min

Total: 2h 55min

Weg:
Durchwegs gut präparierter T2-Bergweg. Noch einige kleinere, harmlose Schneefelder vorhanden.



Wegbeschreibung:


Ab der Station Breitlauenen geht es zunächst mehr oder weniger im Zickzack durch den Wald. Beim Punkt 1831 wechselt die Umgebung. Man steht plötzlich an schroffen Felsformationen. Der Weg schlängelt sich der Flanke entlang via Bigelti hoch in Richtung Schynige Platte. Der Weg ist gut unterhalten und daher gefahrlos begehbar, auch wenn es rechts davon beinahe senkrecht ins Lütschinetal geht. 

Nach einer Stunde doch recht strengem Aufstieg (es waren immerhin 425hm zu überwinden) treffe ich auf der Schynigen Platte ein. Ich gehe davon aus, dass die wenigsten der sich dort tümmelden Gäste, den Aufstieg zu Fuss gemacht hatte. 


Ich lasse die Schynige Platte rechts liegen und folge dem Wegweiser Tube-Panoramaweg. Und der macht seinem Namen wahrlich alle Ehre. Vor mir entblättert sich der Thunersee mit dem Niesen und dem Stockhorn, nördlich reicht der Blick via Niederhorn und Gemmenalphorn bis zu den Sieben Hengsten. 

Auf der Tube selbst gibt es weitere Panoramablicke, so der Brienzersee mit der Brienzer Rothorn-Kette und dahinter der Hohgant. 



















Drehe ich mich um 180° um, so stehe ich frontal vor Eiger, Mönch und Jungfrau, rechts davon das Lütschinetal mit dem Breithorn und anderen imposanten Gipfeln. Ich nutze die wunderschöne Aussicht für eine Mittagsrast und geniesse das Panorama.

Danach führt der Weg etwas abwärts um gleich darauf wieder anzusteigen in Richtung Oberberghorn.Dort erwarten mich für den Schlussanstieg 3 steile Holztreppen.







Da die Aussicht mehr oder weniger die gleiche ist wie von der Tube setze ich meinen Weg rasch wieder fort. Der Bergweg umgeht das Oberberghorn südlich, und bei der Verzweigung entscheide ich mich für eine Zusatzschlaufe, bevor ich zur Schynigen Platte zurückkehren werden. Die Schlaufe bringt mich an den Kessel der Flanke des Loucherhorns. Am Fusse dieses massiven Felsbrockens zweige ich in den Weg ab, welcher mich in ca. 40min zurück zur Schynigen Platte bringt. Hier liegen immer noch ein paar matschige Schneefelder und das Gehen ist manchmal etwas mühsam, da ich tief einsinke. Doch da ich mir genügend Zeit nehmen kann, ist das kein Problem .






Nach knapp 3h treffe ich auf der Schynigen Platte ein, von wo mich das Nostalgie-Bähnchen wieder zurück nach Wilderswil bringt.


Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com und www.Jungfrau.ch













Donnerstag, 14. Mai 2015

Von Chlus zur Kaiseregg


Heute konnte ich eine wunderschöne Tour zwischen Berner Oberland und Freiburger Alpen erleben. Bis gestern hatte ich noch nie etwas vom Walopsee gehört und heute war ich bereits dort. Zu dieser Jahreszeit ist dies ein sehr einsamer Ort und trotzdem erdenschön!

Mit dem Auto fuhr ich via Reidenbach und Schwarzmatt nach Chlus, einem ruhigen Talkessel. Zu hinterst hat es einen Parkplatz und gleich daneben startet der Bergwanderweg hoch Richtung Walopsee. 


Eckdaten:
Startpunkt / Zielpunkt: Chlus, 1140 müM

Route:
Chlus - Walopsee - Kaisereggalp - Kaisereggpass - Kaiseregg (2185 müM) - Kaisereggpass - Kaisereggalp - Walopsee - Chlus

Wanderzeit:
Chlus - Vordere Walop: 1h 05min
Vordere Walop - Kaisereggalp: 30 min
Kaisereggalp - Kaisereggpass: 30 min
Kaisereggpass - Kaiseregg: 20 min
Kaiseregg - Vordere Walop: 1h
Vordere Walop - Chlus: 45 min

Total: 4h 10min

Weg:
Durchgehend T2, sehr gut präpariert. Wenige kleine Schneefelder zum Überqueren




Wegbeschreibung:
Ab Chlus geht es während 400 Höhenmetern teilweise sehr steil hinauf. Die Serpentinen winden sich fast endlos durch die Felswand. Teilweise hat es treppenartige Baumstamm-Stufen. Allerdings ist der Weg an keiner Stelle exponiert. Gutes Schuhwerk ist trotzdem absolut empfehlenswert.

Nach rund einer Stunde erreiche ich den Walopsee, welchen ich auf dem Wanderweg rechts umgehe. Hier am See hat es einige Leute, es sind mehr oder weniger die letzten, die ich bis auf die Kaiseregg treffe.



Der Weg ab der Vorderen Walop ist zu dieser Jahreszeit sehr einsam, doch landschaftlich wunderschön. Und immer habe ich mein Tagesziel, die Kaiseregg direkt vor Augen. Einige Male muss ich ein kleines Schneefeld überqueren. Dies stellt aber kein Problem dar, da die Stellen ungefährlich und der Schnee weich ist.
Kurz vor der Kaisereggalp steigt der Weg wieder merklich steiler an, und so bleibt es auch auf der steinigen Rampe, welche mich zum Kaisereggpass hochführt.


Hier hat es nun wieder recht viele Menschen. Nach fehlen mir ca. 70 Höhenmeter bis zum  Gipfel, die ich in ca. 20 min hinter mich bringe. Oben auf dem Gipfel hat es wenige Menschen - das habe ich auch schon anders erlebt. Im Gespräch erfahre ich, dass der Weg vom Schwarzsee zur Kaiseregg heute einer Wanderautobahn gleichkam. Da lobe ich mir den - vielleicht ein wenig zu - einsamen Weg ab Chlus.
Obwohl der Himmel nicht ganz klar ist, bekomme ich ein tolles Panorama der Berner Hochalpen präsentiert.
Da es ziemlich stark windet, mache ich mich nach wenigen Minuten wieder auf den Rückweg, den ich auf dem gleichen Weg hinter mich bringe wie den Hinweg.


Sorgfältig bringe ich die 1000 Höhenmeter abwärts hinter mich. Insbesondere während dem Schlussabstieg vom Walopsee nach Chlus schlottern die Knie. Immerhin bin ich schon seit 3h 30min unterwegs bevor der steile Abstieg kommt.
Vorsichtig, da immer wieder Geröll unter meinen Füssen wegrutscht, bringe ich die letzten 400 Höhenmetern über die vielen Serpentinen erfolgreich hinter mich.



Diese Tour hat sich definitiv gelohnt. An vielen Stellen fühlte ich mich an den Säumerweg über die Gemmi erinnert. Inspiriert wurde ich zu dieser Tour durch einen Bericht auf Hikr.org.

Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com




Sonntag, 10. Mai 2015

Schwyberg

... eine Odysse über Fucheses und Grossen Schwyberg


Blick auf den Schwarzsee
Der Schwyberg ist seit einigen Jahren nur noch zu Fuss erreichbar. Die Seilbahn wurde abgerissen und das Bergrestaurant ist vor einigen Jahren abgebrannt. Also konnte ich damit rechnen, dass ich eine ruhige Wanderung ohne zu viel "Gegenverkehr" machen konnte.

Um 11:30 stellte ich das Auto am Seeufer bei Gypsera ab und wanderte los,

Geplant war eine Wanderung von ca. 4h. Es sollte aber anders kommen.


Eckdaten:

Startpunkt: Schwarzsee Gypsera, 1046 müM
Endpunkt: Schwarzsee Gypsera, 1046 müM


Route:
Schwarzsee Gypsera - La Balisa - La Patta -
Fuchses Schwyberg (1620 müM) -
Grosser Schwyberg (1645 müM) -
Fuchses Schwyberg - Gassera - Schwarzsee Gypsera



Wanderzeit:
Schwarzsee Gypsera - La Balisa: 1h
La Balisa - La Patta: 50min
La Patta - Fuchses Schwyberg: 35min
Fuchses Schwyberg - Grosser Schwyberg: 50 min
Grosser Schwyberg - Fuchses Schwyberg: 50 min
Fuchses Schwyberg - Schwarzsee Gypsera: 1h 05min

Total: 5h 10min


Weg: 
T1 und T2, etwa zu gleichen Teilen. Sehr spartanisch markiert!









Wegbeschreibung:
Ab Schwarzsee Gypsera geht es zunächst dem Ufer des Sees entlang bis sich der Weg nach La Balisa vom Seerundweg trennt. Ab dort geht es auf einer Fuhrstrasse zunächst langsam, danach steil bergauf. Bei der Unteren Recardets zweigt der Weg kurz querfeldein Richtung La Balisa ab. Die Gegend ist still und irgendwie urtümlich. Auf der Fuhrstrasse ist La Balisa bald erreicht. 

Ab hier steigt der Weg während ca. 150 Höhenmetern recht steil an. Nach der Steigung geht es mehr oder weniger über eine grüne Matte in unzähligen Steigungen und Gegensteigungen nach La Patta hoch, nur um gleich danach wieder 100 Höhenmeter zu verlieren, die danach beim Anstieg zu Fuchses Schwyberg erneut gewonnen werden müssen. 


Aussicht vom Schwyberg Richtung Gantrischkette
Die Aussicht auf dem Schwyberg ist beachtlich. Sie reicht vom Seeland mit Blick auf den Neuenburger- und Murtensee sowie den Chasseral via Gantrischkette bis hin zum Bietschhorn. Nur der Schwarzsee ist nicht zu sehen. 

Da ich mich noch fit fühle, entschliesse ich mich zu einem Umweg zum Grossen Schwyberg um dann von dort zurück nach Schwarzsee abzusteigen. Dies erwies sich als Fehlentscheidung und endete in einer Odyssee. Die Wege sind schlecht markiert, Wegweiser gibt es kaum und wenn, dann sind die Anschriften äusserst spartanisch. 
Nach 50 min abenteurlicher Route und gefühlte 100 Gegensteigungen später stehe ich dann doch auf dem Grossen Schwyberg und halte nach einem Wegweiser, welcher mir den Weg zurück nach Schwarzsee weist. 
Da habe ich also die Wahl zwischen Plaffeien oder Zollhaus. Allerdings steht mein Auto am Schwarzsee, also bleibt mir mangels Karte nichts anderes übrig, als den Rückweg wieder via Fuchses Schwyberg unter die Füsse zu nehmen. Der Wegweiser budgetiert hierfür 2h 30min. Phuuu, und das nach bereits über 3h Wanderzeit. Nun dann, es bleibt mir ja nichts anderes übrig. 

Wieder warten mir viele Gegensteigungen und die Beine werden immer müder. Schliesslich treffe ich auf Fuchses Schwyberg ein und zweige dort, wie ursprünglich geplant, links Richtung Schwarzsee Gypsera ab. Der Weg führt mehrheitlich durch den Wald und ist mir vielen Wurzeln durchzogen. Für die müden Füsse ist Vorsicht geboten. 

Nach rund einer Stunde habe ich dann endlich den Ausgangspunkt erreicht und bin froh darum. 

Am Schwarzssee

Fazit: 

Der Abstecher zum Grossen Schwyberg hat sich - ausser der Verbrennung von überflüssigen Kalorien - keineswegs gelohnt. Den direkten Abstieg beim ersten Eintreffen auf Fuchses Schwyberg und anschliessend die Füsse im See baden wäre die deutlich angenehmere Variante gewesen.