Samstag, 29. März 2014

Saisoneröffnung: Ulmizberg

Heute war es endlich soweit - die Wandersaison konnte eröffnet werden. Doch obwohl die Temperaturen schon länger frühlingshaft war sind, musste ich mich trotzdem höhenmässig noch zurück halten und eine Tour in der Nähe heraussuchen. Ich entschloss mich dazu, einfach loszulaufen, mit dem Ulmizberg als Ziel.


Eckdaten
Startpunkt: Wabern, 550 müM
Endpunkt: Köniz Bahnhof, 573 müM

Route:
Wabern - oberer Breitacker- Breitägerten - 
Kehrsatz - Kühlewil - Oberulmiz - 
Ulmizberg (917 müM) - 
Schliernberg - Köniztal - Köniz Bahnhof

Wanderzeit:
2h 54min

Wetter:
Schön und sonnig, wenig dunstig

Weg:
T1, teils asphaltiert



Wegbeschreibung:
Gleich zum Einstieg beginnt die Tour mit dem kurzen aber recht steilen Weg links neben der Gurtenbahn in Richtung Gurtendorf. Nach dem ersten Anstieg zweige ich links ab in Richtung oberer Breitacker und Kehrsatz. Hier wird der Weg flacher. 
Die bereits gewonnenen ca. 100 Höhenmeter verliere ich in Kehrsatz wieder, nur um auf der anderen Talseite gleich den nächsten Anstieg zum Alters- und Pflegeheim Kühlewil in Angriff zu nehmen. Alles in allem sind es keine nennenswerten Höhendifferenzen verglichen mit anderen Touren. Doch zum Saisonbeginn ist es genau das Richtige.
Nach exakt einer Stunde stehe ich in Kühlewil vor dem Alters- und Pflegeheim. Hier präsentiert sich der Sendeturm auf dem Ulmizberg bereits in beeindruckender Grösse vor strahlend blauem Himmel.
Das Ziel vor Augen gehe gerade aus weiter auf bis zum Weiler Kühlewil, dort zweigt der Wanderweg zum Ulmizberg rechts ab. Zunächst flach und leicht ansteigend, dann wieder 50 Höhenmeter verlierend komme ich nach Oberulmiz. Nun kommt der die letzte Steigung von 100 Höhenmetern hoch zum Ulmizberg. Nach 1h40min Wanderzeit stehe ich auf dem Sendeturm am höchsten Punkt des Ulmizberges. 

Bereits von meinem letzten Ausflug auf den Ulmizberg wusste ich, dass dessen Nordostflanke gespickt ist mit vielen kleinen Trampelpfaden, die auf der Karte kaum exakt zu lokalisieren sind. Ich entschied mich für einen mittelgrossen Pfad - solange es abwärts ging, konnte es nicht ganz verkehrt sein. Etwas Vorsicht musste ich walten lassen, denn der Pfad barg einige Gefahren für Misstritte.

Aussicht vom Ulmizberg
An der Verzweigung entschied ich mich dazu, meinen Weg in Richtung Köniz statt Schliern fortzusetzen. Also ging ich weiter zum Weiler Schliernberg und von dort relativ steil die letzten Höhenmeter abwärts in Köniztal. 
Inzwischen schmerzten die Beine bei jedem Schritt. Ich merkte deutlich, dass ich noch nicht in Form war und die Kombination von Schuhen und Socken war ebenfalls suboptimal: An beiden Fersen thront nun eine riesige Blase. Das ärgert mich, denn immerhin schaffte ich es auf der Via Alpina über 150km ohne eine einzige Blase...


Aussicht vom Ulmizberg südostwärts
Die letzten beiden Kilometer zum Bahnhof Köniz schleppe ich mich noch über den Asphalt und steige - entgegen dem eigentlichen Plan rund um und auf den Ulmizberg zu laufen - am Bahnhof Köniz in den Bus, der mich fast bis vor die Haustüre fährt. 

Doch trotz den Blasen hat sich der Ausflug an die frische Luft gelohnt. Auf dem Ulmizberg hatte ich die 360° Rundumsicht vom Chasseral bis zu den Berner Alpen!




Mittwoch, 1. Januar 2014

Vorbereitung ist alles

Zwar dauert es noch einige Monate, bis die nächsten Wandertouren gestartet werden können, doch während den Ferien habe ich immerhin Zeit, mir neue Ideen für Wanderrouten anzuschauen. Also zog ich los und besorgte mir einschlägige Literatur.
Und siehe da... Ich könnte die Seite meiner Wunschliste nun beliebig verlängern. Um alle Wünsche zu erfüllen, wird sicherlich die nächste Wandersaison nicht ausreichen - denn das Berner Oberland ist einfach schön!


Auf jeden Fall ist die Vorfreude nun geweckt - doch die Wanderschuhe haben vorerst noch Saisonpause und werden noch eine Weile im Keller bleiben. 

Winterpause - und trotzdem aktiv

Seit längerem herrscht Stille auf meinem Blog. Der Jahreszeit entsprechend bleiben für mich im Moment Wandertouren aus. Der Herbst fiel wandertechnisch auch vollständig ins Wasser. Entweder war das Wetter schlecht oder es mangelte an der nötigen Zeit. 


Trotzdem... die nächste Wandersaison kommt bestimmt - und ich will darauf vorbereitet sein. Um die Kondition bei Laune zu halten, bewege ich mich ab und zu auf den Langlaufskis. Die Ruhe auf der Loipe und die körperliche Anstrengungen auf den Skatingskis sind eine willkommene Abwechslung zum Alltag.


Schöne Langlaufgebiete gibt viele. Leider liess aber der Schnee in diesem Winter bisher lange auf sich warten. Doch mittlerweile gibt es die eine oder andere geöffnete Loipe in der Nähe, so zum Beispiel in Heimenschwand.

Loipe in Heimenschwand

Nun hoffe ich noch auf einige schöne Langlauftage, so dass dann die Kondition bereit ist, wenn die Wandersaison wieder eröffnet werden kann.

Mittwoch, 25. September 2013

Monte Dobassio und Monte Armetta



Auf dem Weg zum Monte Dobassio

Rundumsicht von den Alpen bis zum Meer - wenn es denn keinen Nebel hätte...


Noch immer bin ich in Ligurien in den Ferien. Und in meinem Wanderführer hat es noch viele schöne Wanderungen, die ich gerne machen möchte.

Mit der Beschreibung "Aussichtsgipfel mit grenzenlosem Blick über die Seealpen" hat es mir die Wanderung zum Monte Armetta sofort angetan.

Nun, der Blick aus dem Fenster in Richtung Berge ist am Morgen nicht gerade vielversprechend, dennoch will ich es wagen und die rund fünfeinhalbstündige Wanderunge in Angriff nehmen. Nach ca. 50min Fahrzeit mit dem Auto treffe ich bei der Madonna del Lago oberhalb von Alto auf rund 1000müM ein, ziehe die Wanderschuhe an und marschiere los.




Eckdaten:
Startpunkt: Madonna del Lago, 1008 müM
Endpunkt: Madonna del Lago, 1008 mÜM

Route:
Madonna del Lago - Monte Dubassio (1538 müM) - 
Colle San Bartolomeo  - Pian del Colle - 
Monte Armetta (1739 müM) -
Pian del Colle - Colle an Barotlomeo - Madonna del Lago

Wanderzeit:
5h 25min

Wetter:
Bewölkt bis neblig, nur kurze sonnige Abschnitte

Weg:
Zu Beginn und zum Schluss T1, dazwischen durchwegs T2. Zwar markiert aber teils unübersichtlich. In den unteren Gebieten oft mit nassem Moos überzogen, daher Rutschgefahr.


Wegbeschreibung:
Beim Sanctuatrio Madonna del Lago, welches an schönen Tagen offenbar ein beliebtes Ausflugsziel ist, kann ich prima parkieren. Da das Wetter mehr als nur durchzogen ist, steht mein Auto ganz alleine auf dem grossen Parkplatz. Von hier aus geht es los. Zunächst einem Fuhrweg entlang mit einiger Steigung. Malerisch schlängelt sich der Weg bald einmal durch einen Wald von kleinen Föhren und Buchen.
Bald wird der Weg enger. In der Wegbeschreibung steht zwar, dass die Orientierung bis auf dem Monte Dubassio manchmal nicht ganz einfach ist, doch ohne Karte findet man sich hier wirklich nur mühsam zurecht. Bereits nach einer Viertelstunde verpasse ich die erste Abzweigung, welche völlig unverhofft steil in den Wald hinaufführt. Erst beim zurückgehen sehe ich die Kennzeichnung des Wanderwegs an einer Baumrinde. 
Von nun an geht es ziemlich steil durch den Wald hoch. Schon bald einmal sehe ich die Markierungen zum zweiten Mal nicht und stehe vor einem Blockfeld. Hier merke ich, dass das unmöglich die richtige Route sein kann und kehre erneut um. Und siehe da: Von dieser Seite her sehe ich auch die Markierungen. Nun geht es stetig aufwärts. Der Pfad wird enger, ist jedoch gut begehbar.


Aussicht auf dem Weg zum Monte Dobassio
Nach einem Felsvorsprung, welcher als Aussichtsplattform dient, wird der Weg deutlich steiler, geht in Serpentinen den Hanf hoch. Und auch hier zweige ich abermals falsch ab. Als der Weg im Deadend endet, kehre ich erneut um und sehe dann einige hundert Meter weiter unten die Richtige Abzweigung.
Der Weg bleibt steil, ist jedoch von nun an zwar leichter zu finden jedoch nicht weniger steil. 

Plötzlich eröffnet sich eine weite Fläche, eine mit Felsbrocken durchzogene Wiese liegt vor mir. Wunderschön! Hier lässt es sich gut wandern und die Markierungen sind bis zum höchsten Punkt vom Monte Dubassio gut sichtbar.

Blick vom Monte Dobassio
Leider eröffnet sich mir auf dem Monte Dubassio keine Fernsicht, aber immerhin ist es einigermassen sonnig. 

Es folgt ein kurzer Abstieg. Ich treffe nun auf die Via Alta dei Monti Liguri, eine Art Pendent zur Via Alpina. Sie ist bestens markiert und nach einer kurzen Rast am Colle San Bartolomeo steige ich weiter auf in Richtung Monte Armetta.

Leider weichen die Wolken nicht der Sonne, eher umgekehrt. Je höher ich ansteige, desto dichter wird der Nebel und es wird auch empfindlich kalt. Ich passiere eine Kuhherde welche von einem lautstark bellenden Herdenschutzhund beschützt wird. Die Landschaft ist wunderschön, aber im Nebel auch irgendwie gespenstisch. Nach insgesamt rund 3h30min Wanderzeit stehe ich auf dem Gipfel des Monte Armetta. Und die Sicht beträgt (wie diesen Sommer bereits auf dem Wiriehorn und dem Hundshorn) ca. 50m. Es ist extrem schade, denn ich habe mich sehr auf dem Rundumblick von den Alpen bis zum Meer gefreut.


Der Abstieg erfolgt bis zum Colle San Bartolomeo auf dem gleichen Weg wie aufwärts, jedoch sind die Markierungen von oben her nicht so gut sichtbar, so dass ich zweimal auf das GPS angewiesen bin, um auf dem richtigen Pfad zurückzufinden. 
Vom Colle San Bartolomeo folge ich ca. 45 min lang der Fuhrstrasse abwärts, danach geht es für die letzte Viertelstunde noch einmal auf einem kleinen Pfad quasi querfeldein bis zur Madonna del Lago, wo das Auto immer noch ganz einsam auf dem Parkplatz steht.












Fazit:
Die Wanderung hat ihren Reiz. Beim Aufstieg zum Monte Dobassio ist es nicht übertrieben, dass im Wanderführer steht "nicht immer einfache Orientierung". Ich empfehle, unbedingt eine vernünftige Karte zu besorgen. 
Ich kann mir leider nur vorstellen, wie wunderbar die Aussicht vom Monte Armetta sein kann, wenn die Sicht klar ist. Leider war mir dies vergönnt. Dennoch wird mir die Wanderung als "Erfahrung der anderen Art" sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. 

Mehr zur Route auf GPSies.com.


Montag, 23. September 2013

Im Val di Neva

italienischer Wegweiser
Kurzentschlossen packte ich gestern meine Wanderschuhe in mein Auto und fuhr in Richtung Riviera. 

In Diano Marina werde ich ein paar schöne Ferientage verbringen. Das Hinterland der Riviera dei Fiori bietet einige tolle Routen für Wanderer. Ausgerüstet mit der entsprechenden Literatur war es kein Problem eine geeignete Route zu finden. Als Einstieg sollte es ins mit dem Auto ca. 30min entfernte Tal der Neva gehen, wo die Landschaft geprägt ist von Olivenhainen und alten Burgruinen.






Eckdaten:

Startpunkt: Zuccarello, 130 müM
Endpunkt: Zuccarello, 130 müM

Route:
Zuccarello - Bassi Erli - Castelvecchio di Rosso Barbena -
Castello di Zuccarello - Zuccarello

Wanderzeit:
2h 50min

Wetter:
Sonnig und heiss

Weg:
Durchwegs T1, teils etwas überwachsen.



Wegbeschreibung:
Mit dem Auto kann man problemlos bis nach Zuccarello fahren. Dort hat es beim Eingang zur Altstadt gleich neben dem Schulhaus einen grossen Parkplatz, welchen man gratis benutzen kann.

Seltener Blick auf die Neva
Von hier aus gehe ich zunächst durch den malerische von Arkaden gesäumten Dorfkern. Nach dem Dorf geht es auf markierten Pfaden weiter. Zunächst über eine Fuhrstrasse, welche zuerst noch asphaltiert, später steinig ist. Laut der Wegbeschreibung folgt der Wanderweg dem Flusslauf der Neva - leider sehe ich von der Neva nur selten etwas. Nur ab und zu bin ich nahe genug an diesem kleinen Fluss, um ihn auch zu sehen, jedoch höre ich öfter mal das Rauschen des Wassers. 

Der Pfad ist einmal breiter und einmal schmaler, einmal frei und einmal überwachsen, doch allesamt problemlos zu gehen und auch die Orientierung ist einfach.


Nach ca. 1h Wanderzeit erreiche ich das Dorf Bassi Erli. Im Dorfkern geht es rechts weg in Richtung Castelvecchio. Der Weg führt zunächst hinunter zum Verena-Bach, den ich auf ein paar Steinplatten überqueren kann. Danach steigt der Weg für die örtlichen Verhältnisse steil an zu Hauptstrasse, die ich zweimal überquere und welcher ich dann kurz vor Castelvecchio ein paar hundert Meter lang folge. 

Blick auf Castelvecchio di Rosso Barbena
In Castelvecchio gehe ich durch den mittelalterlichen Dorfkern und würde gerne die Ruine besteigen, dies ist allerdings nicht möglich. Also folge ich weiter dem markierten Wanderweg dorfauswärts in Richtung Süden, wo ich bereits von Weitem die Ruine des Castello di Zuccarello auf einem Hügel thronen sehe. Nach etwa einer Stunde auf gemütlichem Wanderweg durch Olivenhaine und kleine Wälder erreiche ich auch diese Ruine. Doch auch diese ist für Besucher gesperrt, so dass ich dem Wegweiser folgend nach Zuccarello absteige. Der Weg erinnert hier stark an einige Abschnitte der Via Jacobi.

Nach knapp 3 Stunden Wanderzeit bin ich wieder zurück bei meinem Auto.

Fazit:
Wer mich kennt, weiss, dass Wandern für mich unmittelbar mit Bergen und alpinem Gelände verbunden sein muss. Dies ist hier natürlich nicht gegeben. Daher war die Wanderung für mich eher langweilig.  Erhofft hätte ich mir vor allem längere Strecken entlang des Flusslaufes der Neva - leider waren diese Stücke nur sehr selten und auch extrem kurz.
Allerdings war es auch schön, einen Blick auf das eher unbekannte Hinterland der Riviera dei Fiori zu werfen.


Mehr zu dieser Route auf GPSies.com.

Samstag, 31. August 2013

Hundshorn

Steinmann auf dem Gipfel der Chilchflue
Nach der vergangenen Arbeitswoche war ich so richtig auf dem Hund. Und da passt doch die heutige Tour bestens dazu.

Nach drei Wochen Wanderpause bin ich heute endlich wieder einmal losgezogen. Das Wetter sollte eigentlich passen und die Temperaturen sollten auch noch einmal eine Tour auf eine Höhe von ca. 3000 müM zulassen. Und da ich heute mit Urs einen erfahrenen Berggänger als Mitwanderer gewinnen konnte, stand einer etwas exponierteren Tour nichts mehr im Weg. 

Das Hundshorn - quasi der Nachbargipfel vom weltberühmten Schilthorn - sollte es werden. 

Gemütlich liessen wir uns mit der Gondel zur Ausgangshöhe auf 2970 müM bringen. Und von hier aus konnte es kurz nach 10 Uhr losgehen.




Sicht aufs Hundshorn (links)
Eckdaten
Startpunkt: Bergstation Piz Gloria, 2970 müM
Endpunkt: Gimmelwald, 1363 müM

Route:
Piz Gloria - Sattel P 2828 -
Chilchflue (2833 müM) -
Sattel - Roter Herd - Tellipass -
Hundshorn (2928 müM)-
Tellipass . Roter Herd - Rotstockhütte - Gimmelwald

Wanderzeit:
Netto ca. 6h 45min

Wetter:
Mehrheitlich sonnig, nebelartige Wolken (leider auf dem Gipfel)

Weg:
Mehrheitlich T3 bis T4, teils weglos und schiefrig, langer Abstieg T2



Wegbeschreibung:
Von der Aussichtsterrasse vom Piz Gloria geht es zu nächst relativ ausgesetzt aber gut gesichert (neue Drahtseile) in Richtung Roter Herd. Die Route ist landschaftlich wunderschön. Der Weg ist gut, allerdings ist Trittsicherheit notwendig. Zwischenzeitlich erinnern die Hilfsmittel an einen kleinen Klettersteig. 
Nach ca. 30min erreichen wir den Sattel an Punkt 2828. 

Aussicht von der Chilchflue
Dort diskutieren wir kurz, ob wir den Abstecher zur Chilchflue, welcher uns ca. 30min Zeit kosten wird, machen sollen. Ich bin der Meinung, dass es sich rentieren würde und kann mich durchsetzen. Also zweigen wir rechts ab und queren den schiefrig abfallenden Hang hinüber zur Flanke der Chilchflue. Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir den grossen Steinmann auf dem Gipfel der Chilchflue. Das Panorama ist wunderschön. 
Nebst Eiger, Mönch und Jungfrau präsentieren sich auch die Schwalmere und das Blüemlisalpmassiv in voller Pracht.

Dennoch gehen wir bald zurück in Richtung Sattel und weiter zum Roten Herd. Von hier an folgen wir teils pfadlos den weiss-blauen Markierungen zum Tellipass. Eine Stelle ist etwas mühsam, da eine kleine Felswand das klein Tal abriegelt. Dank der fachkundigen Unterstützung des Begleiters schaffe ich aber auch dieses Hindernis innert nützlicher Frist.

Nach dem Tellipass ist der Weg aufs Hundshorn nicht mehr markiert und wir suchen nach einer geeigneten Route. Wir finden einen Pfad, der mehr oder weniger an der Nordflanke hochgeht und folgen diesem. Noch ein wenig durchbeissen und dann ist es geschafft. Wir stehen auf dem Hundshorn!

Gipfelkreuz auf dem Hundshorn
Leider fühlt sich hier eine Wolke auch gerade sauwohl und lässt sich nicht dazu überrede, sich anderswo niederzulassen. So beschränkt sich die Aussicht auf die nächsten 100m. Echt Schade!

Für den Rückweg folgen wir einem Pfad über die sehr schiefrige Nordost-Flanke. Etwas rutschig aber durchaus machbar liegt dieser Abstieg rasch hinter uns. Nun müssen wir bis zum Roten Herd die gleiche Route nehmen, wie auf dem Hinweg. 

Beim Roten Herd folgen wir dem Wegweiser zur Rotstockhütte. Der Abstieg geht schon hier in die Knie. Beim Abzweiger zur Sefinenfurgge kommen Erinnerungen an die Via Alpina auf... Doch unser Weg geht weiter an der Rotstockhütte vorbei und wir entscheiden uns spontan, statt nach Mürren, den Weg direkt nach Gimmelwald einzuschlagen. 

Im Sefinental
Der Abstieg bleibt steil und geht in die Knie. Doch landschaftlich ist der Weg sehr lohnenswert. In der Sohle des Sefinentals tost ein kleiner Bach und gibt dem Tal eine idyllische Stimmung.
Weniger idyllisch ist dann auf den letzten 1,5km der erneute Anstieg um fast 140 Höhenmeter zurück zur Gondelstation in Gimmelwald.

Nach insgesamt rund 6h 45min Wanderzeit treffen wir genau pünktlich zur Gondelfahrt in Gimmelwald ein. 


Fazit:
Lohnende Tour - sie war sicher nicht vergeblich auf meiner Wunschliste!
Die Aussicht vom Hundshorn muss bei schönem Wetter fantastisch sein. Allerdings spürt man die Höhe beim Aufstieg und der Weg ist nur für geübte Berggänger zu empfehlen. 



Mehr zu dieser Tour auf GPSies.com.

Sonntag, 11. August 2013

Säumerweg über den Grimselpass

Hier noch ein kleiner Bach: Die Aare

Auf zum Ursprung der Aare

Gut erholt nach einer Nacht in Guttannen bin ich bereit für neue Taten.
Naja, die Knie schmerzen immer noch ein wenig beim Treppenlaufen, aber darüber kann ich hinwegsehen. Allerdings bin ich mir im Moment nicht so sicher, ob ich dann den heutigen Abstieg nicht doch lieber mit dem Postauto machen werde. Aber diese Entscheidung hat ja noch Zeit. Schliesslich steht erst einmal ein fünfstündiger Aufstieg auf den Grimselpass an. 
Nach einem feinen Früchstück verabschiede ich mich von Urs und seiner Familie und mache mich um 08:15 Uhr auf den Weg.









Eckdaten
Startpunkt: Guttannen Schulhaus, 1057 müM
Endpunkt: Oberwald Bahnhof, 1366 müM


Route:
Guttannen - Handegg - 
Grimselpass (2164 müM) - 
Totensee - Oberwald

Wanderzeit:
Total 6h 30min

Wetter:
Sonnig

Weg:
T2, alter Säumerweg, beim Grimselhospiz kurzes Stück auf der Passstrasse 


Wegbeschreibung:
Bereits am Morgen kurz nach 8 Uhr hört man die beschleunigenden Motorräder auf der Passstrasse. Dieses Geräusch wird mich mehr oder weniger druchgehend bis zur Passhöhe begleiten, auch wenn der Wanderweg meistens abseits der Strasse verläuft.
Der Wanderweg beginnt auf einer forstwirtschaftlichen Strasse. Diese steigt sehr gemähchlich einige Höhenmeter an. Bald einmal geht der Weg in den Wald hinein und ist nun nur noch ein schmaler Pfad, der sich in stetigem auf und ab in Richtung Handegg hochschlängelt. Nach 90min habe ich die Handegg erreicht. 
Der Weg geht im gleichen Stil weiter, steigt an, verliert dann wieder an Höhe, ist einmal im Wald und einmal auf offenem Gelände. Kurz nach der Handegg komme ich durch eine Art Garten voller riesiger Findlinge. 

Räterichsbodensee
Nach weiteren gut 90 Minuten habe ich den Räterichsboden-Stausee erreicht. Dort mache ich eine Pause. Nach 3 Stunden Wanderzeit habe ich erst rund 700 Höhenmeter hinter mich bringen können. Von hier aus sollte ich laut Wegweiser in weiteren 2 Stunden die Passhöhe erreichen.

Der weitere Weg führt dem Stausee entlang. Hier hat es an den Felswänden zahlreiche Kletterer. Scheint ein beliebtes Gebiet zu sein. 
Am Ende des Stausees erwartet mich ein happiger Aufstieg zum Grimselhospiz. 



Aussicht von der Passhöhe
Nun wird es etwas mühsam. Während rund einem Kilometer folgt der Wanderweg der vielbefahrenen Passstrasse. Zum Glück hat es auch viele Velofahrer, so dass die Autos eh abbremsen müssen. Dennoch bin ich froh, als der Wanderweg für die letzten 200 Höhenmeter noch einmal von der Strasse weggeht. 

Nach 4h 30 Minuten Wanderzeit habe ich die Passhöhe erreicht. Es wimmelt nur so von Motorrädern, Radfahrern und Autos.



Totensee
Ein Blick auf den Wegweiser verrät mir, dass das Tal (Oberwald oder Obergesteln) über den alten Säumerweg in 2h 15min zu erreichen sein sollte. Ich entscheide mich - trotz müden Beinen und angeschlagenen Knien - den Abstieg aus eigener Kraft zu meistern. 


Und diese Entscheidung hat sich gelohnt! Das Plateau auf dem Grimselpass ist wunderschön. Vorbei am Totensee steigt der Weg zunächst noch einmal etwa 50 Meter an, belohnt wird man durch den Blick auf den Rhonegletscher. 



Rhonegletscher
Von nun an geht es abwärts. Im Gegensatz zu gestern verliert der Weg nur langsam an Höhe und den Knien geht es soweit ganz gut. 
Bei der Verzweigung an Punkt 2102 entscheide ich mich für den zwar etwas längeren dafür angenehmeren Abstieg nach Oberwald. 
In langen Serpentinen sinkt der Weg allmählich. Zwar ist die Route langweilig, dafür geht es schmerzfrei bis der Weg nach 7 Serpentinen in den Wald abzweigt und steil nach unten geht. 

Genau pünktlich zur Abfahrt des Zuges nach Brig erreiche ich den Bahnhof Oberwald nach 6.5 Stunden Wanderzeit.


Mehr zu dieser Tour auf http://www.wanderland.ch/de/routen/etappe-01495.html.